Stichwort: Baal

Ein kanaanäischer Wetter- und Fruchtbarkeitsgott. In der Bibel steht der Name »Baal« oft auch für »Götze«.

Das Wort »Baal« bedeutet ursprünglich »Herr« oder »Besitzer«. Im Laufe der Zeit wurde daraus zunächst ein Titel, der für jeden Gott verwendet werden konnte, und schließlich der Namen des kanaanäischen Wettergottes.

Baal war für die Kanaaniter der Herr über Blitz und Donner, Wolken, Regen und Wind. Er war ein kämpferischer Gott. Oft wurde er als Krieger dargestellt, in der einen Hand eine Keule, in der andern ein Bündel Blitze.

Außerdem wurde Baal als Stier dargestellt, dem Sinnbild für Fruchtbarkeit. Denn weil Baal den lebenswichtigen Regen brachte, galt er auch als Fruchtbarkeitsgott. Das Absterben der Pflanzen während der Trockenzeit im Sommer erklärte man sich mit dem Abstieg von Baal in die Totenwelt, das Wiederaufleben der Natur am Beginn der Regenzeit mit der Rückkehr des Gottes.

Die Kanaaniter lebten bereits vor den Israeliten im Land der Bibel und bildeten auch später noch einen guten Teil der Einwohner. An vielen Orten im Land gab es Heiligtümer, an denen sie Baal verehrten. So kamen die Israeliten mit Baal in Kontakt und immer wieder schlossen auch sie sich der Baalsverehrung an. König Ahab von Israel förderte sie sogar noch. Er hatte eine Prinzessin aus Tyrus geheiratet, einem Nachbarland nördlich von Israel, das ebenfalls zum kanaanitischen Kulturkreis zählt. Auch dort war Baal der Hauptgott und die Prinzessin Isebel betete ihn als ihren persönlichen Gott an. Ahab baute für Baal einen Tempel in Samaria, errichtete einen Altar für ihn, brachte ihm Opfer und warf sich vor ihm nieder (1. Könige 16,31-32).

Andere Könige und Propheten kämpften gegen die Verehrung von Baal. Der Prophet Elija inszenierte eine Art Götterwettkampf auf dem Berg Karmel: Wer konnte Feuer für ein vorbereitetes Opfer schicken, Baal oder der Gott Israels? Es zeigte sich die Ohnmacht von Baal und seinen Propheten und die Macht des lebendigen Gottes (1. Könige 18,16-40). König Jehu von Israel ließ die Baals-Propheten und -Priester im Land töten und riss den Baals-Tempel in Jerusalem nieder (2. Könige 10,18-27). Doch trotz allem ließ die Baals-Verehrung sich offenbar nicht ausrotten (vgl. z.B. 2. Könige 21,3). Auch die Propheten Hosea und Jeremia kämpften noch dagegen an (Hosea 2,10 Hosea 2,15 Hosea 2,19; Hosea 11,2; Hosea 13,1; Jeremia 7,9 Jeremia 23,13). Selbst im Tempel von Jerusalem befanden sich Geräte, die der Verehrung von Baal dienten. König Joschija von Juda ließ sie im Jahr 622 v. Chr. schließlich entfernen (2. Könige 23,4).

Die Verehrung von Baal war völlig unvereinbar mit Israels Glauben an Gott als alleinigen Schöpfer und Herrn der Welt. Die Fruchtbarkeit von Land, Mensch und Vieh war für Israel ein Geschenk Gottes – und nicht selbst göttlich. Im Sprachgebrauch Israels bekam der Göttername »Baal« daher immer mehr den Sinn von Götze.

Wenn in der Mehrzahl von den »Baal-Göttern« die Rede ist, so ist an die zahlreichen Baalsheiligtümer im Land gedacht.

Bewohner vom Land der Bibel, bevor es vom Volk Israel in Besitz genommen wurde.