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  • Die Sprüche Salomos (Proverbia) (Spr 1,1-2,22)

11 Dies sind die Sprüche Salomos, des Sohnes Davids, des Königs von Israel,

2 um zu lernen Weisheit und Zucht und zu verstehen verständige Rede,

3 dass man annehme Zucht, die da klug macht, Gerechtigkeit, Recht und Redlichkeit;

4 dass die Unverständigen klug werden und die Jünglinge vernünftig und besonnen.

5 Wer weise ist, der höre zu und wachse an Weisheit, und wer verständig ist, der lasse sich raten,

6 dass er verstehe Sprüche und Gleichnisse, die Worte der Weisen und ihre Rätsel.

7 Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis. Die Toren verachten Weisheit und Zucht.

Warnung vor Verführern

8 Mein Sohn, gehorche der Zucht deines Vaters und verlass nicht das Gebot deiner Mutter;

9 denn das ist ein schöner Schmuck für dein Haupt und eine Kette an deinem Halse.

10 Mein Sohn, wenn dich die bösen Buben locken, so folge nicht.

11 Wenn sie sagen: »Geh mit uns! Wir wollen auf Blut lauern und den Unschuldigen nachstellen ohne Grund;

12 wir wollen sie verschlingen wie das Totenreich die Lebendigen, und die Frommen sollen sein wie die, welche hinunter in die Grube fahren;

13 wir wollen kostbares Gut finden, wir wollen unsre Häuser mit Raub füllen;

14 wage es mit uns! Einen Beutel nur soll es für uns alle geben«

15 mein Sohn, wandle den Weg nicht mit ihnen, halte deinen Fuß fern von ihrem Pfad;

16 denn ihre Füße laufen zum Bösen und eilen, Blut zu vergießen.

17 Denn es ist vergeblich, das Netz auszuspannen vor den Augen der Vögel.

18 Sie aber lauern ihrem eigenen Blut auf und trachten einander nach dem Leben.

19 So geht es allen, die nach unrechtem Gewinn trachten; er nimmt ihnen das Leben.

Die Bußpredigt der Weisheit

20 Die Weisheit ruft laut auf der Straße und lässt ihre Stimme hören auf den Plätzen.

21 Sie ruft im lautesten Getümmel, am Eingang der Tore, sie redet ihre Worte in der Stadt:

22 Wie lange wollt ihr Unverständigen unverständig sein und ihr Spötter Lust zu Spötterei haben und ihr Toren die Erkenntnis hassen?

23 Kehrt euch zu meiner Zurechtweisung! Siehe, ich will über euch strömen lassen meinen Geist und euch meine Worte kundtun.

24 Wenn ich aber rufe und ihr euch weigert, wenn ich meine Hand ausstrecke und niemand darauf achtet,

25 wenn ihr fahren lasst all meinen Rat und meine Zurechtweisung nicht wollt,

26 dann will ich auch lachen bei eurem Unglück und euer spotten, wenn Schrecken über euch kommt;

27 wenn Schrecken über euch kommt wie ein Sturm und euer Unglück wie ein Wetter; wenn über euch Angst und Not kommt.

28 Dann werden sie nach mir rufen, aber ich werde nicht antworten; sie werden mich suchen und nicht finden.

29 Weil sie die Erkenntnis hassten und die Furcht des Herrn nicht erwählten,

30 meinen Rat nicht wollten und all meine Zurechtweisung verschmähten,

31 darum sollen sie essen von den Früchten ihres Wandels und satt werden an ihren Ratschlägen.

32 Denn den Unverständigen bringt ihre Abkehr den Tod, und die Toren bringt ihre Sorglosigkeit um;

33 wer aber mir gehorcht, wird sicher wohnen und ohne Sorge sein und kein Unglück fürchten.

Die Weisheit bewahrt vor dem Verderben

21 Mein Sohn, wenn du meine Rede annimmst und meine Gebote behältst,

2 sodass dein Ohr auf Weisheit achthat, und du dein Herz der Einsicht zuneigst,

3 ja, wenn du nach Vernunft rufst und deine Stimme nach Einsicht erhebst,

4 wenn du sie suchst wie Silber und nach ihr forschst wie nach Schätzen,

5 dann wirst du die Furcht des Herrn verstehen und die Erkenntnis Gottes finden.

6 Denn der Herr gibt Weisheit, und aus seinem Munde kommt Erkenntnis und Einsicht.

7 Er lässt es den Aufrichtigen gelingen und beschirmt die Frommen.

8 Er behütet, die recht tun, und bewahrt den Weg seiner Getreuen.

9 Dann wirst du verstehen Gerechtigkeit und Recht und Frömmigkeit und jeden guten Weg.

10 Denn Weisheit wird in dein Herz eingehen, und Erkenntnis wird deiner Seele lieblich sein,

11 Besonnenheit wird dich bewahren und Einsicht dich behüten, –

12 dich zu retten vor dem Weg der Bösen, vor den Leuten, die Falsches reden,

13 die da verlassen die rechte Bahn und gehen finstere Wege,

14 die sich freuen, Böses zu tun, und sind fröhlich über böse Ränke,

15 die krumme Wege gehen und auf Abwege kommen, –

16 dich zu retten vor der fremden Frau, einer Fremden, die glatte Worte gibt

17 und verlässt den Gefährten ihrer Jugend und vergisst den Bund ihres Gottes;

18 denn ihr Haus neigt sich zum Tode und ihre Wege zu den Schatten;

19 alle, die zu ihr eingehen, kommen nicht wieder und erreichen den Weg des Lebens nicht, –

20 dass du wandelst auf dem Wege der Guten und bleibst auf der Bahn der Gerechten;

21 denn die Aufrechten werden im Lande wohnen und die Frommen darin bleiben,

22 aber die Gottlosen werden aus dem Land ausgerottet und die Treulosen daraus vertilgt.