Stichwort: Beschneidung

Das Abtrennen der Vorhaut am männlichen Glied ist für Israel Zeichen des Bundes zwischen Gott und seinem Volk.

Beschneidung meint in der Bibel das Entfernen der männlichen Vorhaut. In alttestamentlicher Zeit war die Bescheidung von jungen Männern eine weit verbreitete Sitte. Nicht nur die Israeliten kannten die Beschneidung, sondern z.B. auch die Ägypter, Edomiter, Ammoniter und Moabiter. Die Philister dagegen galten als das Volk der Unbeschnittenen – und dieser Begriff diente geradezu als Schimpfwort (z.B. Richter 14,3; 1. Samuel 17,26).

Im Volk Israel war es üblich, einen Jungen am 8. Tag nach seiner Geburt zu beschneiden (1. Mose/Genesis 17,12). Mädchen wurden nicht beschnitten.

Ursprünglich war die Bescheidung wohl ein Brauch, mit dem man Unheil abwehren wollte. In Israel bekam sie aber einen neuen Sinn: Sie wurde zum Zeichen für den mit Abraham geschlossenen Bund zwischen Gott und seinem Volk (1. Mose/Genesis 17,9-14). Nur wer das Zeichen der Beschneidung an seinem Körper trug, gehörte zu diesem Gottesvolk. Nur wer beschnitten war, durfte auch am Passafest teilnehmen (2. Mose/Exodus 12,48).

In der babylonischen Gefangenschaft gewann die Beschneidung noch größere Bedeutung. Für die noch übrigen Israeliten war es jetzt besonders wichtig, sich auch fern der Heimat und ohne den Tempel weiterhin als das Volk Gottes verstehen zu können. Durch die Beschneidung unterschieden sie sich von den Babyloniern und versicherten sich ihrer eigenen Identität. Später, unter der Vorherrschaft der Griechen, wurde die Bescheidung sogar zum wesentlichen Kennzeichen des Judentums.

Dass Gott mehr erwartet als nur die äußere Beschneidung, lehrt der Aufruf zu einer »Beschneidung des Herzens« (Jeremia 4,4).

In den frühen christlichen Gemeinden kam die Frage auf, ob Nichtjuden, die Christen werden wollten, beschnitten und damit zuerst in das Judentum aufgenommen werden müssten (Apostelgeschichte 15,1-33). Paulus stellte klar, dass allein der Glaube an Jesus Christus und die Gnade Gottes einen Menschen retten können, nicht aber die Einhaltung der Gesetzesvorschriften mitsamt der Beschneidung (Galater 5,1-12). Nichtjuden mussten sich also nicht beschneiden lassen, um Christen werden zu können. Zeichen für die Zugehörigkeit zum Volk Gottes ist für die Christen nun nicht mehr die Beschneidung, sondern die Taufe (Kolosser 2,11-12).

Jüdisches Frühjahrsfest, das an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten erinnert.
Meint die Zeit zwischen 587 und 538 v. Chr., in der ein Teil des Volkes Israel in Babylonien im Exil leben musste.