Stichwort: Reinigung (nach der Geburt eines Kindes)

Ende der Zeit nach der Geburt eines Kindes, in der eine jüdische Frau als unrein galt und daher nicht am religiösen und gesellschaftlichen Leben teilnehmen durfte.

Nach der Geburt eines Sohnes gilt eine jüdische Frau vierzig Tage lang als unrein, nach der Geburt einer Tochter achzig Tage (vgl. 3. Mose/Levitikus 12,1-8). Hatte sie einen Sohn geboren, musste sie zunächst sieben Tage zu Hause bleiben, am achten Tag wurde der Sohn beschnitten. Anschließend war sie für weitere 33 Tage an das Haus gebunden und durfte nicht am religiösen und gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Ein sogenanntes Reinigungsopfer der jungen Mutter im Tempel beendete diese Zeit.

Mit dem Reingungsopfer der Maria zu Beginn des Lukas-Evangeliums (Lukas 2,22) ist eine zweite Handlung verbunden, die den neugeborenen Knaben betrifft: Nach 2. Mose/Exodus 13,2-12 gehört jeder zuerst geborene tierische und menschliche männliche Nachwuchs (Erstgeburt) Gott und muss ihm übergeben werden. Mit einem Opfer, einer Ersatzgabe an Gott, konnte man den ersten Sohn nach dem ersten Lebensmonat bei einem Priester auslösen (4. Mose/Numeri 18,15-16).

Mitglieder der Glaubensgemeinschaft, in der sich das biblische Volk Israel fortsetzt.
Bei den Juden ist Reinheit die Voraussetzung, dass Gegenstände oder Menschen in Gottes Nähe kommen dürfen.
Das Abtrennen der Vorhaut am männlichen Glied ist für Israel Zeichen des Bundes zwischen Gott und seinem Volk.
Häuser waren zur Zeit des Neuen Testaments meist einstöckig. Sie hatten ein flaches Dach, das über eine Außentreppe zugänglich war.Einfaches Familienhaus zur Zeit von Jesus. Dach eines größeren Hauses mit einer umgebenden Schutzmauer.Schematischer Grundriss eines Vierraumhauses
Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch, Geschenke) für Gott als Zeichen des Danks oder der Bitte. Das Opfer schafft Gemeinschaft mit Gott. In der Regel wird das Opfer auf einem Altar verbrannt.Schlachtung eines Opfertieres
Der erste Sohn, den eine Frau zur Welt brachte, und ebenso jedes erste männliche Tier, das von einem Muttertier geboren wurde, waren im alten Israel von besonderer Bedeutung: Sie gehörten Gott, dem Schöpfer und Eigentümer allen Lebens.
Ihre Aufgabe war es, den Gottesdienst zu leiten, Opfer darzubringen und den Willen Gottes zu deuten.