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Zur Deutschen Bibelgesellschaft
Shedi, 10 Jahre

Bibellesekurs für Kinder: Gottes Wort wirkt!

Ich besuche den Bibellesekurs unserer Kirche. Hier lernen wir, auch schwierige Wörter zu lesen. Bei den Geschichten aus der Bibel überlegen wir, was sie für uns bedeuten. Und hier darf ich sogar Fragen stellen, wenn ich etwas nicht verstehe. Das ist vollkommen anders als in meiner Schule.


88,5
Mio. Einwohner
10%
Christen
100.000
Kinderbibeln

Zahlen zum Projekt

Die Christen in Ägypten stellen mit zehn Prozent der Bevölkerung eine große Minderheit im Land dar. Um ihren Glauben in einer muslimisch geprägten Gesellschaft zu leben, müssen sie ihren eigenen Weg finden. Daher besitzt die Bibel für die Christen einen hohen Stellenwert. Aus ihr schöpfen sie Kraft und Zuversicht, besonders in Zeiten der Bedrängnis. Die Bibelgesellschaft ist dabei ein wichtiger Anker für die Christen. Sie unterstützt landesweit die Kirchen mit einer großen Vielfalt an biblischen Schriften. So können Jüngere und Ältere im Glauben wachsen und werden gestärkt. Bitte unterstützen Sie die Arbeit der Bibelgesellschaft, damit Gottes Wort segensreich in den Projekten wirken kann, die wir hier vorstellen.


Freude an Gottes Wort

Ein Fünftel der Bevölkerung in Ägypten kann nicht lesen und schreiben. Die Gründe dafür sind vielfältig: In ärmeren Familien müssen Kinder zum Lebensunterhalt beitragen und können gar nicht oder nur wenige Jahre zur Schule gehen. In anderen Fällen erhalten ausschließlich die Söhne eine Schulbildung. Viele Jugendliche und Erwachsene verlieren ihre Kenntnisse nach der Schule wieder, weil sie keine Gelegenheit haben, sie anzuwenden. Die Ägyptische Bibelgesellschaft möchte die christlichen Kirchen im Land stärken und geistiges und geistliches Wachstum ermöglichen. Deshalb hat sie spezielle Bibellesekurse für Kinder und Erwachsene entwickelt. Diese ermöglichen es den Betroffenen, richtig lesen zu lernen und Gottes Wort besser zu verstehen.

 Lebendiger Unterricht

„Am Anfang darf jeder kurz sagen, was er erlebt hat“, beschreibt Shedi eine typische Kursstunde. „Mir gefällt besonders, dass wir im Kreis sitzen und miteinander reden. Dann darf jeder einen Satz der biblischen Geschichte laut vorlesen. Dabei achten wir auf schwierige Wörter und versuchen, sie durch leichtere zu ersetzen. Unsere Lehrerin hilft, wenn niemand weiter weiß. Einmal haben wir daraus ein Spiel gemacht: Wir schrieben die Wörter auf und jeder musste davon so viele wie möglich in einer Zeitung finden. Gut finde ich auch, dass einer oder zwei von uns die Geschichte immer nacherzählen dürfen. So merke ich sie mir viel besser. Manchmal spielen wir die Geschichte auch nach und jeder darf eine Rolle übernehmen. Zum Schluss überlegen wir, was der Text für uns bedeutet. Ich mag die Geschichte von den zwei Blinden bei Jericho. Die Leute wollten sie zum Schweigen bringen. Doch sie rufen nur umso lauter nach Jesus, der sie dann sehend macht. Niemand soll uns davon abbringen, zu Jesus zu kommen.“

„Gottes Wort ermutigt uns!“

„In meiner Freizeit biete ich Bibellesekurse in unserer Kirchengemeinde an. Das macht mir viel Freude. Denn die Kinder und Erwachsenen sind sehr an den Geschichten interessiert, die sie aus dem Gottesdienst kennen. Deshalb machen sie gut mit. In kleinen Gruppen können wir die Texte in Ruhe erarbeiten und ich kann auf jeden Einzelnen eingehen. Ich setze gerne unterschiedliche Medien und Spiele ein, um die Inhalte auf anschauliche und kreative Weise zu verdeutlichen. So wird es nie langweilig. Besonders wichtig ist mir eine offene Lernatmosphäre. Fehler sind erlaubt. Wir lachen viel und freuen uns über die Fortschritte, die jeder macht. Am meisten berührt es mich, wenn wir am Ende der Stunde biblische Aussagen auf unser Leben beziehen. Dabei erlebe ich immer wieder, dass Gottes Wort Freude schenkt, Hoffnung macht und uns ermutigt.“


Emad Selim von der Ägyptischen Bibelgesellschaft verantwortet die Bibellesekurse

Kindern eine bessere Zukunft ermöglichen – Interview mit Emad Selim

Warum engagiert sich die Bibelgesellschaft so stark beim Thema Bildung für Christen?

