• Wunderzeichen

Alle Wunder, die Jesus wirkt, haben den Charakter von »Zeichen«: Sie weisen voraus auf das Heil der im Kommen begriffenen Königsherrschaft Gottes und lassen von ihr schon etwas erfahrbar werden in der gegenwärtigen Welt. Sie können Glauben wecken (Joh 2,11) oder den Glauben stärken, sie sind aber auch immer so oder so »erklärbar« (vgl. Mk 3,22; Apg 2,12-13). Sie taugen also nicht als zwingender Beweis und sind auch niemals so gemeint. Jesus lehnt es ab, sich und seine Botschaft den Gegnern gegenüber durch Wunder zu legitimieren (Mk 8,11-13). Andererseits sind seine Taten insgesamt eindeutig genug, sodass denen, die Jesus ablehnen und nur immer neue Beglaubigungswunder verlangen, das Gericht droht (Lk 11,16.29-30).
Im Johannes-Evangelium sind sieben Wunder von besonders anspruchsvoller Art und großer zeichenhafter Aussagekraft ausgewählt (Joh 2,1-10; 4,46-54; 5,1-9; 6,1-15; 6,16-21; 9,1-7; 11,17-44), um gerade im Anschluss an sie den hohen Anspruch von Jesus und das Problem Glaube-Unglaube zu thematisieren (vgl. insbesondere Joh 2,11; 5,9b-47; 6,22-71; 9,8-41; 11,45-53).

Quelle: Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart