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  • Die Sprüche Salomos (Proverbia) (Spr 22,17-24,34)

Worte der Weisen

17 Neige dein Ohr und höre die Worte der Weisen und nimm zu Herzen meine Lehre.

18 Denn lieblich ist's, wenn du sie im Sinne behältst; lass sie miteinander auf deinen Lippen bleiben.

19 Damit deine Hoffnung sich gründe auf den Herrn, erinnere ich daran heute gerade dich.

20 Hab ich dir nicht dreißig Sprüche aufgeschrieben als Rat und Erkenntnis,

21 um dir kundzutun zuverlässige Worte der Wahrheit, damit du rechte Antwort bringen kannst denen, die dich senden?

22 Beraube den Armen nicht, weil er arm ist, und unterdrücke den Elenden nicht im Tor;

23 denn der Herr wird ihre Sache führen und wird denen, die sie berauben, das Leben rauben.

24 Geselle dich nicht zum Zornigen und halt dich nicht zu einem wütenden Mann;

25 du könntest auf seinen Weg geraten und dich selbst zu Fall bringen.

26 Sei nicht einer von denen, die mit Handschlag haften und für Schulden Bürge werden;

27 denn wenn du nicht bezahlen kannst, so wird man dir dein Bett unter dir wegnehmen.

28 Verrücke nicht die uralten Grenzen, die deine Väter gemacht haben.

29 Siehst du einen Mann, behände in seinem Geschäft, der wird Königen dienen; Unedlen wird er nicht dienen.

231 Wenn du zu Tische sitzt mit einem hohen Herrn, so achte nur auf das, was du vor dir hast,

2 und setze ein Messer an deine Kehle, wenn du gierig bist;

3 wünsche dir nichts von seinen feinen Speisen; denn es ist trügerisches Brot.

4 Bemühe dich nicht, reich zu werden; da spare deine Klugheit!

5 Du richtest deine Augen auf Reichtum, und er ist nicht mehr da; denn er macht sich Flügel wie ein Adler und fliegt gen Himmel.

6 Iss nicht das Brot eines Missgünstigen und wünsche dir von seinen feinen Speisen nichts;

7 denn in seinem Herzen ist er berechnend; er spricht zu dir: Iss und trink!, und sein Herz ist doch nicht mit dir.

8 Den Bissen, den du gegessen hast, musst du ausspeien, und deine freundlichen Worte sind vergeudet.

9 Rede nicht vor des Unverständigen Ohren; denn er verachtet die Klugheit deiner Rede.

10 Verrücke nicht uralte Grenzen und vergreife dich nicht an dem Acker der Waisen,

11 denn ihr Helfer ist mächtig; der wird ihre Sache gegen dich führen.

12 Wende dein Herz hin zur Zucht und deine Ohren zu vernünftiger Rede.

13 Lass nicht ab, den Knaben zu züchtigen; denn wenn du ihn mit der Rute schlägst, so wird er nicht sterben;

14 du schlägst ihn mit der Rute, aber du errettest ihn vom Tode.

15 Mein Sohn, wenn dein Herz weise ist, so freut sich auch mein Herz,

16 und meine Seele ist froh, wenn deine Lippen reden, was recht ist.

17 Dein Herz sei nicht neidisch auf den Sünder, sondern trachte täglich nach der Furcht des Herrn;

18 denn das Ende kommt noch und dann wird deine Hoffnung nicht zuschanden.

19 Höre, mein Sohn, und sei weise und richte dein Herz auf den rechten Weg.

20 Sei nicht unter den Säufern und Schlemmern;

21 denn die Säufer und Schlemmer verarmen, und ein Schläfer muss zerrissene Kleider tragen.

22 Gehorche deinem Vater, der dich gezeugt hat, und verachte deine Mutter nicht, wenn sie alt wird.

23 Kaufe Wahrheit und verkaufe sie nicht, die Weisheit, die Zucht und die Einsicht.

24 Der Vater eines Gerechten freut sich, und wer einen Weisen gezeugt hat, ist fröhlich über ihn.

25 Lass deinen Vater und deine Mutter sich freuen, und fröhlich sein, die dich geboren hat.

26 Gib mir, mein Sohn, dein Herz und lass deinen Augen meine Wege wohlgefallen.

27 Denn die Hure ist eine tiefe Grube, und die fremde Frau ist ein enger Brunnen.

28 Auch lauert sie wie ein Räuber und mehrt die Treulosen unter den Menschen.

29 Wer hat Weh? Wer hat Leid? Wer hat Zank? Wer hat Klagen? Wer hat Wunden ohne Grund? Wer hat trübe Augen?

30 Die bis in die Nacht beim Wein sitzen und kommen, gemischten Wein zu kosten.

31 Sieh den Wein nicht an, wie er so rot ist und im Glase so schön steht: Er geht glatt ein,

32 aber danach beißt er wie eine Schlange und sticht wie eine Otter.

