Logo
  • DAS BUCH JESUS SIRACH (Sir 41,16)

Vom Tod

411 O Tod, wie bitter bist du, wenn an dich ein Mensch denkt, der gute Tage und genug hat und ohne Sorgen lebt

2 und dem es wohlgeht in allen Dingen und der noch gut essen kann!

3 O Tod, wie wohl tust du dem Armen,

4 der schwach und alt ist, der in allen Sorgen steckt und nichts Besseres zu hoffen noch zu erwarten hat!

5 Fürchte den Tod nicht! Denke an die, die vor dir gewesen sind und nach dir kommen werden. So ist es vom Herrn verordnet über alle Menschen.

6 Und was wehrst du dich gegen den Willen des Höchsten? Ob du zehn oder hundert oder tausend Jahre lebst,

7 im Tod fragt man nicht, wie lange einer gelebt hat.

Das Schicksal der Gottlosen

8 Die Kinder der Gottlosen und die sich zu den Gottlosen gesellen, die werden verworfen.

9 Das Erbteil der Kinder von Gottlosen geht verloren; und ihre Nachkommen werden immer verachtet sein.

10 Die Kinder werden den gottlosen Vater anklagen; denn um seinetwillen sind sie verachtet.

11 Weh euch, ihr Gottlosen, die ihr des Höchsten Gesetz verlasst!

12 Werdet ihr geboren, so werdet ihr zum Fluch geboren; und sterbt ihr, so fallt ihr dem Fluch zum Opfer.

13 Wie alles, was aus der Erde kommt, wieder zu Erde wird, so kommen die Gottlosen aus dem Fluch zur Verdammnis.

Der gute Name

14 Die Menschen trauern zwar um ihren Leib, aber bei den Gottlosen wird auch der Name vertilgt, denn er taugt nichts.

15 Sieh zu, dass du einen guten Namen behältst; der bleibt dir gewisser als tausend große Schätze Gold.

16 Ein Leben, es sei so gut, wie es wolle, währt nur eine kurze Zeit; aber ein guter Name bleibt ewig.

Rechte und falsche Scham

17 Meine Kinder, bewahrt willig, was man euch gelehrt hat. Eine Weisheit, die man verbirgt, und ein Schatz, der vergraben ist – was hat man von beiden? Besser ist ein Mensch, der seine Torheit verbirgt, als einer, der seine Weisheit verbirgt.

18 So schämt euch nun der Dinge, die ich jetzt aufzähle.

19 Man schämt sich oft, wo man sich nicht zu schämen brauchte, und billigt oft, was man nicht billigen sollte.

20 Schämt euch vor Vater und Mutter der Unzucht; vor dem Fürsten und Herrn der Lüge;

21 vor dem Richter und Rat des Unrechts; vor Gemeinde und Volk, das Gesetz zu übertreten;

22 vor dem Nächsten und Freund, treulos zu sein; vor den Nachbarn, zu stehlen.

23 Schäme dich, Eid und Vertrag zu ändern und dich beim Essen mit deinem Arm aufzustützen.

24 Schäme dich, dass du schlecht bestehst, wenn du abrechnen sollst, und nicht dankst, wenn man dich grüßt.

25 Schäme dich, nach den Huren zu sehen und dein Angesicht von deinen Blutsfreunden abzuwenden.

26 Schäme dich, Erbteil und Morgengabe an dich zu bringen und nach einer verheirateten Frau zu blicken.

27 Schäme dich, die Magd eines andern zu begehren und an ihr Bett zu treten.

28 Schäme dich, deinen Freund zu schmähen, und wenn du ihm etwas gegeben hast, so wirf es ihm nicht vor.

29 Schäme dich, alles weiterzusagen, was du gehört hast, und auszuplaudern, was dir anvertraut wurde. So schämst du dich mit Recht und wirst allen Leuten lieb und wert sein.