Zürcher Bibel (ZB)
36

Bei dir ist die Quelle des Lebens

361Für den Chormeister. Vom Diener des Herrn, von David.

2Die Sünde raunt dem Frevler zu

im Innern seines Herzens:36,2 Der Massoretische Text wurde korrigiert; er lautet übersetzt: «... im Innern meines Herzens: ...»

Es gibt kein Erschrecken vor Gott.

So steht es ihm vor Augen.

36,2
Röm 3,18

3Er gefällt sich darin,

schuldig zu werden, zu hassen.

4Die Worte seines Mundes sind Lug und Trug,

er will keine Einsicht, will nicht mehr Gutes tun.

5Unheil sinnt er auf seinem Lager,

er tritt auf unguten Weg,

das Böse verwirft er nicht.

36,5
Mi 2,1

6Herr, bis in den Himmel reicht deine Güte,

bis zu den Wolken deine Treue.

36,6
57,11
108,5

7Deine Gerechtigkeit ist wie die Gottesberge,

deine Gerichte sind wie die grosse Flut.

Menschen und Tieren hilfst du, Herr.

8Wie kostbar ist deine Güte.

Götter und Menschen

suchen Zuflucht im Schatten deiner Flügel.

36,8
17,8

9Sie laben sich am Überfluss deines Hauses,

und am Strom deiner Wonnen tränkst du sie.

36,9
65,5

10Denn bei dir ist die Quelle des Lebens,

in deinem Licht schauen wir das Licht.

36,10
Jer 2,13
36,10
27,1

11Erhalte deine Güte denen, die dich kennen,

und deine Gerechtigkeit denen, die aufrichtigen Herzens sind.

12Hochmut trete nicht ein bei mir,

und die Macht der Frevler vertreibe mich nicht.

13Da fallen die Übeltäter,

sie werden niedergeworfen und stehen nicht wieder auf.

37

Befiehl dem Herrn deinen Weg

371Von David.

Erhitze dich nicht über die Übeltäter,

ereifere dich nicht über die, die Unrecht tun.

37,1
73,3
Spr 24,19

2Denn schnell wie das Gras verwelken sie,

und wie grünes Kraut verdorren sie.

37,2
90,5!-6

3Vertraue dem Herrn und tue das Gute,

bleibe im Land und bewahre die Treue.

4Freue dich des Herrn,

und er wird dir geben, was dein Herz begehrt.

37,4
20,5

5Befiehl dem Herrn deinen Weg

und vertraue auf ihn, er wird es vollbringen.

37,5
Spr 3,5-6

6Er wird deine Gerechtigkeit aufgehen lassen wie das Licht

und dein Recht wie den Mittag.

37,6
112,3-4
Hiob 11,17
Jes 58,810

7Sei still vor dem Herrn

und harre auf ihn.

Erhitze dich nicht über den, dessen Weg gelingt,

und nicht über den, der Ränke schmiedet.

37,7
62,2

8Lass ab vom Zorn, gib auf den Grimm,

erhitze dich nicht, es bringt nur Böses.

9Denn die Übeltäter werden ausgerottet,

die aber auf den Herrn hoffen, sie werden das Land besitzen.

37,9
25,13
37,11222934
69,36-37
Spr 2,21-22
Mt 25,3441

10Nur eine Weile noch, und der Frevler ist nicht mehr,

und suchst du seine Stätte, so ist sie dahin.

11Die Gebeugten aber werden das Land besitzen

und sich freuen an der Fülle des Friedens.

37,11
Mt 5,5

12Arges sinnt der Frevler gegen den Gerechten,

und er knirscht mit den Zähnen gegen ihn.

13Der Herr aber lacht über ihn,

denn er sieht, dass sein Tag kommt.

37,13
2,4

14Die Frevler zücken das Schwert

und spannen ihren Bogen,

um den Elenden und Armen zu fällen,

um hinzuschlachten, die auf geradem Wege sind.

37,14
11,2

15Ihr Schwert dringt ihnen ins eigene Herz,

und ihre Bogen werden zerbrochen.

16Besser das wenige, das der eine Gerechte hat,

als der Überfluss der vielen Frevler.

37,16
Spr 15,16
16,8

17Denn die Arme der Frevler werden zerbrochen,

die Gerechten aber stützt der Herr.

37,17
10,15

18Der Herr kennt die Tage der Getreuen,

und ihr Erbe wird ewig bestehen.

19Sie werden nicht zuschanden in böser Zeit,

in den Tagen des Hungers werden sie satt.

20Doch die Frevler kommen um,

die Feinde des Herrn;

wie die Pracht der Auen

schwinden sie dahin, im Rauch schwinden sie dahin.

37,20
68,3

21Der Frevler borgt und zahlt nicht zurück,

der Gerechte aber ist freigebig und schenkt.

22Die von ihm gesegnet sind, werden das Land besitzen,

die aber von ihm geschmäht sind, werden ausgerottet.

37,22
37,9

23Der Herr festigt dem die Schritte,

dessen Weg ihm gefällt.

37,23
Spr 20,24

24Kommt er zu Fall, so stürzt er doch nicht,

denn der Herr stützt seine Hand.

