Zürcher Bibel (ZB)
17

Im Schatten deiner Flügel

171Ein Gebet Davids.

Höre, Herr, im Namen der Gerechtigkeit,

nimm wahr mein Flehen,

vernimm mein Gebet

von Lippen ohne Falsch.

2Von dir geht aus mein Recht,

deine Augen sehen Gerechtigkeit.

3Du prüfst mein Herz, siehst nach bei Nacht,

du erprobst mich und findest nichts Böses an mir,

mein Mund vergeht sich nicht.17,3-5 In der Einteilung des Massoretischen Texts lauten die Verse: «3 ..., du erprobst mich und findest nichts, Böses kommt nicht über meinen Mund. 4 Bei den Taten der Menschen hüte ich mich nach dem Wort deiner Lippen vor den Wegen des Gewalttätigen. 5 Meine Schritte bleiben auf deinen Pfaden, meine Tritte wanken nicht.»

17,3
26,2

4Bei den Taten der Menschen

achte ich auf das Wort deiner Lippen.

17,4
Hiob 23,12

5Von den Wegen des Gewalttätigen bleiben meine Schritte fern,

auf deinen Pfaden wanken meine Tritte nicht.

17,5
1,1Hiob 23,11

6Ich rufe zu dir, denn du erhörst mich, Gott;

neige zu mir dein Ohr, höre meine Rede.

7Erweise deine wunderbare Güte, du Retter aller, die Zuflucht suchen

vor denen, die sich auflehnen gegen deine Rechte.

8Behüte mich wie den Augapfel, den Stern des Auges,

birg mich im Schatten deiner Flügel

17,8
36,8
57,2
61,5
63,8
91,4
Dtn 32,1011

9vor den Frevlern, die mir Gewalt antun,

vor meinen Feinden, die gierig mich umringen.

10Ihr Herz haben sie verschlossen,17,10 Wörtlich: «Ihr Fett haben sie verschlossen, ...»

anmassend reden sie mit ihrem Mund.

11Sie sind mir auf den Fersen, schon haben sie mich umstellt,17,11 Der Massoretische Text wurde korrigiert; er lautet übersetzt: «Unsere Schritte - nun haben sie mich (nach anderer Tradition: uns) umstellt, ...»

sie trachten danach, mich zu Boden zu strecken,

12wie ein Löwe, der begierig ist zu reissen,

wie ein Löwe, der im Hinterhalt liegt.

17,12
7,3

13Steh auf, Herr, tritt ihm entgegen, zwing ihn in die Knie,

rette mein Leben vor dem Frevler mit deinem Schwert.

14Von solchen Menschen, Herr,

von solchen Menschen sei fern deine Hand,

ihr Anteil am Leben sei gering.

Was du gegen sie bereithältst, damit stopfe ihren Bauch,

dass noch die Kinder satt werden

und auch deren Kinder einen Rest bekommen.

15Ich aber will in Gerechtigkeit dein Angesicht schauen,

will mich sättigen, wenn ich erwache, an deinem Bilde.

18

Grosse Hilfe schenkt er seinem König

181Für den Chormeister. Von David, dem Diener des Herrn, der dem Herrn die Worte dieses Liedes sang an dem Tag, als der Herr ihn aus der Hand aller seiner Feinde und aus der Hand Sauls errettet hatte.
18,1-51
2Sam 22
2Er sprach:

Ich liebe dich, Herr, meine Stärke.

3Der Herr ist mein Fels, meine Festung und mein Retter,

mein Gott, mein Hort, bei dem ich Zuflucht suche,

mein Schild und das Horn meiner Hilfe, meine Burg.

18,3
3,49,1031,3-4
71,3
94,22
144,2

4Ich rufe zum Herrn, gepriesen sei er,

und vor meinen Feinden werde ich errettet.

5Stricke des Todes schnürten mich ein,

und Ströme des Verderbens erschreckten mich.

18,5-7
116,3-4

6Stricke des Totenreichs umfingen mich,

über mich fielen Schlingen des Todes.