Emad: Über die Hälfte der Bevölkerung in Ägypten ist unter 25 Jahre alt. Eine neue, junge Generation wächst in unseren Kirchen heran, denen wir Gottes Wort zugänglich machen wollen. Wenn sie die Bibel nicht lesen können, verlieren wir sie. Wenn sie sie lesen können, bleiben sie ihrer Gemeinde auch im Erwachsenenalter treu. Denn sie entwickeln eine Beziehung zu Gott und engagieren sich stärker in der Kirche. Bildung ist der Schlüssel dafür. Für die Schulung der freiwilligen Kursleiter und das Material für die Kursgruppen sorgen wir. Die Kirchen führen mit engagierten Mitarbeitern die Kurse durch.

Warum können viele junge Ägypter trotz Schulbesuch nicht lesen?

Emad: Das liegt am veralteten Bildungssystem. Es wird zwar besser, reformiert sich aber nur sehr langsam. Mängel sind zum Beispiel überfüllte Klassen, Frontalunterricht und wenig Arbeit in Kleingruppen. Viele Kinder können dadurch den Stoff nicht bewältigen und werden abgehängt. Unser Angebot schafft ein positives Lernklima und bezieht die Teilnehmer im Unterricht mit ein.

Wie nachhaltig wirken die Kurse?

Emad: Vor fünf Jahren haben wir mit wenigen Kursen angefangen. Heute haben wir über 10 000 Teilnehmende. Mit weiterer Finanzierung könnten wir diese Zahl verdoppeln. Ein Kurs dauert zwei Jahre. Als Abschlussgeschenk erhält jeder ein Neues Testament. Die Erfahrungen zeigen, dass überdurchschnittlich viele Teilnehmer ihren Gemeinden nach Ende des Kurses treu bleiben und sich auch aktiv in das Gemeindeleben einbringen. Darüber hinaus nützt ihnen die Fähigkeit zu lesen natürlich im Alltag und zum Geldverdienen. Die Menschen entwickeln ein höheres Selbstwertgefühl und sie werden in ihrer Persönlichkeit gestärkt. Sie treten für sich und ihre Überzeugungen ein – und damit für Gottes Wort. Das merken wir zum Beispiel an den Freiwilligen, die bei unseren „Kingo“-Festen im Sommer mitarbeiten. Viele von ihnen haben einen Bibellesekurs absolviert und geben nun ihrerseits die biblische Botschaft weiter.

Löwe Kingo erzählt aus der Bibel
In über 45 Städten bietet die Ägyptische Bibelgesellschaft zusammen mit den Kirchen jährlich 500 „Kingo“-Feste für Kinder an. Veranstaltet werden Spiele, Bastelaktionen und Theateraufführungen. Jedes Kind erhält dabei ein Büchlein, in dem Löwe Kingo Geschichten von Jesus erzählt.


Ramez Atallah, Leiter der Ägyptischen Bibelgesellschaft

In der Familie Gottes Wort entdecken

Oft werde ich gefragt, wie die Bibelgesellschaft den Christen in Ägypten hilft. Ich erzähle dann die Geschichte des zehnjährigen Abram Labieb. Seine Eltern können nicht lesen und schreiben. Sie sind Christen und besuchen mit der Familie regelmäßig den Gottesdienst. Abram liest seinen Eltern aus der Bibel vor. Diese sind sehr stolz darauf, dass Abram lesen kann. Auf einem „Kingo“-Fest hat er vor einigen Jahren das erste Mal ein Büchlein mit biblischen Geschichten erhalten. Daraufhin hat er in seiner Gemeinde einen Bibellesekurs besucht. Die Familie ist mit ganzem Herzen dabei, wenn Abram Geschichten aus der Bibel vorliest.

Abrams Vater Najieh arbeitet in der Landwirtschaft und hat nur ein geringes Einkommen. Eine eigene Bibel kann er sich nicht leisten, deshalb hat er von uns eine erhalten, damit Abram daraus vorlesen kann. Gottes Wort beschäftigt seine Frau Sadeia sehr. Sie hat gute Beziehungen zu ihren muslimischen Nachbarn geknüpft, was bei uns nicht selbstverständlich ist. Sie betet viel und die Worte der Bibel helfen ihr, geduldig zu bleiben, auch wenn es Schwierigkeiten gibt.

Bitte helfen Sie mit, dass ägyptische Familien Gottes Wort erhalten und im Glauben gestärkt werden.

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