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  • Das zweite Buch der Chronik (2.Chr 17,1-19,3)

Joschafats Regierung

171 Und sein Sohn Joschafat wurde König an seiner statt und wurde mächtig gegenüber Israel.

2 Er legte Kriegsvolk in alle festen Städte Judas und setzte Amtleute ein im Lande Juda und in den Städten Ephraims, die sein Vater Asa erobert hatte.

3 Und der Herr war mit Joschafat; denn er wandelte auf denselben Wegen wie vormals sein Vater David und suchte nicht die Baale,

4 sondern den Gott seines Vaters und wandelte in seinen Geboten und nicht nach den Werken Israels.

5 Darum bestätigte der Herr das Königtum in seiner Hand. Und ganz Juda gab Joschafat Geschenke, und er hatte Reichtum und Ehre die Fülle.

6 Und als sein Herz mutig in den Wegen des Herrn wurde, entfernte er die Opferhöhen und die Ascheren aus Juda.

7 Im dritten Jahr seiner Herrschaft sandte er seine Oberen Ben-Hajil, Obadja, Secharja, Netanel und Michaja, dass sie in den Städten Judas lehren sollten,

8 und mit ihnen die Leviten Schemaja, Netanja, Sebadja, Asaël, Schemiramot, Jonatan, Adonija, Tobija und Tob-Adonija und mit ihnen die Priester Elischama und Joram.

9 Und sie lehrten in Juda und hatten das Gesetzbuch des Herrn bei sich und zogen in allen Städten Judas umher und lehrten das Volk.

10 Da kam der Schrecken des Herrn über alle Königreiche der Länder, die um Juda herum lagen, sodass sie nicht gegen Joschafat kämpften.

11 Sogar einige von den Philistern brachten Joschafat Geschenke und Silber als Abgabe; auch die Araber brachten ihm siebentausendsiebenhundert Widder und siebentausendsiebenhundert Böcke.

12 So wurde Joschafat immer mächtiger. Und er baute in Juda Burgen und Städte mit Kornspeichern

13 und hatte viel Vorrat in den Städten Judas und Kriegsleute, streitbare Männer, zu Jerusalem.

14 Und dies war ihre Ordnung nach ihren Sippen: In Juda waren Oberste über Tausend: Adna, der Oberste, und unter ihm dreihunderttausend streitbare Männer;

15 neben ihm Johanan, der Oberste, und unter ihm zweihundertachtzigtausend;

16 neben ihm Amasja, der Sohn Sichris, der sich freiwillig in den Dienst des Herrn gestellt hatte, und unter ihm zweihunderttausend streitbare Männer;

17 und aus Benjamin: Eljada, ein streitbarer Mann, und unter ihm zweihunderttausend, die mit Bogen und Schild gerüstet waren;

18 neben ihm Josabad und unter ihm hundertachtzigtausend zum Kampf gerüstete Männer.

19 Diese alle dienten dem König außer denen, die der König in die festen Städte von ganz Juda gelegt hatte.

Joschafats Verbindung mit Ahab von Israel

181 Und Joschafat hatte großen Reichtum und viel Ehre und verschwägerte sich mit Ahab.

2 Und nach einigen Jahren zog er hinab zu Ahab nach Samaria. Und Ahab ließ für ihn und für das Volk, das bei ihm war, viele Schafe und Rinder schlachten. Und er beredete ihn, dass er hinaufzöge nach Ramot in Gilead.

3 Ahab, der König von Israel, sprach zu Joschafat, dem König von Juda: Willst du mit mir nach Ramot in Gilead ziehen? Er sprach zu ihm: Ich bin wie du und mein Volk wie dein Volk; wir wollen mit dir in den Kampf.

4 Aber Joschafat sprach zum König von Israel: Frage doch zuerst nach dem Wort des Herrn!

5 Und der König von Israel versammelte die Propheten, vierhundert Mann, und sprach zu ihnen: Sollen wir nach Ramot in Gilead in den Kampf ziehen oder soll ich's lassen? Sie sprachen: Zieh hinauf! Gott wird es in des Königs Hand geben.

6 Joschafat aber sprach: Ist nicht noch irgendein Prophet des Herrn hier, dass wir durch ihn den Herrn befragen?

7 Der König von Israel sprach zu Joschafat: Es ist noch ein Mann hier, durch den man den Herrn befragen kann; aber ich bin ihm gram, denn er weissagt über mich nichts Gutes, sondern immer nur Böses, nämlich Micha, der Sohn Jimlas. Joschafat sprach: Der König rede so nicht.

8 Und der König von Israel rief einen seiner Kämmerer und sprach: Bringe eilends her Micha, den Sohn Jimlas!

9 Und der König von Israel und Joschafat, der König von Juda, saßen ein jeder auf seinem Thron, mit ihren königlichen Kleidern angetan. Sie saßen aber auf dem Platz vor dem Tor von Samaria, und alle Propheten weissagten vor ihnen.

10 Und Zidkija, der Sohn Kenaanas, machte sich eiserne Hörner und sprach: So spricht der Herr: Hiermit wirst du die Aramäer niederstoßen, bis du sie aufreibst.

