Stichwort: Passafest, Passamahl

Jüdisches Frühjahrsfest, das an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert.

Das Passafest ist eins der wichtigsten Feste des Judentums (hebräisch: Pesach), das jährlich im Frühjahr gefeiert wird. Ursprünglich war Passa ein Hirtenfest und noch immer ist es mit der Zeit des ersten Frühlingsvollmonds verbunden. Für Israel ist es aber zu einem Fest von größerer Bedeutung geworden. Es erinnert an den Auszug aus Ägypten und damit an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei (2. Mose/Exodus 12).

Der Name »Passa« hängt mit dem hebräischen Wort für »Vorübergehen« zusammen. Denn in der Nacht des ersten Passafestes tötete der Engel des Herrn alle Erstgeborenen in Ägypten, nur an den Häusern der Israeliten, die durch das Blut des geschlachteten Passalammes markiert waren, ging er vorüber, sodass sie verschont blieben (2. Mose/Exodus 12,27). Der »Vorübergang« steht also für Gottes rettendes und gnädiges Handeln.

Am Vorabend des Passafestes (jüdische Feste beginnen immer mit dem Abend vor dem eigentlichen Festtag) wurde wie in der ersten Passanacht ein Lamm geschlachtet, also ein junges Schaf- oder Ziegenböckchen. Das Lamm war zunächst ein wesentlicher Bestandteil des Passamahls, das in den Familien gefeiert wurde. Seit der Zeit des Königs Joschija durfte allerdings nur noch am Tempel in Jerusalemgeopfert werden. Da das Lamm als ein solches Opfer galt, kamen die Familien nun zur Feier des Passafestes nach Jerusalem, opferten das Lamm am Tempel und verbrachten auch die Festwoche in der Stadt. Das Passafest wurde so zu einem Wallfahrtsfest. Die Hausbesitzer in Jerusalem waren verpflichtet, den Familien Räume für die Feier zur Verfügung zu stellen. Seit der Zerstörung des Tempels im Jahr 70 n. Chr. wird das Passafest ohne das Opferlamm gefeiert. Nur ein Knöchelchen, das mit auf den Festtisch gelegt wird, erinnert noch an diesen früher so wichtigen Bestandteil des Passamahls.

Ansonsten wird das Passafest im Judentum noch immer in der gleichen Form gefeiert wie zu biblischer Zeit. Zu Beginn der Feier wird in jeder Familie die Geschichte vom Auszug aus Ägypten erzählt. Dabei wird ein Becher mit Wein gereicht (vgl. Lukas 22,17). Dann eröffnet der Hausvater das Festmahl, indem er ein kurzes Lobgebet über einem Stück Brot spricht, das Brot zerbricht und an alle austeilt. Das Brot muss ungesäuert sein, d.h. ohne Sauerteig gebacken. Das erinnert daran, dass die IsraelitenÄgypten so eilig verlassen haben, dass keine Zeit mehr blieb, um Sauerteig für das Brot anzusetzen. Auch alle anderen Bestandteile der Mahlzeit, z.B. eine Art bitterer Salat und Fruchtmus, haben eine besondere Bedeutung und erinnern an Einzelheiten des Geschehens beim Auszug aus Ägypten (2. Mose/Exodus 12). Wie jedes jüdische Mahl wird auch das Passamahl dadurch beschlossen, dass der Hausvater über einem Becher mit Wein das Dankgebet spricht und dieser Becher dann die Runde macht. Zum Abschluss werden die Psalmen 114–118 gesungen.

An das Passafest schließt sich unmittelbar das »Fest der ungesäuerten Brote« an (2. Mose/Exodus 13,3-10). Es dauert eine Woche. In dieser Zeit darf nur Brot gegessen werden, das ohne Sauerteig gebacken wurde.

Die christliche Abendmahlsfeier knüpft an das Passamahl an. Denn das Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern gefeiert hat, war ja zunächst ein solches Passamahl. Jesus hat dabei wichtigen Bestandteilen wie dem Brotbrechen und dem Trinken aus dem Becher mit Wein eine neue Bedeutung gegeben.

Zur Zeit von Jesus war das Passafest das Hauptfest des Judentums. Als Feier der Befreiung gewann es damals noch einen zusätzlichen Aspekt hinzu: Man feierte nicht nur die vor langer Zeit geschehene Befreiung des Volkes Israel, sondern verband mit dem Fest auch die Hoffnung auf die zukünftige, endgültige Befreiung: die Hoffnung auf das Kommen des Messias.

Das Judentum ist eine Religion mit einer ausgeprägten Festkultur.
Land am Nil, eine der ältesten Stätten menschlicher Kultur.
Beiname des israelitischen Stammvaters Jakob. Als Volksname bezeichnet er das gesamte Zwölf-Stämme-Volk.
Sklaverei gab es in der ganzen Alten Welt in mannigfachen Formen und unter den verschiedensten Bedingungen.
Das Wort »Engel« kommt vom griechischen »angelos« und bedeutet »Bote/Gesandter« Gottes.
Der erste Sohn, den eine Frau zur Welt brachte, und ebenso jedes erste männliche Tier, das von einem Muttertier geboren wurde, waren im alten Israel von besonderer Bedeutung: Sie gehörten Gott, dem Schöpfer und Eigentümer allen Lebens.
Im Blut ist nach biblischer Auffassung das Leben enthalten. Alles Blut gehört in besonderer Weise Gott, weil er allein Leben schaffen kann.
Die Stadt Jerusalem war religiöses und kulturelles Zentrum des Landes.Luftaufnahme von Jerusalem.Die Jerusalemer Altstadt mit dem Tempelberg von der Dominus-Flevit-Kirche aus gesehen.Eingang zur Grabeskirche in Jerusalem.Panoramabild: Blick vom Ölberg auf die Stadt Jerusalem. Geburt, Kindheit und Taufe von JesusDas Wirken von Jesus in Galiläa und sein Weg nach JerusalemDas Auftreten von Jesus nach dem JohannesevangeliumDie erste christliche MissionDie Reisen des Paulus – 1. ReiseDie Reisen des Paulus – 2. ReiseDie Reisen des Paulus – 3. ReiseDie Reisen des Paulus – Reise nach RomPlan der Stadt Jerusalem zur Zeit von Jesus.
Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch, Geschenke) für Gott als Zeichen des Danks oder der Bitte. Das Opfer schafft Gemeinschaft mit Gott. In der Regel wird das Opfer auf einem Altar verbrannt.Schlachtung eines Opfertieres
Zu jedem Haushalt gehörten neben Tellern und Krügen auch Becher, die meist aus Ton gearbeitet waren.Trinkschalen aus alttestamentlicher ZeitTrinkkelche aus alttestamentlicher ZeitSilberne Trinkgefäße aus ÄgyptenBecher aus neutestamentlicher Zeit.
Wein gehörte im Land der Bibel zu den alltäglichen Nahrungsmitteln. Zugleich symbolisiert er Lebensfreude und Wohlstand.Weinrebe mit Trauben.
Brot war nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern auch ein Grundbestandteil jeder Mahlzeit im Land der BibelVerschiedene Brotsorten aus biblischen Zeiten.
Erinnert an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Damals blieb keine Zeit, Sauerteigbrot zu backen, deshalb wird in dieser Festwoche nur ungesäuertes Brot gegessen.
Christliche Mahlfeier zur Erinnerung an das Abschiedsmahl, das Jesus mit seinen Jüngern am Abend vor seinem Tod am Kreuz feierte.
Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua.
Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernen wollten.
Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen.