Logo
  • Das Buch Tobias (Tobit) (Tob 2,11-3,6)

Der Streit mit Hanna

11 Zu jener Zeit ernährte mich meine Frau Hanna durch Arbeiten, wie Frauen sie tun;

12 und sie schickte ihre Arbeiten ihren Herren, und die gaben ihr den Lohn.

Und am siebenten Tag des Monats Dystros schnitt sie das Webtuch ab und sandte es den Herren. Die gaben ihr den ganzen Lohn und dazu ein Ziegenböcklein für den Herd.

13 Als sie dann zu mir kam, fing das Böcklein zu blöken an. Und ich rief sie und sprach: Woher ist das Böcklein? Wenn das nur nicht gestohlen ist! Gib es dem Besitzer zurück! Denn es ist uns nicht erlaubt, von gestohlenem Gut zu essen!

14 Sie aber sprach zu mir: Ich bekam es als Geschenk zu meinem Lohn hinzu. – Ich aber glaubte ihr nicht und befahl, es den Besitzern zurückzugeben. Und ich wurde ihretwegen schamrot. Da antwortete sie und sprach zu mir: Wo sind jetzt deine Almosen, wo deine gerechten Werke? Man sieht doch, was du davon hast.

31 Da wurde ich sehr betrübt in meiner Seele. Ich seufzte und weinte und begann zu beten und zu klagen.

2 Herr, du bist gerecht, und all dein Tun ist recht und all deine Wege sind Barmherzigkeit und Wahrheit. Ja, du richtest die Welt!

3 Und nun, Herr, gedenke meiner; sieh doch und strafe mich nicht wegen meiner Sünden und meiner Versehen, noch um des Bösen willen, das meine Väter getan haben vor dir.

4 Auch ich habe deine Gebote nicht gehalten. So hast du uns der Plünderung preisgegeben, der Gefangenschaft und dem Tod und hast uns zu Spott, Schmach und Hohn all der Völker gemacht, unter die du uns zerstreut hast.

5 Ach, zahlreich sind deine Strafen, die du meiner Sünden wegen über mich bringst, weil wir deine Gebote nicht gehalten haben und nicht recht gewandelt sind vor dir.

6 Und nun, tue an mir nach deinem Wohlgefallen, und nimm meinen Geist von mir, dass ich erlöst werde vom Angesicht der Erde und wieder zu Erde werde. Weil ich falsche Schmähungen hören muss und große Betrübnis in mir ist, will ich lieber tot sein als leben! Herr, erlöse mich von dieser Not, erlöse mich zu deiner ewigen Stätte und wende dein Angesicht, Herr, nicht von mir. Lieber als große Not zu sehen, möchte ich sterben und keine Schmähungen mehr hören!