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  • Der Psalter (Ps 78,1-31)

Schuld, Gericht und Gnade in Israels Geschichte

781 Eine Unterweisung Asafs.

Höre, mein Volk, meine Unterweisung,

neiget eure Ohren zu der Rede meines Mundes!

2 Ich will meinen Mund auftun zu einem Spruch

und Geschichten verkünden aus alter Zeit.

3 Was wir gehört haben und wissen

und unsre Väter uns erzählt haben,

4 das wollen wir nicht verschweigen ihren Kindern;

wir verkündigen dem kommenden Geschlecht den Ruhm des Herrn und seine Macht und seine Wunder, die er getan hat.

5 Er richtete ein Zeugnis auf in Jakob

und gab ein Gesetz in Israel und gebot unsern Vätern, es ihre Kinder zu lehren,

6 auf dass es die Nachkommen lernten,

die Kinder, die noch geboren würden; die sollten aufstehen und es auch ihren Kindern verkündigen,

7 dass sie setzten auf Gott ihre Hoffnung / und nicht vergäßen die Taten Gottes,

sondern seine Gebote hielten

8 und nicht würden wie ihre Väter,

ein abtrünniges und ungehorsames Geschlecht, dessen Herz nicht fest war und dessen Geist sich nicht treu an Gott hielt,

9 wie die Söhne Ephraim, wohl gerüstete Bogenschützen,

abfielen zur Zeit des Streits;

10 sie hielten den Bund Gottes nicht

und wollten nicht in seinem Gesetz wandeln

11 und vergaßen seine Taten und seine Wunder,

die er sie hatte sehen lassen.

12 Vor ihren Vätern tat er Wunder

in Ägyptenland, im Gefilde von Zoan.

13 Er zerteilte das Meer und führte sie hindurch

und ließ das Wasser stehen wie eine Mauer.

14 Er leitete sie bei Tage mit einer Wolke

und die ganze Nacht mit einem hellen Feuer.

15 Er spaltete die Felsen in der Wüste

und tränkte sie reichlich wie mit Fluten;

16 er ließ Bäche aus den Felsen hervorbrechen

und Wasser hinabfließen wie Ströme.

17 Dennoch sündigten sie weiter wider ihn

und empörten sich in der Wüste gegen den Höchsten;

18 sie versuchten Gott in ihrem Herzen,

als sie Speise forderten für ihre Seelen,

19 und redeten wider Gott und sprachen:

Kann Gott wohl einen Tisch bereiten in der Wüste?

20 Siehe, er hat wohl den Felsen geschlagen,

dass Wasser strömten und Bäche sich ergossen; kann er aber auch Brot geben und seinem Volk Fleisch verschaffen?

21 Da das der Herr hörte, entbrannte er im Grimm,

und Feuer brach aus in Jakob, und Zorn kam über Israel,

22 weil sie nicht glaubten an Gott

und nicht hofften auf seine Hilfe.

23 Und er gebot den Wolken droben

und tat auf die Türen des Himmels

24 und ließ Manna auf sie regnen zur Speise

und gab ihnen Himmelsbrot.

25 Brot der Engel aßen sie alle,

er sandte ihnen Speise in Fülle.

26 Er ließ wehen den Ostwind unter dem Himmel

und erregte durch seine Stärke den Südwind

27 und ließ Fleisch auf sie regnen wie Staub

und Vögel wie Sand am Meer;

28 mitten in sein Lager ließ er sie fallen,

rings um seine Wohnung her.

29 Da aßen sie und wurden sehr satt;

und was sie verlangten, gewährte er ihnen.

30 Sie hatten ihr Verlangen noch nicht gestillt,

ihre Speise war noch in ihrem Munde,

31 da kam der Zorn Gottes über sie / und brachte ihre Vornehmsten um

und schlug nieder die Besten in Israel.