• Sühne

Gott muss nach biblischem Verständnis nicht von Menschen durch Opfer oder Leistungen »versöhnt« werden, vielmehr ist er es, der die schuldig gewordenen Menschen mit sich versöhnt (2Kor 5,18-20). Er tut dies nicht durch eine einfache Absichtserklärung, sondern im Alten Testament ursprünglich dadurch, dass er den Opferdienst stiftet, durch den diese Versöhnung wirksam werden kann (Versöhnungstag, Sühneopfer). Dies entspricht der alttestamentlichen Vorstellung von einem Unheilszusammenhang, der durch die Sünde hervorgerufen wird (vgl. Ps 7,15-17; Jes 5,18; 9,17-20) und der nur aufgehoben werden kann, wenn
er sich an einem Ersatzopfer ausgewirkt hat. Entscheidend für die Wirkung des Opfers ist jedoch, dass Gott es annimmt (vgl. Gen 4,4-5).
Nach dem Vorbild alttestamentlicher Sühnehandlungen versteht das Neue Testament den Tod von Jesus als ein Opfer, das ein für alle Mal die Schuld der Menschen gesühnt hat (Röm 3,25; Hebr 9,28; 1Joh 2,2; 4,10).

Quelle: Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart