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Lutherbibel 1984

Bis 2016 war die Lutherbibel in ihrer Textfassung von 1984 der offiziell zum Gebrauch empfohlene Bibeltext der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Auch heute noch ist diese klassische deutsche Bibelübersetzung weit verbreitet und bei Bibelleserinnen und -lesern beliebt.

  • DAS ERSTE BUCH DER MAKKABÄER
  • 1.Makk 3,18

Judas Makkabäus kämpft gegen die abtrünnigen Juden

31 Judas Makkabäus trat nun an die Stelle seines Vaters.

2 Und seine Brüder und alle, die sich zu seinem Vater gehalten hatten, halfen ihm und kämpften für Israel mit Freuden.

3 Judas gewann seinem Volk großes Ansehen. Er legte den Harnisch an wie ein Held und gürtete sich mit seinen Waffen und schützte sein Heerlager mit seinem Schwert.

4 Er war mutig wie ein Löwe, kühn wie ein junger brüllender Löwe, wenn er etwas jagt.

5 Er spürte die Abtrünnigen auf und verfolgte sie, und die, die das Volk verführten, bestrafte er mit Feuer,

6 sodass überall die Feinde vor ihm erschraken und alle Abtrünnigen niedergeworfen wurden; und er hatte Glück und Sieg.

7 Das verdross viele Könige; aber Jakob war es eine Freude und ewiger Ruhm und Ehre.

8 Er zog durch die Städte Judas und erschlug die Gottlosen, um den Zorn von Israel abzuwenden.

9 So wurde sein Name berühmt bis an die Enden der Erde, sodass alle Unterdrückten ihm zuliefen.

Judas Makkabäus besiegt Apollonius und Seron

10 Da brachte Apollonius ein großes Heer zusammen von Heiden und Leuten aus Samarien, um gegen Israel zu kämpfen.

11 Als Judas das hörte, zog er ihm entgegen, kämpfte mit ihm und erschlug ihn, und viele Feinde wurden verwundet und getötet; die Übrigen aber flohen.

12 Judas machte große Beute und nahm sich das Schwert des Apollonius; das führte er fortan sein Leben lang.

13 Als dann Seron, der Befehlshaber des syrischen Heeres, hörte, dass die Partei und Gemeinde der Frommen sich zu Judas hielt, sagte er:

14 Ich will mir einen Namen machen, damit ich im ganzen Königreich gepriesen werde, und will Judas und seinen Haufen, der den Befehl des Königs verachtet, schlagen.

15 Darum rüstete er sich und mit ihm zog ein großes Heer der Gottlosen, um ihm zu helfen und sich an Israel zu rächen. Und sie kamen bis nach Bet-Horon.

16 Da zog Judas ihm mit einer kleinen Schar entgegen.

17 Als sie aber das Heer sahen, das ihnen entgegenkam, sagten sie zu Judas: Wir sind nur wenige; auch sind wir heute matt vom Fasten; wie sollen wir gegen ein so großes und starkes Heer kämpfen?

18 Aber Judas sagte: Es kann leicht geschehen, dass wenige ein großes Heer überwinden; denn Gott kann ebenso gut durch wenige den Sieg verleihen wie durch viele.

19 Denn der Sieg kommt vom Himmel und wird nicht durch eine große Zahl errungen.

20 Sie ziehen gegen uns voller Frevel und Bosheit und wollen uns, unsre Frauen und Kinder ermorden und berauben.

21 Wir aber müssen uns wehren und für unser Leben und Gesetz kämpfen.

22 Darum wird sie Gott vor unsern Augen vernichten; ihr sollt sie nicht fürchten.

23 Als er das gesagt hatte, griff er die Feinde an, ehe sie sich's versahen, und schlug den Seron und sein Heer in die Flucht

24 und jagte sie von Bet-Horon hinunter in die Ebene und erschlug achthundert Mann; die Übrigen flohen ins Philisterland.

25 So legte sich Furcht und Schrecken vor Judas und seinen Brüdern auf alle Völker ringsum.

26 Und in allen Ländern sprach man von Judas und seinen Taten und es kam auch vor den König.

Lysias führt den Krieg gegen die Juden fort

27 Als nun König Antiochus das alles hörte, wurde er sehr zornig und ließ aus seinem ganzen Königreich ein großes Heer zusammenbringen,

28 öffnete seine Schatzkammer, gab dem Heer den Sold für ein Jahr und befahl, dass man auf alles gerüstet sein sollte.

29 Als er aber sah, dass er nicht mehr genug Geld in der Schatzkammer hatte und dass aus dem Land wegen des Aufruhrs und des Kriegs, den er gegen die althergebrachten Gesetze führte, nicht viel Tribut einging,

30 wurde er besorgt, dass er, wie bisher schon öfter, nichts mehr übrig behalten könnte für die Kosten seines Hofes und für die Geschenke, die er früher mit freigebiger Hand mehr als alle Könige vor ihm ausgegeben hatte.

31 Darüber war er sehr bestürzt und beschloss, nach Persien zu ziehen, von den Provinzen Tribut zu erheben und dadurch viel Geld zusammenzubringen.

