Stichwort: Becher

Der Becher bezeichnet ein henkelloses Trinkgefäß für Wasser und Wein. Er bestand je nach Vermögen des Besitzers aus gebranntem Ton (2. Samuel 12,3) oder aus Edelmetall wie der silberne Becher des Josef (1. Mose/Genesis 44,2). Der Becher ist seiner Form nach mehr eine Trinkschale als ein Kelch.

Im Alten Testament findet der Becher besonders in der Bildsprache der Propheten und Psalmen Verwendung. Einige Belege für den Becher als Heilsmotiv (der Becher als Symbol der Lebensfülle) finden sich in den Psalmen. So steht z.B. im Hintergrund des Bechermotivs in Psalm 23,5 (wörtlich: »mein Becher ist Überfluss«) die Vorstellung eines Gastmahls. Der übervolle Becher ist Teil einer Mahlzeit im Heiligtum und symbolisiert die überfließende Segens- und Lebensfülle in der Nähe Gottes.

Es gibt jedoch auch zahlreiche Belege für den Becher als Unheils-Motiv. Der Becher des Zorns bzw. des Zornweines (Jesaja 51,17.22) und der Becher voll Grauen und Entsetzen (Ezechiel 23,33) sind Bilder für Untergang und Vernichtung. Im Alten Orient gehörte der Becher zu den Bildern, die mit dem Sonnengott verbunden sind, der seinen Zorn wie einen mit Wein gefüllten Becher über die Frevler ausgießt. In ähnlicher Weise erscheint er dann auch in den biblischen Bildern von Gericht und Gerechtigkeit und symbolisiert den Zorn Gottes (vgl. Psalm 75,9).

Im Neuen Testament nimmt Jesus bei der letzten Mahlfeier mit seinem Jüngern einen mit Wein gefüllten Becher und reicht an seine Jünger weiter. Dieser Becher steht für seine Hingabe am Kreuz und ist Zeichen für den neuen Bund. So ist er zum Bestandteil der christlichen Abendmahlsliturgie geworden.

Weinrebe mit Trauben.
Die Josefsgeschichte – Israel in ÄgyptenVerteilung des Landes an die einzelnen Stämme Israels
Felsspalte im Innern der Grabeskirche.Kreuz im Inneren der Grabeskirche.
Landschaft mit dem Dankopfer Noahs