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Durchsicht der Lutherbibel beschlossen

Stuttgart. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat sich eine "Durchsicht der Lutherbibel" vorgenommen. Dafür wurde ein Lenkungsausschuss eingesetzt, dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Exegese, Praktische Theologie, Liturgik und Germanistik angehören. Die Arbeit an der Lutherbibel soll noch vor Ende der Lutherdekade 2017 fertig gestellt werden.

 

Der Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft, Pfarrer Klaus Sturm, ist ständiger Gast im Lenkungsausschuss. Er zeigt den Inhalt einer Durchsicht auf: "Im Gegensatz zu einer Revision eines Textes bei der auch tiefer gehende sprachliche Anpassungen vorgenommen werden, werden bei der bevorstehenden Durchsicht neueste Erkenntnisse aus Exegese und Textkritik möglichst so eingearbeitet, dass der vertraute Wortlaut der Lutherbibel erhalten bleibt." Nur zwingend erforderliche Änderungen finden deshalb Eingang in das theologisch und kulturhistorisch kostbare Erbe. Eine Durchsicht sei deshalb weniger umfangreich als eine Revision, gleichwohl kaum minder anspruchsvoll, so Sturm weiter.

Dem vom Rat der EKD eingesetzten Lenkungsausschuss unter dem Vorsitz von Landesbischof i.R. Dr. Christoph Kähler gehören deshalb auch die drei Hauptkoordinatoren der konkreten Arbeit an: Für das Alte Testament Prof. Dr. Christoph Levin, München, für das Neue Testament Prof. Dr. Jens Schröter, Berlin, und für die Apokryphen Prof. Dr. Martin Rösel, Rostock.
 
Zur Geschichte der Lutherbibel:
Bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts war die Lutherbibel in den protestantischen Gebieten Deutschlands das wichtigste Haus- und Volksbuch. Dann haben eine beschleunigte Sprachentwicklung und ein einschneidender Traditionsabbruch dazu geführt, dass die Originalsprache Luthers für immer mehr Menschen immer schwerer verständlich wurde. Die historische Übersetzung Martin Luthers wurde in mehreren Anläufen schonend dem gewandelten Sprachgebrauch angepasst. Dieser Prozess einer "Revision" der Lutherbibel ist 1984 zum Abschluss gekommen. Im Zusammenhang mit der Einführung der neuen Rechtschreibung 1999 wurde der Text noch einmal durchgesehen. Die Ausgaben der Deutschen Bibelgesellschaft enthalten den aktuellen Text, wie er von der Evangelischen Kirche in Deutschland für den kirchlichen Gebrauch empfohlen wird. Die Lutherbibel gibt es in alter und neuer Rechtschreibung. Darüber hinaus sind auch ältere Fassungen des Luthertextes (Luthers Ausgabe letzter Hand von 1545 - zur Zeit im Original in der Bibelgalerie Meersburg zu sehen - sowie die wichtige Revision aus dem Jahre 1912) noch erhältlich.
 
20. Juli 2010

Mehr Informationen
www.die-bibel.de

Über die Deutsche Bibelgesellschaft
Die Deutsche Bibelgesellschaft ist eine kirchliche Stiftung des öffentlichen Rechts mit Sitz in Stuttgart. "Übersetzung, Herstellung und Verbreitung der Bibel" nennt die Satzung als Aufgaben. Darüber hinaus fördert sie die Bibelmission, das Bibellesen und die Kenntnis der Heiligen Schrift. Bei der Deutschen Bibelgesellschaft erscheinen die Lutherbibel im Auftrag der Evangelischen Kirche in Deutschland, die Gute Nachricht Bi¬bel und die Neue Genfer Übersetzung. Mit der Basisbibel bietet sie die erste Bibelübersetzung an, die den gewandelten Lesebedürfnissen des 21. Jahrhunderts gerecht wird: Zeitgemäßes Deutsch mit klaren, prägnanten Sätzen, rhythmischer Sprache, zahlreichen Sacherklärungen und Hintergrundinformationen im Internet. Zu den mehr als 500 Titeln des Verlages zählen außerdem wissenschaftliche Ausgaben, Hörbibeln, elektronische Medien, fremdsprachige Ausgaben und Kinderbibeln.

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