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  • DAS BUCH JESUS SIRACH (Sir 30,21)

Empfehlung strenger Erziehung

301 Wer seinen Sohn lieb hat, der hält für ihn die Rute bereit, damit er später Freude an ihm erlebt.

2 Wer seinen Sohn in Zucht hält, der wird sich an ihm freuen und braucht sich bei den Bekannten seinetwegen nicht zu schämen.

3 Wer seinen Sohn gut erzieht, der macht seinen Feind neidisch, aber vor seinen Freunden kann er über ihn frohlocken;

4 denn wenn sein Vater stirbt, so ist's, als wäre er nicht gestorben; denn er hat sein Ebenbild hinterlassen.

5 Als er noch lebte, sah er ihn mit Freuden an; als er starb, brauchte er sich nicht zu sorgen;

6 denn er hat einen Sohn hinterlassen, der an seinen Feinden Rache übt, aber den Freunden wieder Gutes tut.

7 Wer aber zu weich ist gegen seinen Sohn, der verbindet ihm die Wunden und erschrickt, wenn dieser weint.

8 Ein ungebändigtes Pferd wird störrisch, und ein zügelloser Sohn wird ungebärdig.

9 Verhätschelst du dein Kind, so musst du dich vor ihm fürchten; spielst du mit ihm, so wird es dich betrüben.

10 Spotte nicht gemeinsam mit ihm, damit du nicht mit ihm trauern und zuletzt die Zähne zusammenbeißen musst.

11 Lass ihm seinen Willen nicht in der Jugend und entschuldige seine Verfehlungen nicht.

12 Beuge ihm den Nacken, solange es noch jung ist; bläue ihm den Rücken, solange es noch klein ist, damit es nicht halsstarrig und dir ungehorsam wird und dir Herzeleid bereitet.

13 Erzieh deinen Sohn und lass ihn nicht müßig gehen, damit du nicht über seiner Torheit zuschanden wirst.

Wert der Gesundheit

14 Es ist besser, arm zu sein und dabei frisch und gesund als reich und nicht gesund.

15 Gesund und frisch sein ist besser als alles Gold, und ein gesunder Körper ist besser als großes Gut.

16 Kein Reichtum ist zu vergleichen mit einem gesunden Körper, und kein Gut gleicht der Freude des Herzens.

17 Der Tod ist besser als ein bitteres Leben und ewige Ruhe besser als stete Krankheit.

18 Ein gutes Gericht vor einem Mund, der nicht essen kann, ist wie die Speise, die man einem Toten aufs Grab stellt.

19 Was nützt einem Götzen das Opfermahl, das er doch weder essen noch riechen kann?

20 So ist's mit dem, der vom Herrn heimgesucht wird.

21 Er sieht es zwar mit den Augen und seufzt, aber ist wie ein Verschnittener, der eine Jungfrau in den Armen hält und seufzt.

Lob eines fröhlichen Herzens

22 Gib dich nicht der Traurigkeit hin, und plage dich nicht selbst mit deinen eignen Gedanken.

23 Denn ein fröhliches Herz ist des Menschen Leben, und seine Freude verlängert sein Leben.

24 Ermuntere dich und tröste dein Herz, und vertreibe die Traurigkeit von dir.

25 Denn die Traurigkeit tötet viele Leute und dient doch zu nichts.

26 Eifer und Zorn verkürzen das Leben, und Sorge macht alt vor der Zeit.

27 Ein Herz, das heiter und beim Mahl fröhlich ist, sorgt für gutes Essen.