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  • Die Sprüche Salomos (Proverbia) (Spr 20,1-22,16)

201 Der Wein macht Spötter, und starkes Getränk macht wild; wer davon taumelt, wird niemals weise.

2 Das Drohen des Königs ist wie das Brüllen eines Löwen; wer ihn erzürnt, der sündigt wider das eigene Leben.

3 Eine Ehre ist es dem Mann, dem Streit fernzubleiben; aber die gerne streiten, sind allzumal Toren.

4 Im Herbst will der Faule nicht pflügen; so muss er in der Ernte betteln und kriegt nichts.

5 Der Rat im Herzen eines Mannes ist wie ein tiefes Wasser; aber ein Verständiger kann es schöpfen.

6 Viele Menschen rühmen sich ihrer Güte; aber wer findet einen, der zuverlässig ist?

7 Ein Gerechter, der unsträflich wandelt, dessen Kindern wird's wohlgehen.

8 Ein König, der auf dem Richterstuhl sitzt, sondert aus mit seinem Blick alles Böse.

9 Wer kann sagen: »Ich habe mein Herz geläutert und bin rein von meiner Sünde«?

10 Zweierlei Gewicht und zweierlei Maß ist beides dem Herrn ein Gräuel.

11 Schon einen Knaben erkennt man an seinem Tun, ob er lauter und redlich werden will.

12 Ein hörendes Ohr und ein sehendes Auge, die macht beide der Herr.

13 Liebe den Schlaf nicht, dass du nicht arm wirst; lass deine Augen offen sein, so wirst du Brot genug haben.

14 »Schlecht, schlecht!«, spricht man, wenn man kauft; aber wenn man weggeht, so rühmt man sich.

15 Es gibt Gold und viel Perlen; aber ein Mund, der Vernünftiges redet, ist ein edles Kleinod.

16 Nimm dem sein Kleid, der für einen andern Bürge wurde, und pfände ihn anstelle des Fremden!

17 Das gestohlene Brot schmeckt dem Manne gut; aber am Ende hat er den Mund voller Kieselsteine.

18 Pläne kommen zum Ziel, wenn man sich recht berät; und Krieg soll man mit Vernunft führen.

19 Wer Geheimnisse verrät, ist ein Verleumder, und mit dem, der den Mund nicht halten kann, lass dich nicht ein.

20 Wer seinem Vater und seiner Mutter flucht, dessen Leuchte wird verlöschen in der Finsternis.

21 Das Erbe, nach dem man zuerst sehr eilt, wird zuletzt nicht gesegnet sein.

22 Sprich nicht: »Ich will Böses vergelten!« Harre des Herrn, der wird dir helfen.

23 Zweierlei Gewicht ist dem Herrn ein Gräuel, und eine falsche Waage ist nicht gut.

24 Jedermanns Schritte bestimmt der Herr. Welcher Mensch versteht seinen Weg?

25 Es ist dem Menschen ein Fallstrick, unbedacht Gelübde zu tun und erst nach dem Geloben zu überlegen.

26 Ein weiser König sondert die Frevler aus und lässt das Rad über sie gehen.

27 Eine Leuchte des Herrn ist des Menschen Geist; er durchforscht alle Kammern des Innern.

28 Gütig und treu sein behütet den König, und sein Thron besteht durch Güte.

29 Der Jünglinge Ehre ist ihre Stärke, und graues Haar ist der Alten Schmuck.

30 Man muss dem Bösen wehren mit harter Strafe und mit ernsten Schlägen, die man fühlt.

211 Des Königs Herz ist in der Hand des Herrn wie Wasserbäche; er lenkt es, wohin er will.

2 Einen jeglichen dünkt sein Weg recht; aber der Herr prüft die Herzen.

3 Recht und Gerechtigkeit tun ist dem Herrn lieber als Opfer.

4 Hoffärtige Augen und stolzer Sinn, die Leuchte der Gottlosen, ist Sünde.

5 Das Planen eines Emsigen bringt Überfluss; wer aber hastet, dem wird's mangeln.

6 Wer Schätze sammelt mit Lügen, der ist ein flüchtiger Hauch unter denen, die den Tod suchen.

7 Der Frevler Gewalt rafft sie selber weg; denn sie wollen nicht tun, was recht ist.

8 Wer mit Schuld beladen ist, geht krumme Wege; wer aber rein ist, dessen Tun ist gerade.

9 Besser im Winkel auf dem Dach wohnen als mit einer zänkischen Frau zusammen in einem Hause.

10 Die Seele des Frevlers gelüstet nach Bösem und erbarmt sich nicht seines Nächsten.

11 Wenn der Spötter gestraft wird, so werden die Unverständigen weise, und wenn man einen Weisen belehrt, so nimmt er Erkenntnis an.

