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  • DAS BUCH JESUS SIRACH (Sir 34,26)

Nichtigkeit der Träume

341 Unweise Leute betrügen sich selbst mit törichten Hoffnungen, und Narren verlassen sich auf Träume.

2 Wer auf Träume hält, der greift nach dem Schatten und will den Wind haschen.

3 Träume sind nichts anderes als Bilder ohne Wirklichkeit.

4 Was unrein ist, wie kann das rein sein? Und was falsch ist, wie kann das wahr sein?

5 Eigne Weissagung und Zeichendeutung und Träume sind nichts, und man sieht dabei Wahnbilder wie eine Gebärende;

6 und wenn es nicht kommt durch Eingebung des Höchsten, so halt nichts davon.

7 Denn Träume betrügen viele Leute, und es schlägt denen fehl, die darauf bauen.

8 Aber das Gesetz trügt nicht und erfüllt sich, und was die Weisheit spricht mit wahrhaftigem Mund, das geschieht auch.

Erfahrung des Weisen und Vertrauen des Frommen

9 Ein Mann, der viel herumgekommen ist, versteht viel, und einer mit viel Erfahrung kann Weisheit lehren.

10 Wer nicht erfahren ist, der versteht wenig;

11 wer aber weit herumgekommen ist, der ist voll Klugheit.

12 Weil ich weit herumgekommen bin, konnte ich viel lernen, und ich weiß mehr, als ich sage.

13 Oft bin ich in Todesgefahr gekommen, doch durch mein Wissen daraus errettet worden.

14 Der Geist der Gottesfürchtigen wird am Leben bleiben;

15 denn ihre Hoffnung richtet sich auf den, der ihnen helfen kann.

16 Wer den Herrn fürchtet, der braucht vor nichts zu erschrecken noch zu verzagen; denn er ist seine Zuversicht.

17 Wohl dem, der den Herrn fürchtet!

18 Worauf verlässt er sich? Wer ist sein Halt?

19 Die Augen des Herrn sehen auf die, die ihn lieb haben. Er ist ein gewaltiger Schild, eine starke Stütze, ein Schutz gegen die Hitze, ein schützendes Dach am heißen Mittag, er bewahrt vor dem Straucheln, er hilft vor dem Fall;

20 er erfreut das Herz und macht das Angesicht fröhlich und gibt Gesundheit, Leben und Segen.

Von unrechten und rechten Opfern

21 Wer von unrechtem Gut opfert, dessen Opfer ist eine Lästerung;

22 und solche Gaben der Gottlosen sind nicht wohlgefällig.

23 Die Gaben der Gottlosen gefallen dem Höchsten gar nicht, auch vergibt er Sünden nicht, selbst wenn man viel opfert.

24 Wer vom Besitz der Armen opfert, der ist wie einer, der den Sohn vor den Augen des Vaters schlachtet.

25 Der Arme hat nichts zum Leben als ein wenig Brot; wer ihn auch noch darum bringt, der ist ein Mörder.

26 Wer seinem Nächsten die Nahrung nimmt, der tötet ihn.

27 Wer dem Arbeiter seinen Lohn nicht gibt, der ist ein Bluthund.

28 Wenn einer baut und der andre einreißt: was haben sie davon anderes als Mühe?

29 Wenn einer betet und der andre flucht: wessen Stimme soll der Herr erhören?

30 Wer sich wäscht, wenn er einen Toten angerührt hat, und rührt ihn wieder an: was hilft ihm sein Waschen?

31 So ist der Mensch, der für seine Sünden fastet und sündigt immer wieder: wer soll sein Gebet erhören, und was hilft ihm sein Fasten?