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  • Das zweite Buch der Könige (2.Kön 16,1-17,41)

Ahas, König von Juda

161 Im siebzehnten Jahr Pekachs, des Sohnes Remaljas, wurde Ahas König, der Sohn Jotams, des Königs von Juda.

2 Zwanzig Jahre war Ahas alt, als er König wurde; und er regierte sechzehn Jahre zu Jerusalem. Und er tat nicht, was dem Herrn, seinem Gott, wohlgefiel, wie sein Vater David,

3 denn er wandelte auf dem Wege der Könige von Israel. Dazu ließ er seinen Sohn durchs Feuer gehen nach den Gräueln der Völker, die der Herr vor den Israeliten vertrieben hatte,

4 und brachte Opfer dar und räucherte auf den Höhen und auf den Hügeln und unter allen grünen Bäumen.

5 Damals zogen Rezin, der König von Aram, und Pekach, der Sohn Remaljas, der König von Israel, hinauf, um gegen Jerusalem zu kämpfen, und belagerten Ahas in der Stadt; aber sie konnten sie nicht erobern.

6 Zu dieser Zeit brachte Rezin, der König von Aram, Elat wieder an Edom und vertrieb die Judäer aus Elat. Danach kamen die Edomiter und wohnten darin bis auf diesen Tag.

7 Aber Ahas sandte Boten zu Tiglat-Pileser, dem König von Assyrien, und ließ ihm sagen: Ich bin dein Knecht und dein Sohn. Komm herauf und hilf mir aus der Hand des Königs von Aram und des Königs von Israel, die sich gegen mich aufgemacht haben!

8 Und Ahas nahm das Silber und Gold, das sich in dem Hause des Herrn und in den Schätzen des Königshauses fand, und sandte es dem König von Assyrien als Geschenk.

9 Und der König von Assyrien hörte auf ihn und zog herauf gegen Damaskus und eroberte es und führte die Einwohner weg nach Kir und tötete Rezin.

10 Und der König Ahas zog Tiglat-Pileser entgegen, dem König von Assyrien, nach Damaskus. Und als er den Altar sah, der in Damaskus war, sandte der König Ahas zum Priester Uria Maße und Abbild des Altars, ganz wie dieser gemacht war.

11 Und der Priester Uria baute einen Altar und machte ihn so, wie der König Ahas zu ihm gesandt hatte von Damaskus, bis König Ahas von Damaskus kam.

12 Und als der König aus Damaskus zurückkam und den Altar sah, trat er heran, stieg hinauf

13 und verbrannte darauf sein Brandopfer und Speisopfer und goss darauf sein Trankopfer und sprengte das Blut der Dankopfer, die er opferte, an den Altar.

14 Aber den bronzenen Altar, der vor dem Herrn stand, tat er weg von der Vorderseite des Tempels, damit er nicht stehe zwischen dem Altar und dem Hause des Herrn, und setzte ihn an die Seite des neuen Altars gegen Norden.

15 Und der König Ahas gebot dem Priester Uria: Auf dem großen Altar sollst du anzünden das Brandopfer des Morgens und das Speisopfer des Abends und das Brandopfer des Königs und sein Speisopfer und das Brandopfer des ganzen Volks des Landes samt ihrem Speisopfer und Trankopfer; und alles Blut der Brandopfer und das Blut der Schlachtopfer sollst du daran sprengen. Aber wegen des bronzenen Altars will ich bedenken, was ich mache.

16 Der Priester Uria tat alles, was ihm der König Ahas geboten hatte.

17 Und der König Ahas brach die Leisten der Gestelle ab und nahm die Kessel von ihnen herunter. Und das Meer nahm er von den bronzenen Rindern herunter, die darunter waren, und setzte es auf ein steinernes Pflaster.

18 Auch die bedeckte Sabbathalle, die am Tempel gebaut war, und den äußeren Königseingang am Hause des Herrn änderte er wegen des Königs von Assyrien.

19 Was aber mehr von Ahas zu sagen ist, was er getan hat, siehe, das steht geschrieben in der Chronik der Könige von Juda.

