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  • Die Sprüche Salomos (Proverbia) (Spr 16,1-17,28)

161 Der Mensch setzt sich's wohl vor im Herzen; aber vom Herrn kommt, was die Zunge reden wird.

2 Einen jeglichen dünken seine Wege rein; aber der Herr prüft die Geister.

3 Befiehl dem Herrn deine Werke, so wird dein Vorhaben gelingen.

4 Der Herr macht alles zu seinem Zweck, auch den Frevler für den bösen Tag.

5 Ein stolzes Herz ist dem Herrn ein Gräuel und wird gewiss nicht ungestraft bleiben.

6 Durch Güte und Treue wird Missetat gesühnt, und durch die Furcht des Herrn meidet man das Böse.

7 Wenn eines Menschen Wege dem Herrn wohlgefallen, so lässt er auch seine Feinde mit ihm Frieden machen.

8 Besser wenig mit Gerechtigkeit als viel Einkommen mit Unrecht.

9 Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg; aber der Herr allein lenkt seinen Schritt.

10 Weissagung ist in dem Munde des Königs; sein Mund spricht nicht fehl im Gericht.

11 Waage und rechte Waagschalen sind vom Herrn; und alle Gewichte im Beutel sind sein Werk.

12 Den Königen ist Unrecht tun ein Gräuel; denn durch Gerechtigkeit wird der Thron befestigt.

13 Rechte Worte gefallen den Königen; und wer aufrichtig redet, wird geliebt.

14 Des Königs Grimm ist ein Bote des Todes; aber ein weiser Mann wird ihn versöhnen.

15 Wenn des Königs Angesicht freundlich ist, das ist Leben, und seine Gnade ist wie ein Spätregen.

16 Weisheit erwerben ist besser als Gold und Einsicht erwerben edler als Silber.

17 Der Frommen Weg meidet das Arge; und wer auf seinen Weg achtet, bewahrt sein Leben.

18 Wer zugrunde gehen soll, der wird zuvor stolz; und Hochmut kommt vor dem Fall.

19 Besser niedrig sein mit den Demütigen als Beute austeilen mit den Hoffärtigen.

20 Wer auf das Wort merkt, der findet Glück; und wohl dem, der sich auf den Herrn verlässt!

21 Ein Verständiger wird gerühmt als ein weiser Mann, und liebliche Rede mehrt die Einsicht.

22 Klugheit ist ein Brunnen des Lebens dem, der sie hat; aber die Strafe der Toren ist ihre Torheit.

23 Des Weisen Herz redet klug und mehrt auf seinen Lippen die Lehre.

24 Freundliche Reden sind Honigseim, süß für die Seele und heilsam für die Glieder.

25 Manchem scheint ein Weg recht; aber zuletzt bringt er ihn zum Tode.

26 Der Hunger des Arbeiters arbeitet für ihn; denn sein Mund treibt ihn an.

27 Ein heilloser Mensch gräbt nach Unheil, und auf seinen Lippen ist's wie brennendes Feuer.

28 Ein falscher Mensch richtet Zank an, und ein Verleumder macht Freunde uneins.

29 Ein Frevler verlockt seinen Nächsten und führt ihn auf keinen guten Weg.

30 Wer mit den Augen winkt, denkt nichts Gutes; und wer mit den Lippen andeutet, vollbringt Böses.

31 Graue Haare sind eine Krone der Ehre; auf dem Weg der Gerechtigkeit wird sie gefunden.

32 Ein Geduldiger ist besser als ein Starker und wer sich selbst beherrscht, besser als einer, der Städte einnimmt.

33 Der Mensch wirft das Los; aber es fällt, wie der Herr will.

171 Besser ein trockner Bissen mit Frieden als ein Haus voll Geschlachtetem mit Streit.

2 Ein kluger Knecht wird herrschen über einen schandbaren Sohn und wird mit den Brüdern das Erbe teilen.

3 Wie der Tiegel das Silber und der Ofen das Gold, so prüft der Herr die Herzen.

4 Ein Böser achtet auf böse Mäuler, und ein Falscher hört gern auf schändliche Zungen.

5 Wer den Armen verspottet, verhöhnt dessen Schöpfer; und wer sich über eines andern Unglück freut, wird nicht ungestraft bleiben.

6 Der Alten Krone sind Kindeskinder, und der Kinder Ehre sind ihre Väter.

7 Es steht einem Toren nicht wohl an, von hohen Dingen zu reden, viel weniger einem Edlen, dass er mit Lügen umgeht.

8 Ein Geschenk ist ein Zauberstein dem, der es gibt; wohin er sich kehrt, hat er Erfolg.

9 Wer Verfehlung zudeckt, stiftet Freundschaft; wer aber eine Sache aufrührt, der macht Freunde uneins.

10 Ein Scheltwort dringt tiefer bei dem Verständigen als hundert Schläge bei dem Toren.

11 Ein böser Mensch trachtet stets zu widersprechen; aber ein grausamer Bote wird über ihn kommen.

12 Besser einer Bärin begegnen, der die Jungen geraubt sind, als einem Toren in seiner Torheit.

13 Wer Gutes mit Bösem vergilt, von dessen Haus wird das Böse nicht weichen.

14 Wer Streit anfängt, gleicht dem, der dem Wasser den Damm aufreißt. Lass ab vom Streit, ehe er losbricht!

15 Wer den Schuldigen gerecht spricht und den Gerechten schuldig, die sind beide dem Herrn ein Gräuel.

16 Was soll dem Toren Geld in der Hand, Weisheit zu kaufen, wo er doch ohne Verstand ist?

17 Ein Freund liebt allezeit, und ein Bruder wird für die Not geboren.

18 Ein Tor ist, wer in die Hand gelobt und Bürge wird für seinen Nächsten.

19 Wer Zank liebt, der liebt Sünde; und wer seine Tür zu hoch macht, strebt nach Einsturz.

20 Ein verkehrtes Herz findet nichts Gutes; und wer falscher Zunge ist, wird in Unglück fallen.

21 Wer einen Toren zeugt, muss sich grämen, und eines Toren Vater hat keine Freude.

22 Ein fröhliches Herz tut dem Leibe wohl; aber ein betrübtes Gemüt lässt das Gebein verdorren.

23 Der Frevler nimmt gern heimlich Geschenke, zu beugen den Weg des Rechts.

24 Ein Verständiger hat die Weisheit vor Augen; aber die Augen des Toren schweifen bis ans Ende der Welt.

25 Ein törichter Sohn ist seines Vaters Verdruss und ein Gram für die Mutter, die ihn geboren hat.

26 Es ist nicht gut, dass man den Gerechten schindet oder den Edlen schlägt, der recht handelt.

27 Ein Vernünftiger mäßigt seine Rede, und ein verständiger Mann wird nicht hitzig.

28 Auch ein Tor, wenn er schwiege, würde für weise gehalten und für verständig, wenn er den Mund hielte.