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  • DIE PSALMEN (Ps 1,2-7,1)

2 Wie glücklich ist ein Mensch,

der Freude findet an den Weisungen des HERRN,

der Tag und Nacht in seinem Gesetz* liest

und darüber nachdenkt.

3 Er gleicht einem Baum, der am Wasser steht;

Jahr für Jahr trägt er Frucht,

sein Laub bleibt grün und frisch.

Was immer ein solcher Mensch unternimmt,

es gelingt ihm gut.

4 Ganz anders geht es denen,

die nicht nach Gott fragen:

Sie sind wie Spreu, die der Wind davonbläst.

5 Vor Gottes Gericht können sie nicht bestehen

und in der Gemeinde der Treuen ist für sie kein Platz.

6 Der HERR kennt die Taten der Menschen, die auf ihn hören, und behält sie im Gedächtnis;

aber von denen, die nicht nach ihm fragen, bleibt keine Spur.

Der König des Herrn

21 Was soll der Aufruhr unter den Völkern? Wozu schmieden sie vergebliche Pläne?

2 Die Herrscher der Erde lehnen sich auf,

die Machthaber verbünden sich gegen den HERRN

und den König, den er erwählt hat:

3 »Wir wollen nicht mehr ihre Knechte sein!

Auf, lasst uns die Fesseln zerreißen!«

4 Doch der Herr im Himmel* lacht,

er spottet nur über sie.

5 Dann aber wird er zornig; er herrscht sie an,

stürzt sie in Angst und Schrecken:

6 »Ich habe meinen König eingesetzt!

Er regiert auf dem Zion*,

meinem heiligen Berg.«

7 Ich gebe bekannt, was der HERR verfügt hat.

Er hat zu mir gesagt:

»Du bist mein Sohn,

heute habe ich dich dazu gemacht.

8 Fordere von mir alle Völker,

ich schenke sie dir;

die ganze Erde gebe ich dir zum Besitz.

9 Regiere sie mit eiserner Faust!

Wenn du willst, zerschlag sie wie Töpfe aus Ton!«

10 Darum nehmt Vernunft an, ihr Könige;

lasst euch warnen, ihr Mächtigen der Erde!

11 Unterwerft euch dem HERRN,

zittert vor ihm und jubelt ihm zu!

12 Huldigt seinem Sohn!

Sonst wird er unwillig

und es ist um euch geschehen;

denn sein Zorn ist schnell entflammt.

Wohl allen, die bei ihm Schutz suchen!

Vertrauen auf Gottes Schutz

31 Ein Lied Davids. Er dichtete es, als er vor seinem Sohn Abschalom fliehen musste.

2 HERR, ich kann sie nicht mehr zählen,

so viele sind's, die sich gegen mich stellen,

3 so viele, die schadenfroh von mir sagen:

»Von dem will Gott nichts mehr wissen!«

4 Doch du, HERR, umgibst mich mit deinem Schutz;

du rettest meine Ehre, du schaffst mir Recht.

5 Sooft ich auch zu dir um Hilfe rufe,

du hörst mich in deinem Heiligtum,

von deinem Berg her schickst du mir Antwort.

6 Ganz ruhig kann ich mich schlafen legen,

weil du mich beschützt,

bis ich morgens erwache.

7 Auch wenn's Tausende sind, die mich umzingeln,

sie können mir keine Angst einjagen!

8 Sieh nicht länger zu, HERR!

Du mein Gott, greif doch ein!

Ich weiß, du schlägst ihnen aufs freche Maul,

du brichst meinen Feinden die Zähne aus.

9 Wer in Not ist, findet bei dir Hilfe.

HERR, gib deinem Volk Gelingen und Glück!

Freude und Frieden trotz Verleumdung

41 Ein Lied Davids, zu begleiten auf Saiteninstrumenten.

2 Antworte mir, wenn ich rufe!

Mein Gott, du hältst doch zu mir!

Als ich vor Enge kaum noch atmen konnte,

hast du mich in die Freiheit geführt.

Darum hab auch jetzt Erbarmen mit mir,

hör mich, wenn ich zu dir schreie,

höre auf mein Gebet!

3 Ihr Reichen habt die Macht

und missbraucht sie zu Lüge und Verleumdung;

ihr zieht meine Ehre in den Schmutz.

Wann hört ihr endlich damit auf?