37,24
145,14

25Ich bin jung gewesen und bin alt geworden,

und nie sah ich den Gerechten verlassen,

nie seine Nachkommen betteln um Brot.

37,25
109,10

26Allezeit ist er freigebig und zu leihen bereit,

und seine Nachkommen werden zum Segen.

27Meide das Böse und tue das Gute,

und du wirst auf ewig bleiben.

37,27
34,15

28Denn der Herr liebt das Recht,

und er verlässt seine Getreuen nicht;

auf ewig sind sie behütet,

das Geschlecht der Frevler aber wird ausgerottet.

29Die Gerechten werden das Land besitzen

und für immer darin wohnen.

37,29
37,9Jes 60,21

30Der Mund des Gerechten spricht Weisheit,

und seine Zunge lehrt das Recht.

31Die Weisung seines Gottes trägt er im Herzen,

und seine Schritte wanken nicht.

37,31
40,9Dtn 6,6
Jer 31,33

32Der Frevler lauert dem Gerechten auf

und sucht ihn zu töten.

37,32
10,8

33Der Herr aber überlässt ihn nicht seiner Hand

und spricht ihn nicht schuldig vor Gericht.

34Hoffe auf den Herrn

und halte dich an seinen Weg,

so wird er dich erhöhen, das Land in Besitz zu nehmen;

du wirst sehen, wie die Frevler ausgerottet werden.

37,34
37,9

35Ich sah den Frevler, bereit zur Gewalt,

er spreizte sich wie eine üppige Zeder.37,35 Der Massoretische Text wurde korrigiert; er lautet übersetzt: «... wie ein üppiger Einheimischer.»

36Doch als ich wieder vorüberging,37,36 Der Massoretische Text wurde korrigiert; er lautet übersetzt: «Doch als er wieder vorüberging, ...» sieh, da war er nicht mehr,

ich suchte ihn, und er war nicht zu finden.

37Halte dich an den Getreuen, und sieh auf den Aufrichtigen,

denn der Friedfertige hat Zukunft.

37,37
Spr 23,18
24,14

38Die Abtrünnigen aber werden allesamt vertilgt,

die Zukunft der Frevler wird zunichte gemacht.

39Die Rettung der Gerechten kommt vom Herrn,

er ist ihre Zuflucht in der Zeit der Not.

37,39
9,10

40Der Herr steht ihnen bei und rettet sie,

vor den Frevlern rettet er sie und hilft ihnen,

denn sie suchen Zuflucht bei ihm.

38

Herr, strafe mich nicht in deinem Zorn

381Ein Psalm Davids. Zur Verkündigung.

2Herr, strafe mich nicht in deinem Zorn,

und züchtige mich nicht in deinem Grimm.

38,2
6,2

3Denn deine Pfeile haben mich getroffen,

und deine Hand ist auf mich herabgefahren.

38,3
Hiob 6,4
38,3
32,4

4Nichts Heiles ist an meinem Fleisch wegen deines Grolls,

nichts Unversehrtes ist an meinen Gebeinen wegen meiner Sünde.

5Denn meine Vergehen kommen über mein Haupt,

sie erdrücken mich wie eine schwere Last.

6Meine Wunden stinken und eitern

wegen meiner Torheit.

7Ich bin verstört, tief gebeugt,

in Trauer verbringe ich den ganzen Tag.

8Denn meine Lenden sind voller Brand,

und nichts Heiles ist an meinem Fleisch.

9Kraftlos bin ich und zerschlagen,

in der Qual meines Herzens schreie ich auf.

10Herr, vor dir liegt all mein Sehnen,

und mein Seufzen ist dir nicht verborgen.

11Heftig pocht mein Herz, meine Kraft hat mich verlassen,

und das Licht meiner Augen ist mir erloschen.

12Meine Freunde und Gefährten wenden sich ab von meiner Plage,

und meine Nächsten halten sich fern.

38,12
88,919
Hiob 19,13-19

13Die mir nach dem Leben trachten, legen Schlingen,

und die mein Unheil suchen, drohen mit Verderben

und sinnen Arges den ganzen Tag.

14Ich aber bin wie ein Tauber, ich höre nicht,

wie ein Stummer, der seinen Mund nicht auftut.

15Ich wurde wie einer, der nicht hört

und keine Widerrede hat in seinem Mund.

16Doch auf dich, Herr, harre ich,

du wirst antworten, Herr, mein Gott.

17Denn ich spreche: Sie sollen sich nicht freuen über mich,

nicht grosstun gegen mich, wenn mein Fuss wankt.

38,17
13,5

18Dem Sturz bin ich nahe,

und stets gegenwärtig ist mir mein Schmerz.

19Ich bekenne meine Schuld,

bekümmert bin ich meiner Sünde wegen.

38,19
32,5

20Meine Feinde aber leben und sind stark,

zahlreich sind, die mich grundlos hassen.

21Die Gutes mit Bösem vergelten,

klagen mich an, weil ich nach dem Guten jage.

38,21
35,12

22Verlass mich nicht, Herr,

mein Gott, sei nicht fern von mir.

38,22-23
22,20
38,22
22,12

23Eile zu meiner Hilfe,

Herr, meine Rettung.