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  • Das Buch Hiob (Ijob) (Hiob 16,1-17,16)

Hiobs zweite Antwort an Elifas

161 Hiob antwortete und sprach:

2 Ich habe solches oft gehört. Ihr seid allzumal leidige Tröster!

3 Wollen die leeren Worte kein Ende haben? Oder was reizt dich, so zu reden?

4 Auch ich könnte wohl reden wie ihr, wärt ihr an meiner Stelle. Auch ich könnte Worte gegen euch zusammenbringen und mein Haupt über euch schütteln.

5 Ich würde euch stärken mit dem Munde und mit meinen Lippen trösten.

6 Aber wenn ich schon redete, so würde mich mein Schmerz nicht verschonen; hörte ich auf zu reden, so bliebe er dennoch bei mir.

7 Nun aber hat er mich müde gemacht. Du hast alles verstört, was um mich ist.

8 Du hast mich runzlig gemacht, das zeugt wider mich, und mein Siechtum steht wider mich auf und verklagt mich ins Angesicht.

9 Sein Grimm hat mich zerrissen, und er war mir feind; er knirschte mit den Zähnen gegen mich; mein Widersacher funkelt mich mit seinen Augen an.

10 Sie haben ihren Mund aufgesperrt wider mich und haben mich schmählich auf meine Backen geschlagen. Sie rotten sich zusammen gegen mich.

11 Gott hat mich den Übeltätern übergeben und hat mich in die Hände der Frevler kommen lassen.

12 Ich war in Frieden, aber er hat mich zunichtegemacht; er hat mich beim Genick genommen und zerschmettert. Er hat mich als seine Zielscheibe aufgerichtet;

13 seine Pfeile schwirren um mich her. Er hat meine Nieren durchbohrt und nicht verschont; er hat meine Galle auf die Erde geschüttet.

14 Er schlägt in mich eine Bresche nach der andern; er läuft gegen mich an wie ein Kriegsmann.

15 Ich habe einen Sack um meinen Leib gelegt und mein Haupt in den Staub gebeugt.

16 Mein Antlitz ist gerötet vom Weinen, auf meinen Wimpern liegt Dunkelheit,

17 obwohl kein Frevel in meiner Hand und mein Gebet rein ist.

18 Ach, Erde, bedecke mein Blut nicht, und mein Schreien finde keine Ruhestatt!

19 Siehe, auch jetzt noch ist mein Zeuge im Himmel, und mein Fürsprecher ist in der Höhe.

20 Meine Freunde verspotten mich; unter Tränen blickt mein Auge zu Gott auf,

21 dass er Recht verschaffe dem Mann bei Gott, dem Menschen vor seinem Freund.

22 Denn meine Tage sind gezählt und ich gehe den Weg, den ich nicht wiederkommen werde.

171 Mein Geist ist zerbrochen, meine Tage sind ausgelöscht; nur das Grab bleibt mir.

2 Fürwahr, Gespött umgibt mich, und auf ihrem Hadern muss mein Auge weilen.

3 Sei du selbst mein Bürge bei dir – wer sonst soll für mich bürgen?

4 Denn du hast ihrem Herzen den Verstand verborgen, darum wirst du ihnen den Sieg nicht geben.

5 Zum Teilen lädt einer Freunde ein, doch die Augen seiner Kinder müssen verschmachten.

6 Er hat mich zum Sprichwort unter den Leuten gemacht, und ich muss mir ins Angesicht speien lassen.

7 Mein Auge ist dunkel geworden vor Gram, und alle meine Glieder sind wie ein Schatten.

8 Darüber entsetzen sich die Gerechten, und die Unschuldigen entrüsten sich über die Ruchlosen.

9 Aber der Gerechte hält fest an seinem Weg, und wer reine Hände hat, nimmt an Stärke zu.

10 Wohlan, kehrt euch alle wieder her und kommt; ich werde dennoch keinen Weisen unter euch finden!

11 Meine Tage sind vergangen; zerrissen sind meine Pläne, die mein Herz besessen haben.

12 Nacht will man mir zum Tag machen: Licht sei näher als Finsternis.

13 Wenn ich auch lange warte, so ist doch bei den Toten mein Haus, und in der Finsternis ist mein Bett gemacht.

14 Das Grab nenne ich meinen Vater und die Würmer meine Mutter und meine Schwester.

15 Worauf soll ich denn hoffen? Und wer sieht noch Hoffnung für mich?

16 Hinunter zu den Toten wird sie fahren, wenn alle miteinander im Staub liegen.