Stichwort: Jesus

Griechische Namensform des hebräischen Namens Jeschua.

Jesus lebte in der Zeit von etwa 4.v. Chr.–33 n. Chr. im Land der Bibel. Sein Name bedeutet Der Herr rettet.

(1) Jesus von Nazaret: Um das Jahr 4.v. Chr. in Betlehem geboren, wuchs Jesus in Nazaret auf. Er hatte jüdische Eltern, den Handwerker Josef und seine Frau Maria. Jesus war wahrscheinlich zuerst Schüler von Johannes dem Täufer, der in der Wüste am Nordufer des Toten Meeres predigte.

Im Alter von etwa 30 Jahren lässt Jesus sich von Johannes im Jordan taufen. Die Evangelien berichten, dass bei seiner Taufe der Geist Gottes auf Jesus herabkommt und ihn für seine Aufgaben bereitmacht (Lukas 3,21-22). Danach zieht Jesus sich für kurze Zeit in die Wüste zurück – den Ort der inneren Vorbereitung und der Gottesnähe.

Anschließend beginnt die ca. zweijährige öffentliche Wirksamkeit. Er fängt an, Schüler um sich zu sammeln, zu lehren und Kranke zu heilen. Die Menschen erkennen in seinen Worten und Taten eine Vollmacht, die Gott selbst ihm verliehen hat (Markus 1,21-28); sie merken, dass Gott in Jesus, in seinem gesamten Verhalten, Wirken und Reden gegenwärtig ist. Er verkündet und lebt Gottes Gegenwart so, dass die Menschen, die ihm begegnen, spüren: Gott ist ihnen ganz nah.

Ein Zentrum seines Wirkens war das Haus des Petrus und seiner Familie in Kafarnaum. Markus erzählt ferner, dass seine eigene Familie der Verkündigungstätigkeit kritisch gegenüberstand (Markus 3,21; Markus 6,4). Aufgrund der (nicht haltbaren) Anklage, politischer Anführer einer aufrührerischen Gruppe zu sein, wurde Jesus von den Römern am Kreuz hingerichtet.

(2) Jesus, der Christus: Die Antwort des Neuen Testaments auf die Frage, wer Jesus war, kommt von der Ostererfahrung her und lässt sich in dem Satz zusammenfassen: Er war der Christus, der von Gott gesandte Retter für die Menschen. Ein Bekenntnis aus den Anfängen des christlichen Glaubens kleidet dies in die Worte: Christus ist für unsere Sünden gestorben, wie es in den Heiligen Schriften vorausgesagt war, und wurde begraben. Er ist am dritten Tag vom Tod auferweckt worden, wie es in den Heiligen Schriften vorausgesagt war, und hat sich Petrus gezeigt, danach dem ganzen Kreis der Zwölf. (1. Korinther 15,3-5)

(3) Seine Botschaft vom Reich Gottes: »Die von Gott bestimmte Zeit ist da. Gottes Reich wird sichtbar in der Welt. Ändert euer Leben und glaubt dieser Guten Nachricht.« Dies ist kurz zusammengefasst die Botschaft, mit der sich Jesus an die Menschen seiner Zeit gewandt hat (Markus 1,15). Die Taten von Jesus, seine Wunder, sind Zeichen dafür, dass Gott jetzt damit beginnt, sein Reich aufzurichten: Blinde sehen, Gelähmte gehen und Aussätzige werden gesund (vgl. Matthäus 11,2-6). Doch nicht allein körperlich soll die Welt heil werden. Ein Zeichen und Wunder ganz besonderer Art ist es, dass Jesus sich derer annimmt, die am Rand der Gesellschaft stehen, und zwar nicht nur der Armen, die schon im Alten Testament der Fürsorge ihres Volkes empfohlen werden, sondern auch derer, die Schuld auf sich geladen haben. Ihnen gilt seine besondere Aufmerksamkeit und Liebe. Die Reichen, Satten und Selbstzufriedenen dagegen sieht er in höchster Gefahr. Wenn Gottes Herrschaft (das Reich Gottes) kommt, wird das Urteil über sie gesprochen (vgl. Lukas 6,20-26).

