Logo
  • Das zweite Buch der Chronik (2.Chr 24,1-25,28)

Joaschs Sorge für den Tempel

241 Joasch war sieben Jahre alt, als er König wurde; und er regierte vierzig Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Zibja, aus Beerscheba.

2 Und Joasch tat, was dem Herrn wohlgefiel, solange der Priester Jojada lebte.

3 Und Jojada nahm zwei Frauen für Joasch, und er zeugte Söhne und Töchter.

4 Danach nahm sich Joasch vor, das Haus des Herrn zu erneuern,

5 und versammelte die Priester und Leviten und sprach zu ihnen: Zieht hin in alle Städte Judas und sammelt Geld aus ganz Israel, um jährlich das Haus eures Gottes auszubessern, und eilt, solches zu tun! Aber die Leviten eilten nicht.

6 Da rief der König den Hohenpriester Jojada und sprach zu ihm: Warum hast du nicht acht auf die Leviten, dass sie einbringen von Juda und Jerusalem die Steuer, die Mose, der Knecht des Herrn, und die Gemeinde für die Stiftshütte zu sammeln Israel geboten haben?

7 Denn die gottlose Atalja und ihre Söhne haben das Haus Gottes verfallen lassen und alles, was dem Hause des Herrn geheiligt war, an die Baale gebracht.

8 Da befahl der König, dass man eine Lade machte, und man stellte sie außen ins Tor am Hause des Herrn;

9 und sie ließen in Juda und Jerusalem ausrufen, dass man dem Herrn die Steuer bringen sollte, die in der Wüste von Mose, dem Knecht Gottes, auf Israel gelegt war.

10 Da freuten sich alle Oberen und alles Volk und brachten's und warfen's in die Lade, bis sie voll war.

11 Und wenn es Zeit war, ließ man die Lade durch die Leviten zum König bringen, dass er sie prüfe. Wenn man sah, dass viel Geld darin war, so kam der Schreiber des Königs und der Beauftragte des Hohenpriesters, und man schüttete die Lade aus, und sie trugen sie wieder hin an ihren Ort. So taten sie alle Tage und brachten viel Geld zusammen.

12 Und der König und Jojada gaben es den Werkmeistern, die am Hause des Herrn arbeiteten. Diese stellten Steinmetzen und Zimmerleute an, um das Haus des Herrn zu erneuern, und auch Meister in Eisen und Bronze, um das Haus des Herrn auszubessern.

13 Und die Werkmeister sorgten dafür, dass durch sie die Ausbesserung fortschritt, und so stellten sie das Haus Gottes nach seinen Maßen wieder her und setzten es instand.

14 Und als sie es vollendet hatten, brachten sie das übrige Geld vor den König und Jojada. Davon machte man Geräte für das Haus des Herrn, Geräte für den Dienst und für die Brandopfer, Löffel und goldene und silberne Geräte. Und sie opferten Brandopfer beim Hause des Herrn allezeit, solange Jojada lebte.

15 Und Jojada ward alt und lebenssatt und starb und war hundertdreißig Jahre alt, als er starb.

16 Und sie begruben ihn in der Stadt Davids bei den Königen, weil er an Israel und an Gott und seinem Hause wohlgetan hatte.

Joaschs Abfall und Ende

17 Und nach dem Tode Jojadas kamen die Oberen Judas und huldigten dem König; da hörte der König auf sie.

18 Und sie verließen das Haus des Herrn, des Gottes ihrer Väter, und dienten den Ascheren und den Götzen. Da kam der Zorn über Juda und Jerusalem um dieser ihrer Schuld willen.

19 Der Herr aber sandte Propheten zu ihnen, dass sie sich zum Herrn bekehren sollten, und sie ermahnten sie, aber sie nahmen's nicht zu Ohren.

20 Und der Geist Gottes ergriff Secharja, den Sohn des Priesters Jojada. Der trat vor das Volk und sprach zu ihnen: So spricht Gott: Warum übertretet ihr die Gebote des Herrn, sodass ihr kein Gelingen habt? Denn ihr habt den Herrn verlassen, darum wird er euch auch verlassen.

