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  • Der Psalter (Ps 69,1-16)

In Schmach, Schande und Scham

691 Von David, vorzusingen, nach der Weise »Lilien«.

2 Gott, hilf mir!

Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle.

3 Ich versinke in tiefem Schlamm,

wo kein Grund ist; ich bin in tiefe Wasser geraten, und die Flut will mich ersäufen.

4 Ich habe mich müde geschrien,

mein Hals ist heiser. Meine Augen sind trübe geworden, weil ich so lange harren muss auf meinen Gott.

5 Die mich ohne Grund hassen,

sind mehr, als ich Haare auf dem Haupt habe. Die mir ohne Ursache feind sind / und mich verderben wollen, sind mächtig. Ich soll zurückgeben, was ich nicht geraubt habe.

6 Gott, du kennst meine Torheit,

und meine Schuld ist dir nicht verborgen.

7 Lass nicht zuschanden werden an mir,

die deiner harren, Herr, Herr Zebaoth! Lass nicht schamrot werden an mir, die dich suchen, Gott Israels!

8 Denn um deinetwillen trage ich Schmach,

mein Angesicht ist voller Schande.

9 Ich bin fremd geworden meinen Brüdern

und unbekannt den Kindern meiner Mutter;

10 denn der Eifer um dein Haus hat mich gefressen,

und die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.

11 Ich weine bitterlich und faste,

und man spottet meiner dazu.

12 Ich habe einen Sack angezogen,

aber sie treiben ihren Spott mit mir.

13 Die im Tor sitzen, schwatzen von mir,

und beim Zechen singt man von mir.

14 Ich aber bete, Herr, zu dir zur Zeit der Gnade;

Gott, nach deiner großen Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe.

15 Errette mich aus dem Schlamm,

dass ich nicht versinke, dass ich errettet werde vor denen, die mich hassen, und aus den tiefen Wassern;

16 dass mich die Wasserflut nicht ersäufe / und die Tiefe nicht verschlinge

und das Loch des Brunnens sich nicht über mir schließe.