11 Und alle Propheten weissagten ebenso und sprachen: Zieh hinauf nach Ramot in Gilead! Es wird dir gelingen, der Herr wird es in des Königs Hand geben.

12 Und der Bote, der hingegangen war, um Micha zu rufen, sprach zu ihm: Siehe, die Worte der Propheten sind einmütig gut für den König. Lass doch auch dein Wort wie ihr Wort sein und rede Gutes.

13 Micha aber sprach: So wahr der Herr lebt: Was mein Gott sagen wird, das will ich reden.

14 Und als er zum König kam, sprach der König zu ihm: Micha, sollen wir nach Ramot in Gilead in den Kampf ziehen oder soll ich's lassen? Er sprach: Ja, zieht hinauf! Es wird euch gelingen, sie werden in eure Hände gegeben werden.

15 Aber der König sprach zu ihm: Wie oft soll ich dich beschwören, dass du mir im Namen des Herrn nichts als die Wahrheit sagst!

16 Da sprach er: Ich sah ganz Israel zerstreut auf den Bergen wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und der Herr sprach: Diese haben keinen Herrn. Ein jeder kehre wieder heim mit Frieden!

17 Da sprach der König von Israel zu Joschafat: Sagte ich dir nicht: Er weissagt nichts Gutes über mich, sondern nur Böses?

18 Micha aber sprach: Darum höret des Herrn Wort! Ich sah den Herrn sitzen auf seinem Thron, und das ganze himmlische Heer stand zu seiner Rechten und zu seiner Linken.

19 Und der Herr sprach: Wer will Ahab, den König von Israel, betören, dass er hinaufziehe und falle bei Ramot in Gilead? Und als dieser so und jener anders redete,

20 trat der Geist vor und stellte sich vor den Herrn und sprach: Ich will ihn betören. Der Herr aber sprach zu ihm: Womit?

21 Er sprach: Ich will ausfahren und ein Lügengeist sein in aller seiner Propheten Mund. Und der Herr sprach: Du wirst ihn betören und wirst es ausrichten; fahr hin und tu das!

22 Nun siehe, der Herr hat einen Lügengeist in den Mund dieser deiner Propheten gegeben, und der Herr hat Unheil gegen dich geredet.

23 Da trat herzu Zidkija, der Sohn Kenaanas, und schlug Micha auf die Backe und sprach: Auf welchem Wege sollte der Geist des Herrn von mir gewichen sein, um nun durch dich zu reden?

24 Micha sprach: Wahrlich, an jenem Tage wirst du's sehen, wenn du von einer Kammer in die andere gehst, um dich zu verstecken.

25 Aber der König von Israel sprach: Nehmt Micha und bringt ihn zu Amon, dem Stadthauptmann, und zu Joasch, dem Sohn des Königs,

26 und sagt: So spricht der König: Legt diesen ins Gefängnis und speist ihn nur kärglich mit Brot und Wasser, bis ich wiederkomme mit Frieden!

27 Micha sprach: Kommst du mit Frieden wieder, so hat der Herr nicht durch mich geredet. Und er sprach: Höret, alle Völker!

28 So zogen der König von Israel und Joschafat, der König von Juda, hinauf nach Ramot in Gilead.

29 Und der König von Israel sprach zu Joschafat: Ich will mich verkleiden und in den Kampf ziehen, du aber behalte deine königlichen Kleider an! Und der König von Israel verkleidete sich, und sie zogen in den Kampf.

30 Aber der König von Aram hatte den Obersten über seine Wagen geboten: Ihr sollt nicht kämpfen, weder gegen Klein noch gegen Groß, sondern allein gegen den König von Israel.

31 Als nun die Obersten der Wagen Joschafat sahen, dachten sie, es sei der König von Israel, und umringten ihn, um gegen ihn zu kämpfen. Aber Joschafat schrie und der Herr half ihm und Gott lockte sie von ihm weg.

32 Denn als die Obersten der Wagen merkten, dass er nicht der König von Israel war, wandten sie sich von ihm ab.

33 Es spannte aber ein Mann seinen Bogen von ungefähr und schoss den König von Israel zwischen Panzer und Wehrgehänge. Da sprach er zu seinem Wagenlenker: Wende um und führe mich aus dem Kampf; denn ich bin verwundet!

34 Aber der Kampf nahm immer mehr zu an jenem Tage, und der König von Israel blieb in seinem Wagen stehen gegenüber den Aramäern bis zum Abend; und er starb, als die Sonne unterging.

191 Joschafat aber, der König von Juda, kam wieder heim mit Frieden nach Jerusalem.

2 Und es ging ihm der Seher Jehu, der Sohn Hananis, entgegen und sprach zum König Joschafat: Sollst du so dem Gottlosen helfen und die lieben, die den Herrn hassen? Darum kommt über dich der Zorn vom Herrn.

3 Etwas Gutes ist aber doch an dir gefunden, dass du die Ascheren aus dem Lande ausgetilgt und dein Herz darauf gerichtet hast, Gott zu suchen.