Stichwort: Angesicht schauen/suchen

Bei der Redewendung »das Angesicht Gottes schauen« und »das Angesicht Gottes suchen« geht es darum, die Gegenwart Gottes als seine liebevolle Zuwendung zu erfahren.

Gottes Angesicht zu schauen steht in den Psalmen für eine Gotteserfahrung: Der Fromme darf hoffen, beim Besuch im Tempel Gottes Gegenwart zu erleben (Psalm 11,7). Dem »normalen« Blick des Menschen bleibt das Angesicht Gottes verborgen, aber dem schauenden Gesicht des Frommen wendet es sich zu. Als Mose jedoch die unverhüllte Herrlichkeit Gottes sehen will, verweigert Gott ihm dies mit der Begründung, dass kein Mensch am Leben bleibt, der Gottes Angesicht sieht. Mose muss sich in einem Felsspalt verbergen und darf Gott nur hinterher schauen, nachdem er an ihm vorüber gegangen ist (2. Mose/Exodus 33,18-23).

Entsprechend geht es beim »Suchen« von Gottes Angesicht um die Sehnsucht nach der Erfahrung seiner liebevollen Zuwendung. So »sucht« der Beter im Psalm 27,8 Gottes Angesicht mit großer Dringlichkeit. Und König David »sucht« das Angesicht Gottes, als er sich nach langer Hungersnot an Gott wendet, um den Grund dafür zu erfragen.

Lieder oder Gebete von Menschen, die sich mit ihrer Klage und ihrem Lob an Gott wenden.
Menschen, die ihr ganzes Leben auf Gott ausrichten und sich für die Befolgung seiner Gebote einsetzen.
Herausragender Führer des Volkes Israel im Alten Testament.
Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Die Bibel stellt sich Gottes Herrlichkeit auch als strahlenden Lichtglanz vor.
Das Angesicht bezeichnet in der Bibel das Gesicht oder den Blick des Menschen und im übertragenen Sinn auch Gottes Blick, und zugleich die Vorderseite oder Oberfläche von Dingen.
David war der bedeutendste König in der Geschichte Israels (um 1000 v. Chr.).