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  • Die Sprüche Salomos (Proverbia) (Spr 18,1-19,29)

181 Wer sich absondert, der sucht, was ihn gelüstet, und widersetzt sich allem, was gut ist.

2 Ein Tor hat nicht Gefallen an Einsicht, sondern will kundtun, was in seinem Herzen steckt.

3 Wohin ein Frevler kommt, kommt auch Verachtung; und wo Schande ist, da ist Hohn.

4 Die Worte in eines Mannes Munde sind wie tiefe Wasser, und die Quelle der Weisheit ist ein sprudelnder Bach.

5 Es ist nicht gut, die Person des Frevlers zu achten, zu beugen den Gerechten im Gericht.

6 Die Lippen des Toren bringen Zank, und sein Mund ruft nach Schlägen.

7 Der Mund des Toren bringt ihn ins Verderben, und seine Lippen bringen ihn zu Fall.

8 Die Worte des Verleumders sind wie Leckerbissen und gehen einem glatt ein.

9 Wer lässig ist in seiner Arbeit, der ist ein Bruder des Verderbers.

10 Der Name des Herrn ist eine feste Burg; der Gerechte läuft dorthin und wird beschirmt.

11 Des Reichen Habe ist ihm wie eine feste Stadt und dünkt ihn eine hohe Mauer.

12 Vor dem Sturz ist das Herz eines Mannes stolz; und ehe man zu Ehren kommt, muss man demütig sein.

13 Wer antwortet, ehe er hört, dem ist's Torheit und Schande.

14 Wer ein mutiges Herz hat, weiß sich auch im Leiden zu halten; wenn aber der Mut darniederliegt, wer kann's tragen?

15 Ein verständiges Herz erwirbt Einsicht, und das Ohr der Weisen sucht Erkenntnis.

16 Das Geschenk des Menschen schafft ihm Raum und bringt ihn vor die großen Herren.

17 Ein jeder hat zuerst in seiner Sache recht; kommt aber der andere zu Wort, so findet sich's.

18 Das Los schlichtet den Streit und scheidet zwischen den Mächtigen.

19 Ein gekränkter Bruder ist abweisender als eine feste Stadt, und Streitigkeiten sind hart wie der Riegel einer Burg.

20 Von der Frucht seines Mundes nährt sich der Leib des Mannes, und er wird gesättigt mit dem, was seine Lippen ihm einbringen.

21 Tod und Leben stehen in der Zunge Gewalt; wer sie liebt, wird von ihrer Frucht essen.

22 Wer eine Frau gefunden hat, der hat etwas Gutes gefunden und Wohlgefallen erlangt vom Herrn.

23 Ein Armer redet mit Flehen, aber ein Reicher antwortet hart.

24 Es gibt Allernächste, die bringen ins Verderben, und es gibt Freunde, die hangen fester an als ein Bruder.

191 Ein Armer, der in Unschuld wandelt, ist besser als ein Lügner, der doch ein Narr ist.

2 Wo man nicht mit Vernunft handelt, da geht es nicht gut zu; und wer hastig läuft, der tritt fehl.

3 Des Menschen Torheit führt ihn in die Irre, und doch tobt sein Herz wider den Herrn.

4 Reichtum macht viel Freunde; aber der Arme wird von seinem Freund verlassen.

5 Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft; und wer frech Lügen redet, wird nicht entrinnen.

6 Viele schmeicheln dem Vornehmen; und wer Geschenke gibt, hat jeden zum Freund.

7 Den Armen hassen alle seine Brüder; wie viel mehr halten sich seine Freunde von ihm fern!

8 Wer Klugheit erwirbt, liebt sein Leben; und der Verständige findet Gutes.

9 Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft; und wer frech Lügen redet, wird umkommen.

10 Dem Toren steht nicht an, gute Tage zu haben, viel weniger einem Knecht, zu herrschen über Fürsten.

11 Klugheit macht den Mann langsam zum Zorn, und es ist ihm eine Ehre, dass er Verfehlung übersehen kann.

12 Die Ungnade des Königs ist wie das Brüllen eines Löwen; aber seine Gnade ist wie Tau auf dem Grase.

13 Ein törichter Sohn ist seines Vaters Herzeleid, und eine zänkische Frau wie ein stetig tropfendes Dach.

14 Haus und Habe vererben die Eltern; aber eine verständige Frau kommt vom Herrn.

15 Faulheit macht schläfrig, und ein Lässiger wird Hunger leiden.

16 Wer das Gebot bewahrt, der bewahrt sein Leben; wer aber auf seinen Weg nicht achtet, wird sterben.

17 Wer sich des Armen erbarmt, der leiht dem Herrn, und der wird ihm vergelten, was er Gutes getan hat.

18 Züchtige deinen Sohn, solange Hoffnung da ist, aber lass dich nicht hinreißen, ihn zu töten.

19 Großer Grimm muss Strafe leiden; denn willst du ihm steuern, so wird er noch größer.

20 Höre auf Rat und nimm Zucht an, dass du hernach weise seist.

21 In eines Mannes Herzen sind viele Pläne; aber zustande kommt der Ratschluss des Herrn.

22 Der Mensch wünscht sich Güte, und ein Armer ist besser als ein Lügner.

23 Die Furcht des Herrn führt zum Leben; man wird satt werden und sicher schlafen, von keinem Übel heimgesucht.

24 Der Faule steckt seine Hand in die Schüssel und bringt sie nicht wieder zum Munde.

25 Schlägt man den Spötter, so wird der Unverständige vernünftig; weist man den Verständigen zurecht, so gewinnt er an Einsicht.

26 Wer den Vater misshandelt und die Mutter verjagt, der ist ein schandbarer und verfluchter Sohn.

27 Lässt du ab, mein Sohn, auf Mahnung zu hören, so irrst du ab von vernünftiger Lehre.

28 Ein nichtswürdiger Zeuge spottet des Rechts, und der Frevler Mund verbreitet Unheil.

29 Den Spöttern sind Strafen bereitet und Schläge für den Rücken der Toren.