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  • Das zweite Buch der Könige (2.Kön 11,1-13,25)

Die Herrschaft der Atalja. Joasch wird König von Juda

111 Als aber Atalja, Ahasjas Mutter, sah, dass ihr Sohn tot war, machte sie sich auf und brachte alle aus dem königlichen Geschlecht um.

2 Aber Joscheba, die Tochter des Königs Joram, Ahasjas Schwester, nahm Joasch, den Sohn Ahasjas, und stahl ihn aus der Mitte der Söhne des Königs, die getötet werden sollten, und brachte ihn mit seiner Amme in die Bettenkammer. Und man verbarg ihn vor Atalja, dass er nicht getötet wurde.

3 Und er war bei Joscheba versteckt im Hause des Herrn sechs Jahre lang. Atalja aber war Königin über das Land.

4 Im siebenten Jahr aber sandte Jojada hin und nahm die Hauptleute über Hundert von der Garde und der Leibwache und ließ sie zu sich ins Haus des Herrn kommen und schloss einen Bund mit ihnen und nahm einen Eid von ihnen im Hause des Herrn und zeigte ihnen den Sohn des Königs

5 und gebot ihnen: Das ist's, was ihr tun sollt: Ein Drittel von euch, die ihr am Sabbat antretet, soll Wache halten im Haus des Königs

6 und ein Drittel soll Wache halten am Tor Sur und ein Drittel am Tor hinter dem Haus der Leibwache; so sollt ihr Wache halten rings um das Haus.

7 Aber zwei Abteilungen von euch, die am Sabbat abtreten, sollen Wache halten im Hause des Herrn um den König her,

8 und ihr sollt euch rings um den König stellen, jeder mit seiner Waffe in der Hand, und wer hereinkommt zwischen die Reihen, der sterbe. Und ihr sollt bei dem König sein, wenn er aus und ein geht.

9 Und die Hauptleute über Hundert taten alles, was ihnen der Priester Jojada geboten hatte, und nahmen zu sich ihre Männer, die am Sabbat antraten, mit denen, die am Sabbat abtraten, und kamen zu dem Priester Jojada.

10 Und der Priester gab den Hauptleuten über Hundert die Spieße und Köcher, die dem König David gehört hatten und in dem Hause des Herrn waren.

11 Und die Leibwache stand, jeder mit seiner Waffe in der Hand, von der Seite des Tempels im Süden bis zur Seite im Norden, vor dem Altar und dem Tempel, rings um den König herum.

12 Und Jojada ließ den Sohn des Königs hervortreten und setzte ihm die Krone auf und gab ihm die Ordnung, und sie machten ihn zum König und salbten ihn, klatschten in die Hände und riefen: Es lebe der König!

13 Und als Atalja das Geschrei der Leibwache und des Volks hörte, das herzulief, kam sie zum Volk in das Haus des Herrn

14 und sah, und siehe, da stand der König an der Säule, wie es Brauch war, und die Hauptleute und die Trompeter bei dem König. Und alles Volk des Landes war fröhlich und blies die Trompeten. Atalja aber zerriss ihre Kleider und rief: Aufruhr, Aufruhr!

15 Aber der Priester Jojada gebot den Hauptleuten über Hundert, die über das Heer gesetzt waren, und sprach zu ihnen: Führt sie zwischen den Reihen hinaus, und wer ihr folgt, der sterbe durchs Schwert! Denn der Priester hatte gesagt, sie sollte nicht im Hause des Herrn getötet werden.

16 Und sie legten die Hände an sie, und sie ging hin den Weg, wo die Rosse zum Hause des Königs gehen, und wurde dort getötet.

17 Und Jojada schloss einen Bund zwischen dem Herrn und dem König und dem Volk, dass sie des Herrn Volk sein sollten; desgleichen auch zwischen dem König und dem Volk.

18 Da ging alles Volk des Landes in das Haus Baals, und sie brachen seine Altäre ab und zerschlugen seine Götzenbilder ganz und gar und erschlugen Mattan, den Priester Baals, vor den Altären.

Der Priester Jojada aber bestellte Wachen am Hause des Herrn

19 und nahm die Hauptleute über Hundert und die Garde und die Leibwache und alles Volk des Landes, und sie führten den König hinab vom Hause des Herrn und kamen durchs Tor der Leibwache zum Hause des Königs. Und er setzte sich auf den königlichen Thron.

20 Und alles Volk des Landes war fröhlich, aber die Stadt blieb still. Atalja aber töteten sie mit dem Schwert bei des Königs Hause.

Joasch, König von Juda

121 Und Joasch war sieben Jahre alt, als er König wurde.

2 Im siebenten Jahr Jehus wurde Joasch König und regierte vierzig Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Zibja, aus Beerscheba.