21 Aber sie machten eine Verschwörung gegen ihn und steinigten ihn auf Befehl des Königs im Vorhof am Hause des Herrn.

22 Und der König Joasch gedachte nicht an die Barmherzigkeit, die Jojada, der Vater Secharjas, an ihm getan hatte, sondern tötete seinen Sohn. Der aber sprach, als er starb: Der Herr wird es sehen und strafen.

23 Und als das Jahr um war, zog herauf das Heer der Aramäer, und sie kamen nach Juda und Jerusalem und brachten alle Oberen im Volk um, und all ihren Raub sandten sie dem König von Damaskus.

24 Denn obwohl das Heer der Aramäer mit wenigen Männern kam, gab der Herr ein sehr großes Heer in ihre Hand, weil sie den Herrn, den Gott ihrer Väter, verlassen hatten. Damit vollzogen sie an Joasch die Strafe.

25 Und als sie von ihm zogen, ließen sie ihn in großer Krankheit zurück. Es machten aber seine Großen eine Verschwörung gegen ihn um der Blutschuld willen an dem Sohn des Priesters Jojada und töteten ihn auf seinem Bett, und er starb. Und man begrub ihn in der Stadt Davids, aber nicht in den Gräbern der Könige.

26 Diese aber machten die Verschwörung gegen ihn: Sabad, der Sohn der Schimat, der Ammoniterin, und Josabad, der Sohn der Schimrit, der Moabiterin.

27 Aber seine Söhne und die Menge der Steuern, die er veranlasste, und der Bau des Hauses Gottes, siehe, das steht geschrieben in der Auslegung des Buchs der Könige. Und sein Sohn Amazja wurde König an seiner statt.

Amazja

251 Fünfundzwanzig Jahre alt war Amazja, als er König wurde; und er regierte neunundzwanzig Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Joaddan, aus Jerusalem.

2 Und er tat, was dem Herrn wohlgefiel, doch nicht von ganzem Herzen.

3 Als er nun das Königtum fest in der Hand hatte, tötete er seine Großen, die den König, seinen Vater, erschlagen hatten.

4 Aber ihre Söhne tötete er nicht; denn so steht es geschrieben im Gesetz, im Buch des Mose, wo der Herr gebietet: Die Väter sollen nicht sterben für die Kinder und die Kinder nicht für die Väter, sondern ein jeder soll nur um seiner Sünde willen sterben.

5 Und Amazja bot Juda auf und ordnete sie, ganz Juda und Benjamin, nach ihren Sippen unter die Obersten über Tausend und unter die Hauptleute über Hundert und musterte sie von zwanzig Jahren an und darüber, und es fanden sich dreihunderttausend auserlesene Leute, die in den Krieg ziehen und Spieß und Schild führen konnten.

6 Dazu warb er aus Israel hunderttausend Kriegsleute für hundert Zentner Silber.

7 Es kam aber ein Mann Gottes zu ihm und sprach: König, lass nicht das Heer Israels mit dir ziehen, denn der Herr ist nicht mit Israel, mit allen Ephraimitern;

8 sondern zieh du allein in den Kampf; tu's und sei stark! Sollte Gott dich fallen lassen vor dem Feind? Denn bei Gott steht die Kraft zu helfen und fallen zu lassen.

9 Amazja sprach zu dem Mann Gottes: Was soll man dann tun mit den hundert Zentnern, die ich den Kriegsleuten aus Israel gegeben habe? Der Mann Gottes sprach: Es steht beim Herrn, dir mehr zu geben als dies.

10 Da sonderte Amazja die Kriegsleute ab, die zu ihm aus Ephraim gekommen waren, dass sie wieder heimkehrten. Da entbrannte ihr Zorn sehr gegen Juda, und sie zogen zurück an ihren Ort mit grimmigem Zorn.

