Stichwort: Schuld

Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet.

Schuld wird heute oft nur als juristischer Begriff verstanden. So bezeichnet Schuld im Strafrecht eine Handlung, die eindeutig gegen geltendes Recht bzw. gegen Normen und Sitten verstößt wie z.B. Diebstahl, Körperverletzung und Beleidigungen.

In der Bibel betrifft Schuld jedoch immer und grundsätzlich das Verhältnis zwischen Gott und Mensch. Im kirchlich-religiösen Sprachgebrauch wird dafür oft auch der Begriff der »Sünde« verwendet. Es ist Gott, der in seinen Geboten und im Gesetz den Menschen die Regeln für ihr Leben und ihr Miteinander gegeben hat. Daher verstößt jedes fehlerhafte Verhalten nicht nur gegen die Rechte des Nächsten und die Normen der Gemeinschaft, sondern zugleich auch gegen Gottes Willen, und beides ist untrennbar verbunden.

Die Schuld des Menschen besteht darin, dass er seine von Gott geschenkte Freiheit dazu missbraucht, sich gegen ihn zu stellen. Er will selber »sein wie Gott« (vgl. 1. Mose/Genesis 3,5). Damit verfehlt er seine Bestimmung, als Geschöpf in Beziehung mit seinem Schöpfer zu leben. Durch den Missbrauch seiner von Gott geschenkten Freiheit verspielt der Mensch sie zugleich. Denn sobald sich der Mensch von Gott abwendet und anderen Einflüssen aussetzt, gewinnen diese Macht über ihn und er ist in zerstörerischen Verhältnissen gefangen. Dies betrifft alle Bereiche seines Lebens: die Beziehung zu den Mitmenschen, zu sich selbst und auch zur außermenschlichen Natur. Nach biblischem Verständnis sind alle Menschen in Schuld verstrickt und können sie nicht selbst abschütteln. Nur durch die Vergebung Gottes können sie davon frei werden und ein neues Leben beginnen.

Im Alten Testament findet sich die Vorstellung, dass eine böse Tat Unheil (z.B. auch Krankheit oder Tod) nach sich zieht, das auf den Täter zurückfällt. Diesen Zusammenhang von Schuld und Unheil kann nur Gott durchbrechen. Er kann zerbrochene Beziehungen heilen und einen Neuanfang schenken.

Das Neue Testament unterstreicht, dass Menschen erst durch den Glauben an die Vergebung Gottes wirklich erkennen können, was es bedeutet, vor Gott schuldig zu sein.

Die Evangelien berichten, dass Johannes der Täufer die Menschen dazu aufruft, ihre Schuld zu bekennen und zu Gott umzukehren. Als Zeichen dafür sollen sie sich taufen lassen. Aufgrund ihrer Umkehr können die Menschen hoffen, dass Gott ihnen im Gericht am Ende der Zeit ihre Schuld vergibt (vgl. Markus 1,4).

Erst recht spielt die Vergebung von Schuld im Wirken von Jesus eine große Rolle. In der Vollmacht, die ihm von Gott übertragen ist, spricht er Menschen die Vergebung ihrer Schuld zu (vgl. Markus 2,1-12). Er erzählt Gleichnisse, in denen es um die Vergebung Gottes geht und lehrt seine Jünger beten: »Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir allen vergeben haben, die an uns schuldig geworden sind« (vgl. Matthäus 6,12).

Den Menschen, die Schuld auf sich geladen haben, hat Jesus sich in besonderer Weise zugewandt. Durch seine liebende Zuwendung erfahren sie die Vergebung Gottes und können ein neues Leben beginnen (z.B. Lukas 19,1-10). Dass sich Jesus mit solchen Menschen abgibt und sogar zusammen mit ihnen isst, erregt bei seinen Zeitgenossen großen Anstoß (vgl. Markus 2,15-17).

Der Apostel Paulus versteht Schuld bzw. Sünde als Feindschaft gegen Gott. Sie ist der Zustand, in dem sich alle Menschen befinden, die nicht an Jesus Christus glauben. Gott vergibt den Menschen, indem er ihre Schuld im Tod von Jesus am Kreuz selbst auf sich nimmt. So kann jeder Mensch, der sich die Vergebung von Gott schenken lässt, von seiner Schuld frei werden und in Frieden mit Gott leben. Ihr Schuldigsein vor Gott können Menschen jedoch erst sozusagen im Rückblick erkennen, wenn sie von ihrer Schuldenlast befreit sind und Vergebung erfahren haben.

Die Zehn Gebote und weitere biblische Anweisungen, die ein gerechtes und gottgewolltes Leben ermöglichen.
Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders der fünf Bücher Mose.
Für die Bibel ist es Gott, der am Anfang die Welt geschaffen hat und der sie in der Gegenwart erhält.
»Glaube(n)« meint das tiefe Vertrauen auf Gott.
Er bereitete durch sein Wirken die Menschen auf das Kommen von Jesus vor.
Taufen bedeutet vom Wortsinn her »in Wasser eintauchen«. Die Handlung steht zeichenhaft für das Abwaschen von Schuld.
Gemeint ist das Gericht Gottes: Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott auch der Richter, der am Ende der Zeit das Urteil über sie zu sprechen hat.
Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua.
Das Wort bezeichnet eine Rede in Bildern und Vergleichen.
Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten.
Wörtlich »Ausgesandter«. Jemand, der mit einem bestimmten Auftrag zu einem Adressaten geschickt wird.
Bedeutender Apostel, der die gute Nachricht von Jesus weit über das Land der Bibel hinaus bekannt machte. Die Reisen des Paulus – 1. Reise Die Reisen des Paulus – 2. Reise Die Reisen des Paulus – 3. Reise Die Reisen des Paulus – Reise nach Rom
Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen.
Grausame Hinrichtungsart, die von den Römern an Sklaven, Räubern und Aufrührern vollstreckt wurde. Felsspalte im Innern der Grabeskirche. Kreuz im Inneren der Grabeskirche.