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  • DAS BUCH JESUS SIRACH (Sir 31,3)

Gefahren des Reichtums

311 Wachen um des Reichtums willen verzehrt den Leib, und sich darum sorgen lässt nicht schlafen.

2 Wenn einer wach liegt und sich sorgt, so kann er nicht einschlafen, und schwere Krankheit verscheucht den Schlaf.

3 Der Reiche arbeitet und kommt dabei zu Geld, und wenn er ausruht, kann er's auch genießen.

4 Der Arme arbeitet und lebt doch kärglich, und wenn er ausruht, wird er zum Bettler.

5 Wer Geld lieb hat, der bleibt nicht ohne Sünde; und wer Gewinn sucht, der wird damit zugrunde gehen.

6 Viele kommen zu Fall um Geldes willen, und ihr Verderben steht ihnen vor Augen;

7 die danach trachten, stürzen darüber, und die Unverständigen verfangen sich darin.

8 Wohl dem Reichen, der untadelig geblieben ist und nicht das Geld sucht!

9 Wo ist der? So wollen wir ihn loben; denn er tut große Dinge unter seinem Volk.

10 Wer bewährt sich darin bis ans Ende? Der soll gelobt werden. Wer konnte das Gesetz übertreten und tat's doch nicht, konnte Böses tun und tat's auch nicht?

11 Seine Güter werden bleiben, und die Gemeinde wird seine Almosen preisen.

Warnung vor Unmäßigkeit im Essen und Trinken

12 Wenn du am Tisch eines reichen Mannes sitzt, so sperr deinen Mund nicht auf

13 und denke nicht: Hier gibt's viel zu fressen!,

14 sondern bedenke, dass ein neidisches Auge schlimm ist;

15 denn was ist neidischer als das Auge? Darum weint es schon beim geringsten Anlass.

16 Greif nicht nach dem, wohin der andre sieht,

17 damit du nicht mit ihm in der Schüssel zusammenstößt.

18 Überlege dir, was dein Nächster gern oder ungern hat, und bedenke alles, was du tust.

19 Iss, was dir vorgesetzt wird, wie ein Mensch, und greif nicht gierig zu, damit man dich nicht missachtet.

20 Um des Anstandes willen höre du zuerst auf, und sei kein unersättlicher Vielfraß, damit du keinen Anstoß erregst.

21 Wenn du mit vielen zu Tisch sitzt, so greif nicht zuerst zu.

22 Ein wohlerzogener Mensch ist mit wenig zufrieden; darum braucht er in seinem Bett nicht so zu stöhnen.

23 Und wenn der Magen mäßig gehalten wird, so schläft man gut und kann früh am Morgen aufstehen und fühlt sich wohl.

24 Aber ein unersättlicher Vielfraß schläft unruhig und hat Leibschmerzen und Bauchweh.

25 Wenn du genötigt worden bist, viel zu essen, so steh auf, erbrich dich und geh weg, dann wirst du Ruhe haben.

26 Mein Kind, gehorche mir und verachte mich nicht, so wirst du zuletzt meine Worte wahr finden.

27 Bei allem, was du tust, sei eifrig, so wirst du auch nicht krank werden.

28 Einen gastfreien Mann loben die Leute und sagen, er sei ein trefflicher Mann; und das stimmt;

29 aber von einem Geizhals redet die ganze Stadt schlecht, und man spricht mit Recht so von ihm.

30 Sei kein Held beim Weinsaufen; denn der Wein bringt viele Leute um.

31 Das Feuer prüft den Stahl, wenn er in Wasser getaucht ist; so prüft der Wein die Mutwilligen, wenn sie in Streit geraten.

32 Der Wein erquickt die Menschen, wenn man ihn mäßig trinkt.

33 Und was ist das Leben ohne Wein?

34 Denn er ist geschaffen, dass er die Menschen fröhlich machen soll.

35 Der Wein, zu rechter Zeit und in rechtem Maß getrunken, erfreut Herz und Seele.

36 Aber wenn man zu viel davon trinkt, bringt er Herzeleid, weil man sich gegenseitig reizt und miteinander streitet.

37 Die Trunkenheit macht einen Narren noch toller,

38 bis er strauchelt und kraftlos hinfällt und sich verletzt.

39 Schilt deinen Nächsten nicht beim Wein und verachte ihn nicht, wenn er lustig wird.

40 Gib ihm keine bösen Worte und dränge ihn nicht, wenn er dir etwas zurückzuzahlen hat.