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Hilfe für blinde Menschen in der Corona-Pandemie

Weltbibelhilfe ruft zu Spenden für Braille-Bibeln in Lateinamerika auf

Der achtjährige Anderson mit einer Ausgabe des 1. und 2. Korintherbriefs in Braille, die er von der Bibelgesellschaft in Costa Rica erhalten hat. (© Bibelgesellschaft in Costa Rica)

Ingrid Felber-Bischof, Leiterin Programme für Menschen mit Sehbehinderung beim Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies; UBS). (© Deutsche Bibelgesellschaft)

Lesende Finger (© Bibelgesellschaft in Costa Rica)

Stuttgart. Die Weltbibelhilfe der Deutschen Bibelgesellschaft ruft zum Osterfest zu Spenden für blinde und sehbehinderte Menschen in Lateinamerika auf. Aufgrund ihrer Einschränkung leiden sie in besonderer Weise unter der Corona-Pandemie. Die Bibelgesellschaften in Costa Rica und Guatemala unterstützen Betroffene mit eigenen Programmen sowie biblischen Schriften in der Punktschrift Braille.

Eine Million Menschen leben in Guatemala ohne Augenlicht. In Costa Rica sind es rund eine Viertelmillion. In beiden Ländern stellt die Integration blinder Menschen in die Gesellschaft eine große Herausforderung dar. Isolation und Ausgrenzung erlebten viele Betroffene bereits in ihrer Familie, weiß Mayra Ugalde, Leiterin der Bibelgesellschaft in Costa Rica. Und die Angst vor dem Coronavirus habe die Situation noch verschärft.

„In der Coronazeit spüren blinde Menschen die Isolation durch die Einschränkung von Sozialkontakten wieder ganz deutlich“, bestätigt Ingrid Felber-Bischof, Koordinatorin für die Arbeit für sehbehinderte Menschen im Weltverband der Bibelgesellschaften (UBS). „Für manche ist es fast wie ein Trauma, das wieder aufbricht: Wieder ausgeschlossen zu sein vom Leben, den Zugang zur Gemeinschaft plötzlich wieder zu verlieren.“

Die Bibelgesellschaften suchen daher nach Möglichkeiten, ihre Angebote für blinde Menschen der aktuellen Situation anzupassen. Die Bibelgesellschaft in Guatemala etwa hat einen Bibellesekreis, in dem sich blinde Menschen in einer örtlichen Bibliothek getroffen haben, nun als regelmäßige Telefonkonferenz aufgesetzt. Im Mittelpunkt steht dabei immer auch das gemeinsame Lesen in der Bibel. 

Dem Austausch über den Bibeltext, aber auch dem eigenständigen Lesen kommt dabei eine wesentliche Bedeutung zu. „Lesen zu können, ist für blinde Menschen ein Akt der Selbstbestimmung. Sie erleben es als Gefühl von Freiheit und Würde“, so Felber-Bischof. Die Bibelgesellschaften unterstützen Betroffene daher auch mit Bibeln in der Punktschrift Braille.

Die entsprechenden Ausgaben sind jedoch in der Produktion aufwendig und kostenintensiv. Eine komplette Bibel besteht aus über 40 Einzelbänden und ist fünfzigmal so teuer wie eine herkömmliche Bibel. Die Weltbibelhilfe unterstützt die Herstellung und Verbreitung von biblischen Büchern und neuen Testamenten in Braille-Schrift sowie einen inklusiven Bibel-Kalender für Familien.

Bei der Brailleschrift werden die Buchstaben des Alphabets aus einer Kombination von sechs verschiedenen fühlbaren Punkten gebildet. Diese werden mit den Fingern ertastet. Erfunden wurde das System von Louis Braille (1808-1852). Jede Sprache hat ihr eigenes Punktschrift-Alphabet.

Die Weltbibelhilfe sammelt in Deutschland Spenden für die Übersetzung und Verbreitung der Bibel sowie andere bibelgesellschaftliche Arbeit weltweit. Partner sind die im Weltverband zusammengeschlossenen Bibelgesellschaften. Der Weltverband der Bibelgesellschaften zählt 148 Mitglieder und ist in mehr als 200 Ländern aktiv. Weitere Informationen gibt es im Internet unter: https://die-bibel.de/braille-bibeln

18.03.2021/sbi

 

Spendenkonto Weltbibelhilfe
Evangelische Bank eG
IBAN: DE59 5206 0410 0000 4150 73
BIC: GENODEF1EK1

 

Kontakt
Tobias Keil
Weltbibelhilfe
Deutsche Bibelgesellschaft
Balinger Straße 31 A
70567 Stuttgart
Tel: +49 711 7181-273
Fax: +49 711 7181-553-273
E-Mail: keil@dbg.de

 

Mehr Informationen
www.die-bibel.de

 

Über die Deutsche Bibelgesellschaft
Die Deutsche Bibelgesellschaft übersetzt die biblischen Schriften, entwickelt und verbreitet innovative Bibelausgaben und eröffnet für alle Menschen Zugänge zur Botschaft der Bibel. Sie ist eine eigenständige Stiftung. Zusammen mit der Evangelischen Kirche in Deutschland gibt sie die Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers heraus. International verantwortet sie die wissenschaftlichen Bibelausgaben in den Ursprachen. Neben Bibelausgaben finden sich im Programm weitere Bücher und Medien rund um das Thema Bibel.

Mit den regionalen Bibelgesellschaften in Deutschland entwickelt sie kreative Bibelprojekte.

Die Weltbibelhilfe der Deutschen Bibelgesellschaft unterstützt gemeinsam mit dem Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies) weltweit die Übersetzung und Verbreitung der Bibel.

Generalsekretär Dr. Christoph Rösel ist Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bibelgesellschaft. Vorsitzende der Vollversammlung und des Aufsichtsrates ist die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Dr. h. c. Annette Kurschus.

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