20 Und Ahas legte sich zu seinen Vätern und wurde begraben bei seinen Vätern in der Stadt Davids. Und sein Sohn Hiskia wurde König an seiner statt.

Hoschea, König von Israel. Die Eroberung Samarias

171 Im zwölften Jahr des Ahas, des Königs von Juda, wurde Hoschea, der Sohn Elas, König über Israel und regierte zu Samaria neun Jahre.

2 Und er tat, was dem Herrn missfiel, doch nicht wie die Könige von Israel, die vor ihm waren.

3 Gegen ihn zog herauf Salmanassar, der König von Assyrien. Und Hoschea wurde ihm untertan und brachte ihm Abgaben.

4 Als aber der König von Assyrien innewurde, dass Hoschea eine Verschwörung gemacht und Boten gesandt hatte zu So, dem König von Ägypten, und keine Abgaben dem König von Assyrien brachte wie alle Jahre, nahm er ihn fest und legte ihn ins Gefängnis.

5 Und der König von Assyrien zog durch das ganze Land und gegen Samaria und belagerte es drei Jahre lang.

6 Und im neunten Jahr Hoscheas eroberte der König von Assyrien Samaria und führte Israel weg nach Assyrien und ließ sie wohnen in Halach und am Habor, dem Fluss von Gosan, und in den Städten der Meder.

Israel wird in die Verbannung geführt

7 Denn die Israeliten hatten gegen den Herrn, ihren Gott, gesündigt, der sie aus Ägyptenland geführt hatte, aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten, und fürchteten andere Götter

8 und wandelten nach den Satzungen der Völker, die der Herr vor den Israeliten vertrieben hatte, und taten wie die Könige von Israel.

9 Und die Israeliten ersannen, was nicht recht war gegen den Herrn, ihren Gott. Sie bauten sich Höhen in allen ihren Städten, vom Wachtturm bis zur festen Stadt,

10 und richteten Steinmale auf und Ascheren auf jedem hohen Hügel und unter jedem grünen Baum

11 und räucherten auf allen Höhen wie die Völker, die der Herr vor ihnen weggetrieben hatte, und trieben böse Dinge, womit sie den Herrn erzürnten,

12 und dienten den Götzen, von denen der Herr zu ihnen gesagt hatte: Das sollt ihr nicht tun!

13 Und doch hatte der Herr Israel und Juda gewarnt durch alle Propheten und alle Seher und ihnen sagen lassen: Kehrt um von euren bösen Wegen und haltet meine Gebote und Rechte nach dem ganzen Gesetz, das ich euren Vätern geboten habe und das ich zu euch gesandt habe durch meine Knechte, die Propheten.

14 Aber sie gehorchten nicht, sondern versteiften ihren Nacken wie ihre Väter, die nicht an den Herrn, ihren Gott, glaubten.

15 Dazu verachteten sie seine Gebote und seinen Bund, den er mit ihren Vätern geschlossen hatte, und seine Warnungen, die er ihnen gab, und wandelten ihren nichtigen Götzen nach und trieben Nichtiges. Sie taten wie die Heiden um sie her, von denen der Herr ihnen geboten hatte, sie sollten nicht wie diese tun.

16 Aber sie verließen alle Gebote des Herrn, ihres Gottes, und machten sich zwei gegossene Kälber und eine Aschera und beteten alles Heer des Himmels an und dienten dem Baal

17 und ließen ihre Söhne und Töchter durchs Feuer gehen und gingen mit Wahrsagerei und Zauberei um und verkauften sich, zu tun, was dem Herrn missfiel, um ihn zu erzürnen.

18 Da wurde der Herr sehr zornig über Israel und tat es von seinem Angesicht weg, sodass nichts übrig blieb als der Stamm Juda allein. –

19 Auch Juda hielt nicht die Gebote des Herrn, seines Gottes, sondern wandelte nach den Satzungen, nach denen Israel gelebt hatte. –

20 Darum verwarf der Herr das ganze Geschlecht Israel und demütigte sie und gab sie in die Hände der Räuber, bis er sie von seinem Angesicht wegstieß.

