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  • Das Buch Hiob (Ijob) (Hiob 4,1-5,27)

Hiobs Gespräch mit seinen Freunden (Kapitel 4,1–27,23)

Des Elifas erste Rede

41 Da hob Elifas von Teman an und sprach:

2 Du hast's vielleicht nicht gern, wenn man versucht, mit dir zu reden; aber Worte zurückhalten, wer kann's?

3 Siehe, du hast viele unterwiesen und matte Hände gestärkt;

4 deine Rede hat die Strauchelnden aufgerichtet, und die bebenden Knie hast du gekräftigt.

5 Nun es aber an dich kommt, wirst du weich, und nun es dich trifft, erschrickst du!

6 Ist nicht deine Gottesfurcht dein Trost, und die Unsträflichkeit deiner Wege deine Hoffnung?

7 Bedenke doch: Wo ist ein Unschuldiger umgekommen? Oder wo wurden die Gerechten je vertilgt?

8 Wohl aber habe ich gesehen: Die da Frevel pflügten und Unheil säten, ernteten es auch ein.

9 Durch den Odem Gottes sind sie umgekommen und vom Schnauben seines Zorns vertilgt.

10 Das Brüllen des Löwen und die Stimme des Leuen und die Zähne der jungen Löwen sind zerbrochen.

11 Der Löwe kommt um, wenn er keine Beute hat, und die Jungen der Löwin werden zerstreut.

12 Zu mir ist heimlich ein Wort gekommen, und von ihm hat mein Ohr ein Flüstern empfangen

13 beim Nachsinnen über Gesichte in der Nacht, wenn tiefer Schlaf auf die Leute fällt;

14 da kam mich Furcht und Zittern an, und alle meine Gebeine erschraken.

15 Und ein Hauch fährt an mir vorüber; es stehen mir die Haare zu Berge an meinem Leibe.

16 Da steht ein Gebilde vor meinen Augen, doch ich erkenne seine Gestalt nicht; es ist eine Stille, und ich höre eine Stimme:

17 Wie kann ein Mensch gerecht sein vor Gott oder ein Mann rein sein vor dem, der ihn gemacht hat?

18 Siehe, seinen Dienern traut er nicht, und seinen Boten wirft er Torheit vor:

19 wie viel mehr denen, die in Lehmhäusern wohnen und auf Staub gegründet sind und wie Motten zerdrückt werden!

20 Es währt vom Morgen bis zum Abend, so werden sie zerschlagen, und ehe man's gewahr wird, sind sie ganz dahin.

21 Ihr Zelt wird abgebrochen, und sie sterben ohne Einsicht.

51 Rufe doch, ob einer dir antwortet! Und an welchen von den Heiligen willst du dich wenden?

2 Denn einen Toren tötet der Unmut, und den Unverständigen bringt der Eifer um.

3 Ich sah einen Toren Wurzel schlagen, und sogleich fluchte ich seinem Hause.

4 Seinen Kindern bleibt Hilfe fern, und sie werden zerschlagen im Tor; denn kein Erretter ist da.

5 Seine Ernte verzehrt der Hungrige, und auch aus den Hecken holt er sie, und nach seinem Gut lechzen die Durstigen.

6 Denn Unheil geht nicht aus der Erde hervor, und Mühsal wächst nicht aus dem Acker;

7 sondern der Mensch wird zur Mühsal geboren, wie die Funken des Feuers emporfliegen.

8 Ich aber würde mich zu Gott wenden und meine Sache vor ihn bringen,

9 der große Dinge tut, die nicht zu erforschen sind, und Wunder, die nicht zu zählen sind,

10 der den Regen aufs Land gibt und Wasser kommen lässt auf die Gefilde,

11 der die Niedrigen erhöht und den Betrübten emporhilft.

12 Er macht zunichte die Pläne der Klugen, dass ihre Hände nichts zustande bringen.

13 Er fängt die Weisen in ihrer Klugheit und stürzt den Rat der Verkehrten,

14 dass sie am Tage in Finsternis laufen und tappen am Mittag wie in der Nacht.

15 Er hilft dem Armen vor dem Schwert, vor ihrem Mund und vor der Hand des Mächtigen den Elenden.

16 Dem Armen wird Hoffnung zuteil, und die Bosheit muss ihren Mund zuhalten.

17 Siehe, selig ist der Mensch, den Gott zurechtweist; darum widersetze dich der Zucht des Allmächtigen nicht.

18 Denn er verletzt und verbindet; er zerschlägt und seine Hand heilt.

19 In sechs Trübsalen wird er dich erretten, und in sieben wird dich kein Übel anrühren.

20 In der Hungersnot wird er dich vom Tod erlösen und im Kriege von des Schwertes Gewalt.

21 Er wird dich verbergen vor der Geißel der Zunge, dass du dich nicht fürchten musst, wenn Verderben kommt.

22 Über Verderben und Hunger wirst du lachen und dich vor den wilden Tieren im Lande nicht fürchten.

23 Denn dein Bund wird sein mit den Steinen auf dem Felde, und die wilden Tiere werden Frieden mit dir halten,

24 und du wirst erfahren, dass deine Hütte Frieden hat, und wirst deine Stätte überschauen und nichts vermissen,

25 und du wirst erfahren, dass deine Kinder sich mehren und deine Nachkommen wie das Gras auf Erden sind,

26 und du wirst im Alter zu Grabe kommen, wie Garben eingebracht werden zur rechten Zeit.

27 Siehe, das haben wir erforscht, so ist es; darauf höre und merke du dir's.