Stichwort: Weinstock

Bezeichnung für den einzelnen Strauch der Weinrebe.

Kaum eine andere Pflanze ist für das Land der Bibel so typisch wie die Weinrebe. Schon seit frühester Zeit wird sie im Land der Bibel angebaut und ihre Früchte zählen dort zu den wichtigsten Nahrungsmitteln. Die einzelne Pflanze wird als »Weinstock« bezeichnet.

Damit ein Weinstock gute Früchte bringt, braucht er viel Pflege: Man muss den Boden hacken und bewässern und die Reben beschneiden. Außerdem muss ein Weinstock erzogen, d.h. ausgerichtet und befestigt werden. Dazu wird in steilen Lagen häufig jeder Rebstock an einen einzelnen Pfahl gebunden. Zur Zeit von Jesus stütze man den Stamm oft nur mit einem Steinhäufchen und ließ die Reben über den Boden wachsen.

Soll der Weinstock vermehrt werden, geschieht dies in der Regel mit Stecklingen: Im Winter schneidet man Triebe von den guten Weinstöcken und steckt diese in die Erde. Nach einigen Wochen im feuchten Boden bilden sich neue Wurzeln. Der junge Weinstock trägt nach etwa drei Jahren zum ersten Mal Frucht.

Ein Weinstock kann älter als 100 Jahre werden. Die meisten Früchte trägt er um das 20. Lebensjahr, ab dem 50. Lebensjahr werden die Erträge geringer. Im Laufe seines Lebens hat er allerdings häufig mit Krankheiten oder Schädlingen zu kämpfen. Wilde Tiere wie Füchse oder Wildschweine können in den Weinberg eindringen, die Trauben fressen und die Pflanzen beschädigen (Hoheslied 2,15 und Psalm 80,13).

Der Weinstock dient in der Bibel immer wieder als Bild für die Beziehung der Menschen zu Gott. So wird beispielsweise das Volk Israel als Weinstock bezeichnet, den Gott gepflanzt hat (Jeremia 2,21; vgl. auch Psalm 80). Jesus bezeichnet sich selbst als den wahren Weinstock und seine Anhänger als die Weinreben, die nur in Verbindung mit ihm leben können (Johannes 15,1-8).

Weinrebe mit Trauben.