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  • DAS BUCH JESUS SIRACH (Sir 19,1)

191 Ein Arbeiter, der sich gern voll säuft, der wird nicht reich; und wer mit wenigem nicht haushält, der kommt bald zu Fall.

2 Wein und Weiber betören die Weisen;

3 und wer sich an Huren hängt, der wagt zu viel; den fressen Maden und Würmer, und wer so verwegen lebt, der wird hinweggerafft.

Vom bösen Gerede

4 Wer leichtgläubig ist, der ist leichtsinnig, und wer sündigt, der schadet sich selbst.

5 Wer sich über eine Bosheit freut, den wird man verachten, und wer etwas nachschwatzt, dem fehlt es an Verstand.

6 Hörst du etwas Böses, das schwatze nicht nach, denn solches Schweigen schadet dir nichts.

7 Du sollst es weder Freund noch Feind sagen;

8 und offenbare es nicht, wenn du es ohne böses Gewissen verschweigen kannst.

9 Denn man hört dir wohl zu, aber man hütet sich vor dir, und zu gelegener Zeit lässt man dich den Hass spüren.

10 Hast du etwas gehört, so lass es mit dir sterben; sei ohne Sorge, du wirst ja nicht davon platzen!

11 Aber aus einem Narren bricht es heraus wie ein Kind, das geboren werden will.

12 Wenn ein Wort im Narren steckt, dann ist's genau so, wie wenn ein Pfeil in der Hüfte steckt.

13 Stell deinen Nächsten zur Rede: Vielleicht hat er's nicht getan; oder wenn er's getan hat, damit er's nicht wieder tut.

14 Stell deinen Nächsten zur Rede: Vielleicht hat er's nicht gesagt; wenn er's aber gesagt hat, damit er's nicht wieder sagt.

15 Stell deinen Freund zur Rede, denn man verleumdet die Leute gern; darum glaube nicht alles, was du hörst.

16 Oft entfährt einem ein Wort, das doch nicht böse gemeint war; denn wem ist noch nie ein böses Wort entfahren?

17 Stell deinen Nächsten zur Rede, bevor du ihm drohst, und bedenke, was Gottes Gesetz fordert.

Gottesfürchtige Weisheit und arglistige Schlauheit

18 Alle Weisheit besteht in der Furcht Gottes, und zu aller Weisheit gehört das Tun des Gesetzes.

19 Kenntnis des Bösen ist nicht Weisheit, und die Pläne der Gottlosen sind nicht Klugheit zu nennen.

20 Es gibt eine Schlauheit, die man verabscheuen muss, und ein Tor ist, dem es an Weisheit fehlt.

21 Besser ist geringe Klugheit mit Gottesfurcht als große Klugheit mit Übertretung des Gesetzes.

22 Es ist mancher scharfsinnig, aber ein Bösewicht, und kann eine Sache so drehen, dass er Recht behält.

23 Es kann einer sehr ernsthaft aussehen und sein Herz ist doch voll Arglist.

24 Er schlägt die Augen nieder und stellt sich taub; und wenn du nicht auf ihn Acht gibst, so wird er dich übervorteilen.

25 Und wenn er auch zu schwach ist, um dir zu schaden, so wird er's doch tun, wenn er seine Zeit gekommen sieht.

26 Man sieht's einem an, was für ein Mann er ist, und einen Vernünftigen erkennt man an seinem Auftreten.

27 Denn Kleidung, Lachen und Gang zeigen, was an ihm ist.