Zürcher Bibel (ZB)
139

Erforsche mich, Gott

1391Für den Chormeister. Von David. Ein Psalm.

Herr, du hast mich erforscht, und du kennst mich.

139,1
Jer 12,3

2Ob ich sitze oder stehe, du weisst es,

du verstehst meine Gedanken von fern.

139,2
2Kön 19,27
Jes 37,27-28

3Ob ich gehe oder liege, du hast es bemessen,

und mit allen meinen Wegen bist du vertraut.

139,3
Hiob 31,4

4Kein Wort ist auf meiner Zunge,

das du, Herr, nicht ganz und gar kennst.

5Hinten und vorne hältst du mich umschlossen,

und deine Hand hast du auf mich gelegt.

6Zu wunderbar ist es für mich, dies zu erkennen,

zu hoch, ich kann es nicht fassen.

139,6
131,1

7Wohin soll ich gehen vor deinem Geist

und wohin fliehen vor deinem Angesicht?

8Stiege ich hinauf zum Himmel, du bist dort,

und schlüge ich mein Lager auf im Totenreich, sieh, du bist da.

139,8
Spr 15,11
Am 9,2

9Nähme ich die Flügel der Morgenröte

und liesse mich nieder am äussersten Ende des Meeres,

10auch dort würde deine Hand mich leiten

und deine Rechte mich fassen.

11Und spräche ich: Finsternis breche über mich herein,

und Nacht sei das Licht um mich her,

139,11-12
Hiob 34,22

12so wäre auch die Finsternis nicht finster für dich,

und die Nacht wäre licht wie der Tag,

Finsternis wie das Licht.

13Denn du bist es, der meine Nieren geschaffen,

der mich im Leib meiner Mutter gewoben hat.

14Ich preise dich, dass ich so herrlich, so wunderbar geschaffen bin;

wunderbar sind deine Werke,

meine Seele weiss dies wohl.

139,14
119,73

15Mein Gebein war dir nicht verborgen,

als ich im Dunkeln gemacht wurde,

kunstvoll gewirkt in den Tiefen der Erde.

16Noch bevor ich geboren war, sahen mich deine Augen,

in deinem Buch war alles verzeichnet,

die Tage waren schon geformt,

als noch keiner von ihnen da war.

17Mir aber, wie schwer sind mir deine Gedanken, Gott,

wie gewaltig ist ihre Zahl.

139,17-18
40,6

18Wollte ich sie zählen, es wären mehr als der Sand,

wache ich auf, ist mein Sinn noch bei dir.

19Wolltest du, Gott, doch den Frevler töten!

Ihr Mörder, weicht von mir.

20Sie sprechen von dir voller Tücke,

es erheben sich deine Feinde im Wahn.

21Sollte ich nicht hassen, Herr, die dich hassen,

sollten mich nicht ekeln, die sich gegen dich auflehnen?

22Ich hasse sie mit glühendem Hass,

auch mir sind sie zu Feinden geworden.

23Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz,

prüfe mich und erkenne meine Gedanken.

139,23
26,2

24Sieh, ob ein gottloser Weg mich verführt,

und leite mich auf ewigem Weg.

139,24
25,4!-5

140

Rette mich, Herr, vor bösen Menschen

1401Ein Psalm Davids.

2Rette mich, Herr, vor bösen Menschen,

bewahre mich vor Gewalttätigen,

3die Böses im Herzen ersinnen,

die allezeit Krieg anzetteln.

140,3
120,7

4Sie schärfen ihre Zungen wie eine Schlange,

Viperngift ist auf ihren Lippen. Sela

140,4
58,5
Röm 3,13

5Behüte mich, Herr, vor den Händen des Frevlers,

bewahre mich vor Gewalttätigen,

die darauf sinnen, mich zu Fall zu bringen.

6Hochmütige haben mir heimlich Schlingen gelegt

und Stricke zu einem Netz gespannt,

den Weg entlang mir Fallen gestellt. Sela

140,6
31,5141,9
142,4

7Ich spreche zum Herrn: Du bist mein Gott,

vernimm, Herr, den Ruf meines Flehens.

140,7
31,15

8Herr, mein Herr, du Hort meiner Hilfe,

du beschirmst mein Haupt am Tag der Waffen.

9Herr, gib dem Drängen der Frevler nicht nach,

lass ihren Plan nicht gelingen,

wenn sie sich überheben. Sela

10Das Unheil ihrer Lippen bedecke

das Haupt derer, die mich umringen.

11Feurige Kohlen sollen auf sie fallen,

in Gruben stürze er sie, nie wieder sollen sie sich erheben.

140,11
11,6

12Der Verleumder wird nicht bestehen im Land,

den Gewalttätigen wird Unglück jagen, Schlag auf Schlag.

13Ich weiss, der Herr vertritt

die Sache der Elenden, das Recht der Armen.

14Die Gerechten werden deinen Namen preisen,

die Aufrichtigen werden vor deinem Angesicht wohnen.

140,14
11,7

141

Vor dir stehe mein Gebet

1411Ein Psalm Davids.

Herr, zu dir rufe ich, eile zu mir,

vernimm meine Stimme, wenn ich zu dir rufe.

2Als Rauchopfer stehe mein Gebet vor dir,

als Abendopfer das Erheben meiner Hände.

141,2
134,2

3Setze, Herr, meinem Mund eine Wache,

hüte die Tür meiner Lippen.

4Lass mein Herz sich nicht neigen zu böser Rede

und zu frevelndem Tun

mit den Übeltätern;

von ihren Leckerbissen will ich nicht kosten.

5Schlägt mich der Gerechte aus Güte und züchtigt er mich,

so ist es Öl für das Haupt, mein Haupt soll sich nicht sträuben.

Gegen ihre Bosheit steht mein Gebet.

141,5
Spr 27,69

6Fallen sie in die steinharte Hand ihrer Richter,

werden sie hören, wie freundlich meine Worte sind.

7Wie beim Pflügen und Aufreissen der Erde

liegen unsere Gebeine zerstreut im Rachen des Totenreichs.

8Doch auf dich, Gott, mein Herr, sind meine Augen gerichtet,

bei dir suche ich Zuflucht,

schütte mein Leben nicht weg.

141,8
25,15

9Behüte mich vor der Schlinge, die sie mir legten,

und vor den Fallen der Übeltäter.

141,9
140,6

10Die Frevler sollen in ihre eigenen Netze fallen,

ich aber gehe sicher daran vorbei.

141,10
7,16

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