33 Da werden deine Augen seltsame Dinge sehen, und dein Herz wird Verkehrtes reden,

34 und du wirst sein wie einer, der mitten im Meer schläft, und wie einer schläft oben im Mastkorb.

35 »Sie schlugen mich, aber es tat mir nicht weh; sie prügelten mich, aber ich fühlte es nicht. Wann werde ich aufwachen? Dann will ich's wieder so treiben.«

241 Sei nicht neidisch auf böse Menschen und wünsche nicht, bei ihnen zu sein;

2 denn ihr Herz trachtet nach Gewalt, und ihre Lippen raten zum Unglück.

3 Durch Weisheit wird ein Haus gebaut und durch Verstand erhalten,

4 und durch ordentliches Haushalten werden die Kammern voll kostbarer, lieblicher Habe.

5 Ein weiser Mann ist stark und ein vernünftiger Mann voller Kraft;

6 denn mit Überlegung soll man Krieg führen, und wo viele Ratgeber sind, da ist der Sieg.

7 Weisheit ist dem Toren zu hoch; er darf seinen Mund im Tor nicht auftun.

8 Wer sich vornimmt, Böses zu tun, den nennt man einen Erzbösewicht.

9 Das Trachten des Toren ist Sünde, und der Spötter ist den Leuten ein Gräuel.

10 Der ist nicht stark, der in der Not nicht fest ist.

11 Errette, die man zum Tode schleppt, und entzieh dich nicht denen, die zur Schlachtbank wanken.

12 Sprichst du: »Siehe, wir haben's nicht gewusst!«, fürwahr, der die Herzen prüft, merkt es, und der auf deine Seele achthat, weiß es und vergilt dem Menschen nach seinem Tun.

13 Iss Honig, mein Sohn, denn er ist gut, und Honigseim ist süß deinem Gaumen.

14 So ist Weisheit gut für deine Seele; wenn du sie findest, wird dir's am Ende wohlgehen, und deine Hoffnung wird nicht umsonst sein.

15 Laure nicht als Frevler auf das Haus des Gerechten; zerstöre seine Ruhe nicht,

16 denn ein Gerechter fällt siebenmal und steht wieder auf, aber die Frevler versinken im Unglück.

17 Freue dich nicht über den Fall deines Feindes, und dein Herz sei nicht froh über sein Unglück;

18 der Herr könnte es sehen und Missfallen daran haben und seinen Zorn von ihm wenden.

19 Erzürne dich nicht über die Bösen und ereifre dich nicht über die Frevler;

20 denn der Böse hat nichts zu hoffen, und die Leuchte der Frevler wird verlöschen.

21 Mein Sohn, fürchte den Herrn und den König und menge dich nicht unter die Aufrührer;

22 denn plötzlich wird sie das Verderben treffen und unversehens von beiden her das Unheil kommen.

23 Auch dies sind Worte der Weisen:

Die Person ansehen im Gericht ist nicht gut.

24 Wer zum Schuldigen spricht: »Du hast recht«, dem fluchen die Völker, und die Leute verwünschen ihn.

25 Die aber gerecht richten, denen geht es gut, und reicher Segen kommt auf sie.

26 Eine richtige Antwort ist wie ein lieblicher Kuss.

27 Richte erst draußen deine Arbeit aus und bearbeite deinen Acker; danach gründe dein Haus.

28 Sei nicht ein falscher Zeuge wider deinen Nächsten und betrüge nicht mit deinem Munde.

29 Sprich nicht: »Wie einer mir tut, so will ich ihm auch tun und einem jeglichen sein Tun vergelten.«

30 Ich ging am Acker des Faulen entlang und am Weinberg des Toren,

31 und siehe, lauter Nesseln waren darauf, und er stand voll Disteln, und die Mauer war eingefallen.

32 Als ich das sah, nahm ich's zu Herzen, ich schaute und lernte daraus:

33 Noch ein wenig schlafen und ein wenig schlummern und ein wenig die Hände zusammentun, dass du ruhst,

34 so wird deine Armut kommen wie ein Räuber und dein Mangel wie ein gewappneter Mann.