Diese Botschaft vom anbrechenden Reich Gottes in der Welt steht in einer Spannung des Schon und Noch-nicht. Im Handeln und Reden von Jesus ist die Anwesenheit Gottes schon sichtbar, vor allem für die, die seine Worte ernst nehmen und ihm glauben. Die endgültige Vollendung aber ist noch nicht da: Das Reich Gottes ist gegenwärtig und zukünftig zugleich.

Kleine Ortschaft süd-westlich von Jerusalem. Blick auf das heutige Betlehem. Eingang zur Geburtskirche Vierzehnzackiger Stern in der Geburtsgrotte. Hirt mit Schafen auf dem Hirtenfeld bei Betlehem. Geburt, Kindheit und Taufe von Jesus
Der Ort, in dem Jesus vermutlich aufgewachsen ist. Zu seiner Zeit war Nazaret ein kleines und unbedeutendes Dorf. Panoramabild: Blick auf die heutige Stadt Nazaret. Blick auf die heutige Stadt Nazaret. Geburt, Kindheit und Taufe von Jesus Das Wirken von Jesus in Galiläa und sein Weg nach Jerusalem Das Auftreten von Jesus nach dem Johannesevangelium Die erste christliche Mission
Mitglieder der Glaubensgemeinschaft, in der sich das biblische Volk Israel fortsetzt.
Er bereitete durch sein Wirken die Menschen auf das Kommen von Jesus vor.
Der Jordan ist der wichtigste Fluss im Land der Bibel. Blick auf den Jordan im Quellgebiet. Geburt, Kindheit und Taufe von Jesus Das Wirken von Jesus in Galiläa und sein Weg nach Jerusalem Das Auftreten von Jesus nach dem Johannesevangelium
Taufen bedeutet vom Wortsinn her »in Wasser eintauchen«. Die Handlung steht zeichenhaft für das Abwaschen von Schuld.
Durch ihn wirkt Gott in dieser Welt.
Im Land der Bibel gibt es mehrere Wüsten- oder Steppengebiete, z.B. die Wüste Juda, die sich östlich und südöstlich von Jerusalem erstreckt. Wüste bei Jericho. Panoramabild: Wüste Juda. Geburt, Kindheit und Taufe von Jesus Das Wirken von Jesus in Galiläa und sein Weg nach Jerusalem Das Auftreten von Jesus nach dem Johannesevangelium
»Petrus« ist die griechische Übersetzung des aramäischen Namens »Kephas«. Beides bedeutet »Fels«. Es ist der Beiname des Apostels Simon.
Stadt am Nordufer des Sees Gennesaret und Ort, an dem Jesus vermutlich wohnte. Blick auf die Ruine der Synagoge von Kafarnaum. Das Wirken von Jesus in Galiläa und sein Weg nach Jerusalem Das Auftreten von Jesus nach dem Johannesevangelium
Zur Zeit von Jesus stand der gesamte Mittelmeerraum und somit auch das Land der Bibel unter römischer Vorherrschaft. Das Kolosseum in Rom. Römischer Soldat in Rüstung. Die Reisen des Paulus – Reise nach Rom
Grausame Hinrichtungsart, die von den Römern an Sklaven, Räubern und Aufrührern vollstreckt wurde. Felsspalte im Innern der Grabeskirche. Kreuz im Inneren der Grabeskirche.
Bezeichnet ursprünglich den durch Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels, dann den von Gott versprochenen Retter für die Menschen.
Schuld ist die durch fehlerhaftes Verhalten bewirkte Trennung von Gott, die das Gewissen belastet.
Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die in unserem Alten Testament zusammengefasst sind. Lesen der Heiligen Schrift mit »Deuter«
Gemeint sind die zwölf Jünger, die während der Zeit seines Wirkens immer bei Jesus waren.
Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«.
Griechisch »euangelion«; häufig mit »Evangelium« wiedergegeben. Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff: »Gute Botschaft«, »Gute Nachricht«.
Wunder sind Ereignisse, in denen Menschen unmittelbar Gott am Werk sehen.
Bezeichnet verschiedene Arten von Hautkrankheiten.