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Zur Deutschen Bibelgesellschaft

Seit dem 27. September befinden sich Aserbaidschan und die von Armenien unterstützte Republik Bergkarabach im Krieg miteinander. Die Region gehört völkerrechtlich zum muslimisch geprägten Aserbaidschan, wird aber seit 1994 von Armenien kontrolliert und hat eine überwiegend christliche Bevölkerung. Aserbaidschan möchte das Gebiet nun zurückerlangen. Tausende Armenier sind auf der Flucht.

Die Bibelgesellschaft von Armenien kümmert sich aktiv um Menschen, die vom Konflikt betroffen sind. Die Flüchtlinge – überwiegend Frauen und Kinder - sind zumeist traumatisiert: Sie sprechen kaum noch, sind angespannt und verängstigt. Viele haben männliche Familienangehörige verloren.

Bereits seit längerer Zeit ist die Bibelgesellschaft dort im Bereich Traumabegleitung aktiv. Sie bietet nun in den Lagern entsprechende Kurse an, auch speziell für Kinder, und plant, in Zusammenarbeit mit den Kirchen weitere Psychologen und Priester zu Kursleitern auszubilden, da es im Moment viel zu wenige gibt.


Hoffnung für die Hoffnungslosen

Der Generalsekretär der Bibelgesellschaft von Armenien, Erzbischof Yeznik Petrosyan, und seine Mitarbeiter besuchen regelmäßig verschiedene Flüchtlingslager, um sich einen Überblick über die Bedürfnisse der Menschen dort zu verschaffen und zu helfen. Kürzlich waren sie im Camp der Region Wajoz Dsor sowie in der Stadt Goris – zusammen mit acht Psychologen und zwei Kunsttherapeuten. „Wir bieten Traumabegleitung und psychologische Unterstützung an, außerdem Bibelstunden für die Kinder. Und wir haben Bibeln für Erwachsene und Kinder sowie Malbücher verteilt und darüber hinaus materielle Hilfe in Form von Essen, Bettzeug, Hygieneartikeln, Medikamenten … weitergegeben“, sagt Erzbischof Petrosyan. Und seine Mitarbeiterin Marianna Apresyan fügt hinzu: „Es war der schwerste Besuch, den wir je gemacht haben. Ich war schockiert. Viele der Frauen sind schwanger und einige mussten ihre Kinder in den Lagern zur Welt bringen. Die Flüchtlinge sind zutiefst traumatisiert und es war zunächst schwer, überhaupt Vertrauen zu ihnen aufzubauen. Doch zum Abschied sagten sie: ‚Wir erwarten euch nächste Woche. Bitte versprecht, dass ihr wiederkommt.‘“


Erzbischof Petrosyan mit Kindern in einem der Flüchtlingslager

Wie Christen zusammenstehen

Auch sonst steht die Bibelgesellschaft in engem Kontakt mit den verschiedenen Kirchen im Land, die häufig ihre Türen für Flüchtlinge geöffnet haben oder ganze Lager betreuen. Die jeweiligen Leiter haben um Kinderbibeln gebeten oder interessieren sich für die Traumabegleitungskurse. Seit Jahren betreibt die Bibelgesellschaft in Armenien außerdem das Projekt „Moving Gospel“ in Dörfern der Grenzregion. Drei Monate lang werden die Dorfbewohner zu wöchentlichen Treffen eingeladen, in denen sie anhand verschiedener Gleichnisse das Evangelium kennenlernen. Je nach Dorf kommen dabei bis zu 300 Menschen zusammen. Begleitend dazu werden für die Kinder Workshops angeboten, in denen sie Erzählfiguren basteln, mit denen sie die biblischen Geschichten nachspielen. Die Frauen erhalten einen Webrahmen und können in Handarbeitsgruppen ebenfalls das Gehörte vertiefen. Diese Kurse gingen auch während der Corona-Pandemie im Online-Format weiter und werden nun gezielt in vom Konflikt betroffenen Dörfern durchgeführt.

„Sobald wie möglich möchten wir den Soldaten an der Front außerdem Neue Testamente zur Verfügung stellen“, meint Erzbischof Petrosyan. Die Bibelgesellschaft unterhält gute Beziehungen zu Militärgeistlichen und hat bereits in der Vergangenheit Bibelstunden für Soldaten angeboten.

Die Weltbibelhilfe fördert seit vielen Jahren die Arbeit der Bibelgesellschaft in Armenien und unterstützt die Aktivitäten in der derzeitigen Krisensituation. „Danke für alle Gebete und Unterstützung“, sagt Erzbischof Petrosyan. „Das bedeutet uns sehr viel.“


Auch zur Bibelgesellschaft in Aserbaidschan besteht eine enge Verbindung; die Weltbibelhilfe fördert verschiedene Projekte in dem Land, in dem die Christen in der Minderheit sind. Nach der Bombardierung von Gandscha, der zweitgrößten Stadt Aserbaidschans, fuhr ein Team von Mitarbeitern und freiwilligen Helfern umgehend in die betroffene Region und unterstützte die Opfer mit Hilfsgütern. Auch Bibeln, biblische Kinderbücher und Gebetbücher wurden an die Christen dort verteilt. In Gebet und Fürbitte begleiten wir unsere Partner und Geschwister in der Region, verbunden mit der Bitte um eine Beendigung der Kämpfe und um Frieden.

Helfen Sie uns, zu helfen.

 

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