4 Seht doch ein: Der HERR tut Wunder

für alle, die ihm die Treue halten;

er hört mich, wenn ich zu ihm rufe.

5 Zittert vor ihm

und macht Schluss mit dem Unrecht!

Denkt einmal gründlich nach,

nachts, wenn ihr allein seid,

und werdet still!

6 Bringt dem Herrn eure Opfer,

gebt ihm recht;

schenkt ihm wieder euer Vertrauen!

7 Viele klagen:

»Was haben wir noch Gutes zu erwarten?

HERR, sieh uns wieder freundlich an!«

8 Doch mir hast du so viel Freude gegeben,

mehr als sie hatten und haben können

mit all ihrem Korn und dem vielen Wein.

9 Mich quält keine Sorge,

wenn ich mich niederlege,

ganz ruhig schlafe ich ein;

denn du, HERR, hältst die Gegner von mir fern

und lässt mich in Sicherheit leben.

Gebet eines Bedrängten

51 Ein Lied Davids, zu singen mit Flötenbegleitung.

2 HERR, höre doch, was ich sage;

achte auf mein Seufzen und Stöhnen!

3 Verschließ die Ohren nicht,

wenn ich um Hilfe schreie,

du mein König und mein Gott!

An dich wende ich mich mit meiner Bitte.

4 Früh am Morgen hörst du mein Rufen,

in der Frühe trage ich dir meine Sache vor

und warte auf deine Entscheidung.

5 Dir, HERR, gefällt kein Unrecht,

kein Unheilstifter darf zu dir kommen.

6 Überhebliche Prahler willst du nicht sehen

und Verbrecher trifft dein Hass.

7 Die Lügner vernichtest du,

du verabscheust die Mörder und Betrüger.

8 Doch mir erweist du große Güte:

Ich darf zu deinem Tempel* kommen,

vor deinem Heiligtum mich niederwerfen

und voller Ehrfurcht zu dir beten.

9 HERR, lass meine Feinde sehen, wie du mir hilfst!

Ebne vor mir den Weg, den ich gehen soll!

10 Auf das, was sie sagen, kann sich niemand verlassen,

ihr Kopf steckt voll von schändlichen Plänen.

Glattzüngige Schmeichler sind sie;

doch ihre schönen Worte bringen Tod und Verderben.

11 Zahl es ihnen heim, Gott,

verstricke sie in ihre eigenen Ränke!

Vertreibe sie aus deiner Nähe;

denn ihre Schandtaten sind zahllos

und ihr Trotz gegen dich ist maßlos.

12 Doch freuen sollen sich alle,

die sich auf dich verlassen.

Ihr Jubel soll kein Ende haben,

denn du bist ihr Beschützer.

Sie sollen vor Freude singen,

sie alle, die dich lieben

13 und dir die Treue halten.

Denn reich beschenkst du sie mit deinem Segen,

schützend umgibt sie deine Güte.

Ein Hilferuf

61 Ein Lied Davids, zu begleiten auf achtsaitigem Instrument.

2 HERR, du bist zornig auf mich.

Aber nimm die Strafe von mir,

schlag mich nicht so hart!

3 Hab Erbarmen, HERR, mir ist so elend!

Heile mich, HERR,

ich habe keine Kraft mehr in den Gliedern!

4 Ich weiß keinen Ausweg mehr.

Wie lange noch, HERR?

5 Lass ab von deinem Zorn! Rette mich!

Hilf mir, du liebst mich doch!

6 Wenn ich tot bin, kann ich dich nicht mehr preisen.

Dort unten bei den Toten dankt dir niemand.

7 Ich bin müde vom Stöhnen.

Ich weine die ganze Nacht,

mein Bett ist durchnässt von Tränen,

8 meine Augen sind getrübt vor Kummer –

und das alles wegen meiner Feinde.

9 Macht, dass ihr fortkommt, ihr Verbrecher!

Der HERR hat mein Weinen gehört.

10 Er achtet auf mein Schreien,

mein Gebet nimmt er an.

11 Schimpf und Schande komme über meine Feinde!

Ganz plötzlich sollen sie erschrecken

und beschämt die Flucht ergreifen!

Gott verschafft mir Recht

71 Ein Klagelied, mit dem David sich an den HERRN wandte, als der Benjaminiter Kusch ihn beschuldigte.