21 Denn Israel hatte sich losgerissen vom Hause David und Jerobeam, den Sohn Nebats, zum König gemacht. Der wandte Israel ab vom Herrn und machte, dass sie schwer sündigten.

22 So wandelten die Israeliten in allen Sünden Jerobeams, die er getan hatte, und sie ließen nicht davon ab,

23 bis der Herr Israel von seinem Angesicht wegtat, wie er geredet hatte durch alle seine Knechte, die Propheten. So wurde Israel aus seinem Lande weggeführt nach Assyrien bis auf diesen Tag.

Die Neubesiedlung Samariens

24 Der König von Assyrien aber ließ Leute von Babel kommen, von Kuta, von Awa, von Hamat und Sefarwajim und ließ sie wohnen in den Städten Samariens anstelle der Israeliten. Und sie nahmen Samarien in Besitz und wohnten in seinen Städten.

25 Als sie aber anfingen, dort zu wohnen, und den Herrn nicht fürchteten, sandte der Herr Löwen unter sie, die töteten sie.

26 Und man ließ dem König von Assyrien sagen: Die Völker, die du hergebracht und mit denen du die Städte Samariens besetzt hast, wissen nichts von der Verehrung des Gottes dieses Landes. Darum hat er Löwen unter sie gesandt, und siehe, diese töten sie, weil sie nichts wissen von der Verehrung des Gottes dieses Landes.

27 Der König von Assyrien gebot und sprach: Bringt dorthin einen der Priester, die von dort weggeführt sind; er ziehe hin und wohne dort und lehre sie die Verehrung des Gottes des Landes.

28 Da kam einer der Priester, die aus Samarien weggeführt waren, und wohnte in Bethel und lehrte sie, wie sie den Herrn fürchten sollten.

29 Aber ein jedes Volk machte sich seinen Gott und tat ihn in die Heiligtümer auf den Höhen, die die Samaritaner gemacht hatten, jedes Volk in seinen Städten, in denen es wohnte.

30 Die von Babel machten sich Sukkot-Benot, die von Kuta machten sich Nergal, die von Hamat machten sich Aschima,

31 die von Awa machten sich Nibhas und Tartak; die von Sefarwajim verbrannten ihre Söhne dem Adrammelech und Anammelech, den Göttern derer von Sefarwajim.

32 Und weil sie auch den Herrn fürchteten, machten sie sich Priester auf den Höhen aus allem Volk unter ihnen; die taten Dienst für sie in den Heiligtümern auf den Höhen.

33 So fürchteten sie den Herrn, dienten aber auch den Göttern nach dem Brauch der Völker, aus denen man sie weggeführt hatte.

34 Und bis auf diesen Tag tun sie nach den früheren Bräuchen: Sie fürchten weder den Herrn noch halten sie Satzungen und Rechte nach dem Gesetz und Gebot, das der Herr geboten hat den Nachkommen Jakobs, dem er den Namen Israel gab;

35 hatte doch der Herr einen Bund mit ihnen geschlossen und ihnen geboten: Fürchtet keine andern Götter und betet sie nicht an und dient ihnen nicht und opfert ihnen nicht,

36 sondern den Herrn, der euch aus Ägyptenland geführt hat mit großer Kraft und ausgerecktem Arm, den fürchtet, den betet an und dem opfert.

37 Und die Satzungen und Rechte, das Gesetz und das Gebot, die er euch hat aufschreiben lassen, die haltet, dass ihr danach tut allezeit, und fürchtet nicht andere Götter.

38 Und den Bund, den er mit euch geschlossen hat, vergesst nicht und fürchtet nicht andere Götter,

39 sondern fürchtet den Herrn, euren Gott; der wird euch erretten von allen euren Feinden.

40 Aber sie gehorchten nicht, sondern taten nach ihren früheren Bräuchen.

41 So fürchteten diese Völker den Herrn und dienten zugleich ihren Götzen. Auch ihre Kinder und Kindeskinder tun, wie ihre Väter getan haben, bis auf diesen Tag.