7In meiner Not rufe ich zum Herrn,

zu meinem Gott schreie ich.

Von seinem Tempel aus hört er meine Stimme,

und mein Schreien dringt an sein Ohr.

8Da wankte und schwankte die Erde,

und die Grundfesten der Berge erbebten,

sie wankten, denn er war zornentbrannt.

18,8
68,9

9Rauch stieg auf aus seiner Nase,

Feuer frass aus seinem Mund,

Kohlen brannten aus ihm heraus.

18,9
50,3
97,3

10Er neigte den Himmel und fuhr herab,

Wolkendunkel unter seinen Füssen.

18,10
144,5

11Er ritt auf dem Kerub und flog daher

und schwebte auf den Flügeln des Windes.

18,11
68,534
104,3
Dtn 33,26

12Er machte Finsternis zu seiner Hülle um sich her,

Wasserdunkel, dichte Wolken zu seinem Zelt.18,12 Wörtlich: «..., dichte Wolken zu seiner Hütte.»

13Aus dem Glanz vor ihm brachen seine Wolken hervor,

Hagel und feurige Kohlen.

14Es liess der Herr im Himmel den Donner erdröhnen

und der Höchste seine Stimme erschallen,

mit Hagel und feurigen Kohlen.

18,14
77,18-19

15Er schoss seine Pfeile und zerstreute die Feinde,

er schleuderte Blitze und setzte sie in Schrecken.

18,15
144,6

16Da wurden sichtbar die Tiefen des Wassers,

und aufgedeckt wurden die Grundfesten der Erde

vor deinem Schelten, Herr,

vor dem Schnauben deines zornigen Atems.

17Er griff herab aus der Höhe, fasste mich,

zog mich heraus aus gewaltigen Wassern.

18,17-18
144,7

18Er entriss mich meinem starken Feind,

meinen Hassern, die mir zu mächtig waren.

19Sie überfielen mich am Tag meines Unglücks,

doch der Herr wurde mir zur Stütze.

20Er führte mich hinaus ins Weite,

er befreite mich, denn er hat Gefallen an mir.

18,20
31,9

21Der Herr handelt an mir nach meiner Gerechtigkeit,

nach der Reinheit meiner Hände vergilt er mir.

22Denn ich hielt mich an die Wege des Herrn

und frevelte nicht gegen meinen Gott.

23Ja, alle seine Gesetze hatte ich vor Augen,

und seine Satzungen wies ich nicht von mir.

24Ich war vollkommen vor ihm

und hütete mich vor Sünde.

25So vergalt mir der Herr nach meiner Gerechtigkeit,

nach der Reinheit meiner Hände vor seinen Augen.

26Dem Treuen zeigst du dich treu,

dem Untadeligen ohne Tadel.

18,26-27
125,4

27Dem Reinen zeigst du dich rein,

doch dem Falschen voller Ränke.

28Ja, du hilfst dem elenden Volk,

doch hochmütige Augen erniedrigst du.

18,28
Hiob 22,29
1Petr 5,5

29Du lässt meine Leuchte strahlen, Herr,

mein Gott erhellt meine Finsternis.

18,29
Hiob 29,3

30Mit dir erstürme ich Wälle,

mit meinem Gott überspringe ich Mauern.

31Gottes Weg ist vollkommen,

das Wort des Herrn ist im Feuer geläutert.

Ein Schild ist er allen, die bei ihm Zuflucht suchen.

18,31
12,7
Spr 30,5

32Denn wer ist Gott als allein der Herr

und wer ein Fels ausser unserem Gott?

18,32
1Sam 2,2
Jes 44,8

33Gott ist es, der mich mit Kraft umgürtet

und meinen Weg vollkommen macht,

34der meine Füsse schnell wie die Hindinnen macht

und mich auf Höhen stellt,

35der meine Hände den Kampf lehrt,

dass meine Arme den ehernen Bogen spannen.

18,35
144,1

36Du gabst mir den Schild deiner Hilfe,

deine Rechte stützt mich, und dein Zuspruch macht mich stark.

37Weiten Raum schaffst du meinem Schritt,

und meine Knöchel wanken nicht.