32 Und er ließ im Lande einen Fürsten aus königlichem Stamm zurück mit Namen Lysias; den machte er zum Statthalter über das ganze Königreich vom Euphrat bis an die Grenze Ägyptens

33 und vertraute ihm seinen Sohn, den jungen Antiochus, zur Erziehung an, solange er außer Landes sein würde.

34 Er überließ ihm die Hälfte des Kriegsvolks und die Elefanten und gab ihm den Befehl, alles auszuführen, was er gegen die Bewohner von Judäa und Jerusalem vorhatte:

35 Er sollte ein Heer gegen sie schicken, um das Heer Israels und die Überlebenden in Jerusalem auszurotten und die Erinnerung an diesen Ort auszutilgen;

36 auch sollte er in ihrem ganzen Gebiet Leute aus fremdem Stamm ansiedeln und das Land durchs Los an sie verteilen.

Lysias rückt in Judäa ein

37 Im 147. Jahr nahm der König selbst das übrige Kriegsvolk und zog von seiner Stadt Antiochia aus über den Euphrat hinauf in die oberen Länder.

38 Aber Lysias bestimmte einige mächtige Männer von den Freunden des Königs zu Hauptleuten, nämlich Ptolemäus, den Sohn des Dorymenes, Nikanor und Gorgias,

39 und gab ihnen vierzigtausend Mann zu Fuß und siebentausend Reiter, damit sie das Land Juda überfallen und es verheeren sollten, wie der König befohlen hatte.

40 Nachdem sie nun mit diesem Heer ausgezogen waren, lagerten sie sich bei Emmaus in der Ebene.

41 Als die Kaufleute in der Umgegend davon hörten, kamen sie in das Lager und brachten sehr viel Silber und Gold und Fesseln mit sich, um die Israeliten als Sklaven zu kaufen. Auch aus Syrien und andern fremden Ländern stieß viel Kriegsvolk zu ihnen.

Judas Makkabäus rüstet sein Heer zur Abwehr

42 Als nun Judas und seine Brüder sahen, dass die Verfolgung immer schlimmer wurde und dass die Feinde an der Grenze lagen, und erfuhren, dass der König befohlen hatte, ganz Juda zu vertilgen,

43 sagten sie zueinander: Wir wollen der Erniedrigung unsres Volks ein Ende machen und für unser Volk und für das Heiligtum kämpfen.

44 Und die Gemeinde kam zusammen, um zum Kampf bereit zu sein und um miteinander zu beten und Gnade und Hilfe von Gott zu erflehen.

45 Aber zu dieser Zeit wohnte niemand mehr in Jerusalem, sondern es war wie eine Wüste, und keiner von ihren Bürgern ging mehr aus und ein; das Heiligtum war zertreten, Fremde hatten die Burg inne, und dort war ein Versammlungsort der Heiden; die Freude war von Jakob weggenommen, und man hörte dort weder Flöte noch Harfe.

46 Darum kam das Volk zusammen in Mizpa, gegenüber von Jerusalem; denn Israel hatte vorzeiten in Mizpa angebetet.

47 An diesem Tag fasteten sie und zogen Trauergewänder an, streuten Asche auf ihr Haupt und zerrissen ihre Kleider

48 und entrollten die Schriftrolle des Gesetzes, der die Heiden nachgespürt hatten, um ihre Götzen darauf zu malen.

49 Sie brachten auch dorthin die priesterlichen Kleider, die Erstlinge und Zehnten und ließen die Gottgeweihten herbeikommen, bei denen die Zeit ihres Gelübdes vorüber war,

50 und schrien laut zum Himmel: Was sollen wir mit diesen machen, und wo sollen wir sie hinführen?

51 Denn dein Heiligtum ist zertreten und entweiht, deine Priester leben in Trauer und Niedrigkeit.

52 Und siehe, die Heiden haben sich gegen uns versammelt, um uns ganz zu vertilgen. Du weißt, was sie gegen uns im Sinn haben.

53 Wie können wir ihnen standhalten, wenn nicht du uns hilfst?

54 Und sie bliesen die Trompeten und schrien mit lauter Stimme.

55 Danach setzte Judas Anführer für das Kriegsvolk ein, Oberste über tausend, über hundert, über fünfzig und über zehn.

56 Auch ließ er ausrufen, dass alle, die Häuser gebaut oder geheiratet oder Weinberge gepflanzt hatten oder alle, die voll Furcht waren, wieder heimziehen möchten, wie das Gesetz es ihnen erlaubt.

57 Danach zogen sie fort und schlugen ihr Lager im Süden von Emmaus auf.

58 Und Judas sagte: Rüstet euch und seid unerschrocken, damit ihr morgen früh bereit seid, gegen diese Heiden zu kämpfen, die zusammengekommen sind, um uns und unser Heiligtum zu vernichten!

59 Denn für uns ist es besser, im Krieg zu fallen, als das Unglück unsres Volks und unsres Heiligtums zu sehen.

60 Aber was Gott im Himmel will, das geschehe!

Copyright Lutherbibel, revidierter Text 1984, durchgesehene Ausgabe, © 1999 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart


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