11 Und Amazja ward getrost und führte sein Volk aus und zog ins Salztal und schlug die Männer von Seïr, zehntausend.

12 Und die Judäer fingen zehntausend von ihnen lebendig; die führten sie auf die Spitze eines Felsens und stürzten sie von der Spitze des Felsens, dass sie alle zerschellten.

13 Aber die Kriegsleute, die Amazja hatte ziehen lassen, dass sie nicht mit seinem Volk in den Kampf zögen, fielen in die Städte Judas ein von Samaria bis nach Bet-Horon und erschlugen dreitausend Mann von ihnen und gewannen viel Beute.

14 Und als Amazja vom Sieg über die Edomiter wiederkam, brachte er die Götter der Leute von Seïr mit und stellte sie sich als Götter auf und betete sie an und räucherte ihnen.

15 Da entbrannte der Zorn des Herrn über Amazja, und er sandte einen Propheten zu ihm. Der sprach zu ihm: Warum suchst du die Götter des Volks, die ihr Volk nicht aus deiner Hand erretten konnten?

16 Und als er so mit ihm redete, sprach der König zu ihm: Hat man dich zu des Königs Ratgeber gemacht? Höre auf! Warum willst du getötet werden? Da hörte der Prophet auf und sprach: Ich merke wohl, dass Gott beschlossen hat, dich zu verderben, weil du solches getan und auf meinen Rat nicht gehört hast.

17 Und Amazja, der König von Juda, entschloss sich hinzusenden zu Joasch, dem Sohn des Joahas, des Sohnes Jehus, dem König von Israel, und ließ ihm sagen: Komm, wir wollen uns miteinander messen!

18 Aber Joasch, der König von Israel, sandte zu Amazja, dem König von Juda, und antwortete ihm: Der Dornstrauch im Libanon sandte zur Zeder im Libanon und ließ ihr sagen: Gib deine Tochter meinem Sohn zur Frau! Aber das Wild im Libanon lief über den Dornstrauch und zertrat ihn.

19 Du denkst: Siehe, ich habe die Edomiter geschlagen. Darüber erhebt sich dein Herz und du suchst noch mehr Ruhm. Bleib doch daheim. Warum suchst du dein Unglück, dass du zu Fall kommst und Juda mit dir?

20 Aber Amazja hörte nicht darauf; denn es geschah von Gott, dass sie dahingegeben würden, weil sie die Götter der Edomiter gesucht hatten.

21 Da zog Joasch, der König von Israel, herauf, und sie maßen sich miteinander, er und Amazja, der König von Juda, bei Bet-Schemesch, das in Juda liegt.

22 Aber Juda wurde vor Israel her geschlagen, und sie flohen, ein jeder zu seinen Zelten.

23 Aber Amazja, den Sohn des Joasch, den König von Juda, nahm Joasch, der Sohn des Joahas, der König von Israel, bei Bet-Schemesch gefangen und brachte ihn nach Jerusalem und riss die Mauer von Jerusalem ein vom Tor Ephraim bis an das Ecktor, vierhundert Ellen lang.

24 Und alles Gold und Silber und alle Geräte, die im Hause Gottes unter der Obhut von Obed-Edom vorhanden waren, und die Schätze im Hause des Königs und die Geiseln nahm er mit sich nach Samaria.

25 Und Amazja, der Sohn des Joasch, der König von Juda, lebte nach dem Tode des Joasch, des Sohnes des Joahas, des Königs von Israel, noch fünfzehn Jahre.

26 Was aber mehr von Amazja zu sagen ist, das Frühere und das Spätere, siehe, das steht geschrieben im Buch der Könige von Juda und Israel.

27 Und von der Zeit an, da Amazja von dem Herrn wich, machten sie eine Verschwörung gegen ihn in Jerusalem. Er aber floh nach Lachisch. Da sandten sie hinter ihm her nach Lachisch und töteten ihn dort.

28 Und sie brachten ihn auf Rossen und begruben ihn bei seinen Vätern in der Stadt Judas.