12 Der Gerechte handelt weise an des Frevlers Haus, er stürzt die Frevler ins Verderben.

13 Wer seine Ohren verstopft vor dem Schreien des Armen, der wird einst auch rufen und nicht erhört werden.

14 Eine heimliche Gabe stillt den Zorn und ein Geschenk im Verborgenen den heftigen Grimm.

15 Dem Gerechten ist es eine Freude, zu tun, was recht ist, aber den Übeltätern ist es ein Schrecken.

16 Ein Mensch, der vom Wege der Klugheit abirrt, wird weilen in der Schar der Toten.

17 Wer gern in Freuden lebt, wird Mangel haben; und wer Wein und Salböl liebt, wird nicht reich.

18 Der Frevler wird als Lösegeld gegeben für den Gerechten und der Verächter für die Frommen.

19 Besser in der Wüste wohnen als bei einem zänkischen und zornigen Weibe.

20 Im Hause des Weisen ist ein kostbarer Schatz an Öl; aber ein Tor vergeudet ihn.

21 Wer der Gerechtigkeit und Güte nachjagt, der findet Leben, Gerechtigkeit und Ehre.

22 Ein Weiser ersteigt die Stadt der Starken und stürzt ihre Macht, auf die sie sich verlässt.

23 Wer Mund und Zunge bewahrt, der bewahrt sein Leben vor Not.

24 Wer stolz und vermessen ist, heißt ein Spötter; er treibt frechen Übermut.

25 Der Faule stirbt über seinem Wünschen; denn seine Hände wollen nichts tun.

26 Den ganzen Tag begehrt die Gier; aber der Gerechte gibt und versagt nichts.

27 Der Frevler Opfer ist ein Gräuel, wie viel mehr, wenn man's darbringt für eine Schandtat.

28 Ein lügenhafter Zeuge wird umkommen; doch wer zu hören versteht, dessen Wort bleibt.

29 Der Gottlose macht ein freches Gesicht; aber wer fromm ist, macht seine Wege fest.

30 Keine Weisheit, kein Verstand, kein Rat besteht vor dem Herrn.

31 Rosse werden gerüstet zum Tage der Schlacht; aber der Sieg kommt vom Herrn.

221 Ein guter Ruf ist köstlicher als großer Reichtum und Ansehen besser als Silber und Gold.

2 Reiche und Arme begegnen einander; der Herr hat sie alle gemacht.

3 Der Kluge sieht das Unglück kommen und verbirgt sich; die Unverständigen laufen weiter und müssen büßen.

4 Der Lohn der Demut und der Furcht des Herrn ist Reichtum, Ehre und Leben.

5 Stacheln und Stricke sind auf dem Wege des Verkehrten; wer sich aber davon fernhält, bewahrt sein Leben.

6 Gewöhne einen Knaben an seinen Weg, so lässt er auch nicht davon, wenn er alt wird.

7 Der Reiche herrscht über die Armen; und wer borgt, ist des Gläubigers Knecht.

8 Wer Unrecht sät, der wird Unglück ernten, und die Rute seines Übermuts wird ein Ende haben.

9 Wer ein gütiges Auge hat, wird gesegnet; denn er gibt von seinem Brot den Armen.

10 Treibe den Spötter hinaus, so geht der Zank weg, und Hader und Schmähung hören auf.

11 Wer ein reines Herz und liebliche Rede hat, dessen Freund ist der König.

12 Die Augen des Herrn behüten die Erkenntnis; aber die Worte des Verächters bringt er zu Fall.

13 Der Faule spricht: »Es ist ein Löwe draußen; ich könnte getötet werden auf der Gasse.«

14 Der Mund fremder Frauen ist eine tiefe Grube; wem der Herr zürnt, der fällt hinein.

15 Torheit steckt dem Knaben im Herzen; aber die Rute der Zucht treibt sie ihm aus.

16 Wer dem Armen Unrecht tut, mehrt die Habe; wer dem Reichen gibt, schafft nur Mangel.