3 Und Joasch tat sein Leben lang, was recht war und dem Herrn wohlgefiel, weil ihn der Priester Jojada lehrte,

4 nur, dass die Höhen nicht entfernt wurden; denn das Volk opferte und räucherte noch auf den Höhen.

5 Und Joasch sprach zu den Priestern: Alles Geld, das als Weihegabe in das Haus des Herrn gebracht wird – Geld, wie es gang und gäbe ist –, nämlich das Geld, das jedermann gibt, wie er geschätzt wird, und alles Geld, das jedermann aus freiem Herzen opfert, dass er's in das Haus des Herrn bringe,

6 das sollen die Priester zu sich nehmen, jeder von seinem Bekannten. Davon sollen sie ausbessern, was baufällig ist am Hause, wo sie finden, dass es baufällig ist.

7 Als aber die Priester bis ins dreiundzwanzigste Jahr des Königs Joasch nicht ausgebessert hatten, was baufällig war am Hause,

8 rief der König Joasch den Priester Jojada samt den Priestern und sprach zu ihnen: Warum bessert ihr nicht aus, was baufällig ist am Hause? Von nun an sollt ihr nicht mehr das Geld an euch nehmen, jeder von seinen Bekannten, sondern sollt's geben zur Ausbesserung für das, was baufällig ist am Hause.

9 Und die Priester willigten ein, dass sie vom Volk kein Geld mehr nehmen sollten, aber auch das Baufällige am Hause nicht mehr auszubessern brauchten.

10 Da nahm der Priester Jojada eine Lade und bohrte oben ein Loch hinein und stellte sie auf zur rechten Hand neben den Altar, wo man in das Haus des Herrn geht. Und die Priester, die an der Schwelle wachten, taten alles Geld hinein, das in das Haus des Herrn gebracht wurde.

11 Wenn sie dann sahen, dass viel Geld in der Lade war, kam der Schreiber des Königs mit dem Hohenpriester herauf, und sie zählten das Geld, das sich in dem Hause des Herrn vorfand, und banden es zusammen.

12 Und man übergab das Geld abgezählt den Werkmeistern, die bestellt waren für das Haus des Herrn, und sie gaben es aus an die Zimmerleute und Bauleute, die am Hause des Herrn arbeiteten,

13 nämlich an die Maurer und Steinmetzen und an die, die Holz und gehauene Steine kaufen sollten, dass das Baufällige am Hause des Herrn ausgebessert werde, und für alles, was not war, um am Hause auszubessern.

14 Doch ließ man nicht machen silberne Schalen, Messer, Becken, Trompeten, auch kein goldenes oder silbernes Gerät im Hause des Herrn von dem Geld, das zu des Herrn Hause gebracht wurde,

15 sondern man gab's den Arbeitern, dass sie damit das Baufällige am Hause des Herrn ausbesserten.

16 Auch brauchten die Männer nicht Rechnung zu legen, denen man das Geld übergab, dass sie es den Arbeitern gäben, sondern sie handelten auf Treu und Glauben.

17 Aber das Geld von Schuldopfern und Sündopfern kam nicht für das Haus des Herrn ein, denn es gehörte den Priestern.

18 Zu der Zeit zog Hasaël, der König von Aram, herauf und kämpfte gegen Gat und eroberte es. Und als Hasaël sich wandte, um gegen Jerusalem hinaufzuziehen,

19 nahm Joasch, der König von Juda, alle Weihegaben, die seine Väter Joschafat, Joram und Ahasja, die Könige von Juda, geheiligt hatten, und was er selbst geheiligt hatte, dazu alles Gold, das man fand im Schatz des Hauses des Herrn und im Hause des Königs, und schickte es Hasaël, dem König von Aram. Da zog er von Jerusalem ab.

20 Was aber mehr von Joasch zu sagen ist und alles, was er getan hat, das steht geschrieben in der Chronik der Könige von Juda.

21 Und seine Großen empörten sich und machten eine Verschwörung und erschlugen ihn im Haus des Millo, wo man hinabgeht nach Silla.

22 Josabad, der Sohn Schimats, und Josabad, der Sohn Schomers, seine Großen, schlugen ihn tot. Und man begrub ihn bei seinen Vätern in der Stadt Davids. Und sein Sohn Amazja wurde König an seiner statt.

Joahas, König von Israel

131 Im dreiundzwanzigsten Jahr des Joasch, des Sohnes Ahasjas, des Königs von Juda, wurde Joahas, der Sohn Jehus, König über Israel und regierte zu Samaria siebzehn Jahre.

2 Und er tat, was dem Herrn missfiel, und wandelte nach den Sünden Jerobeams, des Sohnes Nebats, der Israel sündigen machte, und ließ nicht davon ab.

