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  • Das Buch Baruch (Bar 3,9-4,4)

GABE DER GÖTTLICHEN WEISHEIT: 3,9–4,4

Rückkehr zur Weisheit und zum Leben: 3,9–14

9 Höre, Israel, die Gebote des Lebens; / merkt auf, um Einsicht zu erlangen!

10 Warum, Israel, warum lebst du im Gebiet der Feinde, / wirst alt in einem fremden Land,

11 bist unrein geworden, den Toten gleich, / wurdest gezählt zu denen, die in die Unterwelt hinabsteigen?

12 Du hast den Quell der Weisheit verlassen.

13 Wärest du auf Gottes Weg gegangen, / du wohntest in Frieden für immer.

14 Nun lerne, wo die Einsicht ist, / wo Kraft und wo Klugheit,

dann erkennst du zugleich, wo langes Leben und Lebensglück, / wo Licht für die Augen und Frieden zu finden sind!

Die verborgene Weisheit: 3,15–28

15 Wer hat je ihren Ort gefunden? / Wer ist zu ihren Schatzkammern vorgedrungen?

16 Wo sind die Gebieter der Völker? / Sie herrschten sogar über die Tiere der Erde

17 und spielten mit den Vögeln des Himmels; / sie häuften Silber

und Gold, worauf die Menschen vertrauen,/ und ihr Besitz hatte keine Grenzen.

18 Wo sind sie, die das Silber so kunstvoll schmiedeten, / dass ihre Werke unbegreiflich sind?

19 Verschwunden sind sie, / hinabgestiegen zur Unterwelt; / andere traten an ihre Stelle.

20 Andere erblickten nach ihnen das Licht / und wohnten auf der Erde; / doch auch sie haben den Weg der Erkenntnis nicht erkannt,

21 ihre Pfade nicht verstanden / und ihre Spur nicht aufgenommen. / Auch ihre Nachkommen blieben ihrem Weg fern.

22 Nicht hörte man sie in Kanaan, / nicht erschien sie in Teman.

23 Auch die Nachkommen der Hagar, / die überall auf der Erde nach Einsicht suchen,

die Kaufleute von Merran und Teman, / die Geschichtenerzähler und die Forscher nach Einsicht,

auch sie haben den Weg der Weisheit nicht erkannt / und ihre Pfade nicht entdeckt.

24 Israel, wie groß ist das Haus Gottes, / wie weit das Gebiet seiner Herrschaft!

25 Unendlich groß / und unermesslich hoch.

26 Dort wurden die Riesen geboren, / die berühmten Männer der Urzeit,

hoch an Wuchs / und Meister im Kampf.

27 Und doch hat Gott nicht diese erwählt, / nicht ihnen den Weg der Erkenntnis gezeigt.

28 Sie gingen zugrunde, weil sie ohne Einsicht waren; / ihrer Torheit wegen gingen sie unter.

Die Weisheit bei Gott, bei den Menschen und in Israel: 3,29–4,4

29 Wer stieg zum Himmel hinauf, holte die Weisheit / und brachte sie aus den Wolken herab?

30 Wer fuhr über das Meer und entdeckte sie / und brachte sie her gegen lauteres Gold?

31 Keiner weiß ihren Weg, / niemand kennt ihren Pfad.

32 Doch der Allwissende kennt sie; / er hat sie in seiner Einsicht entdeckt.

Er hat ja die Erde für immer gegründet, / er hat sie mit vierfüßigen Tieren bevölkert.

33 Er entsendet das Licht und es eilt dahin; / er ruft es zurück und zitternd gehorcht es ihm.

34 Froh leuchten die Sterne auf ihren Posten.

35 Ruft er sie, so antworten sie: Hier sind wir. / Sie leuchten mit Freude für ihren Schöpfer.

36 Das ist unser Gott; / kein anderer gilt neben ihm.

37 Er hat den Weg der Erkenntnis ganz erkundet / und hat sie Jakob, seinem Diener, verliehen, / Israel, seinem Liebling.

38 Dann erschien sie auf der Erde / und lebte mit den Menschen.

41 Sie ist das Buch der Gebote Gottes, / das Gesetz, das ewig besteht.

Alle, die an ihr festhalten, finden das Leben; / doch alle, die sie verlassen, verfallen dem Tod.

2 Kehr um, Jakob, ergreif sie! / Geh in ihrem Glanz den Weg zum Licht!

3 Überlass deinen Ruhm keinem andern / und deinen Vorzug keinem fremden Volk!

4 Glücklich sind wir, das Volk Israel; / denn wir wissen, was Gott gefällt.