Stichwort: Goldenes Kalb

Figur eines jungen Stiers als Inbegriff von Fruchtbarkeit, Kraft und Wildheit. Kein Götterbild, sondern Träger des unsichtbar auf ihm thronenden Gottes.

Der Stier galt zur Zeit des Alten Testaments als Inbegriff von Fruchtbarkeit, Kraft und Wildheit. Deshalb war er das bevorzugte Symboltier von Göttern gerade auch in der Umwelt Israels und Judas wie z. B. der Götter El und Baal in Ugarit.

Aber auch für den HERRN, den Gott Israels und Judas, konnte in der Zeit vor der Babylonischen Gefangenschaft der Stier als Symboltier verwendet werden. So wird im Alten Testament mehrfach von Stierbildern berichtet, die vor allem im Nordreich Israel in den Tempeln von Dan und Bet-El aufgestellt wurden. Diese Stierbilder waren keine Götterbilder. Sie wurden nicht angebetet, sondern galten als Träger des unsichtbar auf ihnen thronenden Gottes (vgl. 1. Könige 12,28-30; Hosea 8,5-6).

Trotzdem lag die Verwechslung zwischen Bild und Gott nahe. Diese Erfahrung spiegelt sich in der Geschichte vom Goldenen Kalb (2. Mose/Exodus 32,4) und mündet im Verbot, ein Götterbild anzufertigen, dass den HERRN darstellt (2. Mose/Exodus 34,17). Durch Bezeichnung des Stierbildes aus 2. Mose/Exodus 32 als »Kalb« soll dieses wohl spöttisch ins Lächerliche gezogen werden.