3 Und des Herrn Zorn entbrannte über Israel, und er gab sie in die Hand Hasaëls, des Königs von Aram, und Ben-Hadads, des Sohnes Hasaëls, die ganze Zeit.

4 Aber Joahas besänftigte den Herrn, und der Herr erhörte ihn; denn er sah den Jammer Israels an, wie der König von Aram es bedrängte.

5 Und der Herr gab Israel einen Retter, der sie aus der Gewalt der Aramäer befreite, dass die Israeliten in ihren Zelten wohnten wie zuvor.

6 Doch ließen sie nicht ab von der Sünde des Hauses Jerobeams, der Israel sündigen machte, sondern wandelten darin. Auch blieb die Aschera zu Samaria stehen.

7 Denn es waren vom Kriegsvolk des Joahas nicht mehr übrig geblieben als fünfzig Reiter, zehn Wagen und zehntausend Mann Fußvolk; denn der König von Aram hatte sie umgebracht und gemacht wie Staub beim Dreschen.

8 Was aber mehr von Joahas zu sagen ist und alles, was er getan hat, und seine tapferen Taten, siehe, das steht geschrieben in der Chronik der Könige von Israel.

9 Und Joahas legte sich zu seinen Vätern, und man begrub ihn zu Samaria. Und sein Sohn Joasch wurde König an seiner statt.

Joasch, König von Israel

10 Im siebenunddreißigsten Jahr des Joasch, des Königs von Juda, wurde Joasch, der Sohn des Joahas, König über Israel und regierte zu Samaria sechzehn Jahre.

11 Und er tat, was dem Herrn missfiel, und ließ nicht ab von allen Sünden Jerobeams, des Sohnes Nebats, der Israel sündigen machte, sondern wandelte darin.

12 Was aber mehr von Joasch zu sagen ist und was er getan hat und seine tapferen Taten, wie er mit Amazja, dem König von Juda, gekämpft hat, siehe, das steht geschrieben in der Chronik der Könige von Israel.

13 Und Joasch legte sich zu seinen Vätern, und auf seinen Thron setzte sich Jerobeam. Joasch aber wurde begraben zu Samaria bei den Königen von Israel.

Elisas Tod. Joaschs Siege über Ben-Hadad

14 Als aber Elisa an der Krankheit erkrankte, an der er sterben sollte, kam Joasch, der König von Israel, zu ihm hinab und weinte vor ihm und sprach: Mein Vater, mein Vater! Du Wagen Israels und seine Reiter!

15 Elisa aber sprach zu ihm: Nimm Bogen und Pfeile! Und als er den Bogen und die Pfeile nahm,

16 sprach er zum König von Israel: Spanne mit deiner Hand den Bogen! Und er spannte ihn mit seiner Hand. Und Elisa legte seine Hand auf des Königs Hand

17 und sprach: Tu das Fenster auf nach Osten! Und er tat's auf. Und Elisa sprach: Schieß! Und er schoss. Elisa aber rief: Ein Pfeil des Siegs vom Herrn, ein Pfeil des Siegs gegen Aram! Du wirst die Aramäer schlagen bei Afek, bis sie aufgerieben sind.

18 Und er sprach: Nimm die Pfeile! Und als er sie nahm, sprach er zum König von Israel: Schlag auf die Erde! Und er schlug dreimal und hielt inne.

19 Da wurde der Mann Gottes zornig auf ihn und sprach: Hättest du fünf- oder sechsmal geschlagen, so hättest du die Aramäer geschlagen, bis sie aufgerieben wären; nun aber wirst du sie nur dreimal schlagen.

20 Als aber Elisa gestorben war und man ihn begraben hatte, fielen streifende Rotten der Moabiter ins Land Jahr um Jahr.

21 Und es begab sich, dass man einen Mann zu Grabe trug. Als man aber eine dieser Scharen sah, warf man den Mann in Elisas Grab. Und als er die Gebeine Elisas berührte, wurde er lebendig und trat auf seine Füße.

22 Hasaël, der König von Aram, bedrängte Israel, solange Joahas lebte.

23 Aber der Herr gab ihnen Gnade und erbarmte sich ihrer und wandte sich ihnen wieder zu um seines Bundes willen mit Abraham, Isaak und Jakob und wollte sie nicht verderben, verwarf sie auch nicht von seinem Angesicht bis auf diese Stunde.

24 Und Hasaël, der König von Aram, starb, und sein Sohn Ben-Hadad wurde König an seiner statt.

25 Joasch, der Sohn des Joahas, aber gewann die Städte zurück aus der Hand Ben-Hadads, des Sohnes Hasaëls, die er im Kampf seinem Vater Joahas genommen hatte. Dreimal schlug ihn Joasch und gewann die Städte Israels zurück.