38Ich verfolge meine Feinde und hole sie ein,

kehre nicht um, bis ich sie vernichtet habe.

39Ich schlage sie nieder, und sie können sich nicht mehr erheben,

sie fallen unter meine Füsse.

40Du hast mich zum Kampf mit Kraft gegürtet,

du zwingst unter mich in die Knie, die sich gegen mich erheben.

41Den Nacken meiner Feinde gibst du mir preis,

und die mich hassen, vernichte ich.

42Sie schreien, doch da ist kein Retter,

zum Herrn, doch er erhört sie nicht.

43Ich zerreibe sie wie Staub vor dem Wind,

wie Unrat schütte ich sie auf die Gassen.

44Du rettest mich aus Völkerfehden,

setzt mich zum Haupt von Nationen.

Völker, die ich nicht kannte, werden mir untertan.

45Auf blosses Hören hin gehorchen sie mir,

Fremde schmeicheln mir.

18,45
66,3

46Fremde sinken kraftlos hin,

kommen zitternd aus ihren Burgen hervor.

18,46
Mi 7,17

47Der Herr lebt. Gepriesen ist mein Fels,

erhaben der Gott meiner Rettung,

18,47
144,1

48der Gott, der mir Rache gewährt

und mir Völker unterwirft,

18,48
144,2

49der mich vor meinen Feinden rettet,

der du mich erhöhst über meine Gegner,

mich befreist von Gewalttätigen.

50Darum will ich dich preisen unter den Nationen, Herr,

und deinem Namen singen,

18,50
7,18
30,5
57,10
105,1
108,4
Röm 15,9

51der seinem König grosse Hilfe schenkt

und seinem Gesalbten Treue erweist,

David und seinen Nachkommen ewiglich.

18,51
89,29!-30; 144,10

19

Der Himmel erzählt die Herrlichkeit Gottes

191Für den Chormeister. Ein Psalm Davids.

2Der Himmel erzählt die Herrlichkeit Gottes,

und das Firmament verkündet das Werk seiner Hände.

19,2
8,450,6Röm 1,20

3Ein Tag sagt es dem andern,

und eine Nacht tut es der anderen kund,

4ohne Sprache, ohne Worte,

mit unhörbarer Stimme.

5In alle Länder hinaus geht ihr Schall,

bis zum Ende der Welt ihr Reden.

Der Sonne hat er am Himmel ein Zelt errichtet:19,5 Wörtlich: «... hat er an ihm ein Zelt errichtet:»

19,5
Röm 10,18

6Wie ein Bräutigam kommt sie hervor aus ihrer Kammer,

läuft freudig wie ein Held die Bahn.

7An einem Ende des Himmels geht sie auf

und läuft bis zum anderen Ende,

und nichts bleibt ihrer Glut verborgen.

8Die Weisung des Herrn ist vollkommen,

sie gibt neues Leben.

Das Zeugnis des Herrn ist verlässlich,

es macht den Einfältigen weise.

19,8
119,130

9Die Befehle des Herrn sind gerecht,

sie erfreuen das Herz.

Das Gebot des Herrn ist lauter,

es erleuchtet die Augen.

19,9
119,140

10Die Furcht des Herrn ist rein,

sie hat für immer Bestand.

Die Gesetze des Herrn sind Wahrheit,

allesamt sind sie gerecht.

11Kostbarer sind sie als Gold,

als viel feines Gold,

und süsser als Honig,

als Wabenseim.

19,11
119,72

12Auch dein Diener lässt sich warnen durch sie,

wer sie hält, hat reichen Lohn.

13Aber wer kennt alle Verfehlungen?

Sprich mich frei von denen, die mir verborgen sind.

14Auch vor vermessenen Menschen bewahre deinen Diener,

dass sie nicht über mich herrschen.

Dann bin ich schuldlos

und frei von jedem Vergehen.

15Lass dir die Worte meines Mundes gefallen,

und das Sinnen meines Herzens gelange zu dir,

Herr, mein Fels und mein Erlöser.

19,15
104,34

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