Stichwort: säen

Im Unterschied zu heute wurde im Altertum zuerst gesät und dann der Boden umgebrochen.

Im Unterschied zu heute wurde im Altertum zuerst gesät und dann der Boden umgebrochen. Bei der Aussaat ging der Sämann mit einem Tuch oder Korb voller Samenkörner unter dem Arm über das Feld und warf die Körner in breitem Bogen in die Luft. Je nachdem, wohin die Körner fielen (z.B. auf lockeren oder festen Boden), trafen sie auf sehr verschiedene Bedingungen zum Aufkeimen.

Im Land der Bibel wurde zwei Mal im Jahr ausgesät: Im Winter (November–Dezember) zu Anfang der Regenzeit und im Sommer im Anschluss an die Regenzeit. Die Wintersaat war die wirtschaftlich bedeutsamere, da der Ertrag hier meist höher ausfiel.

In Markus 4,3-9 beschreibt Jesus mit dem Bild vom Aussäen auf verschiedenen Böden, wie unterschiedlich die Botschaft vom anbrechenden Reich Gottes von den Menschen angenommen wird: Wenn die Saat auf einen »guten Boden« fällt, d.h. auf Menschen trifft, die sich ihr bereitwillig öffnen, kann sie aufgehen und wachsen; fällt sie aber auf einen »schlechten Boden«, verkümmert sie.