Zürcher Bibel (ZB)
28

Wer die Weisung beachtet, ist verständig

281Der Frevler flieht, auch wenn ihn niemand verfolgt,

der Gerechte aber fühlt sich sicher wie ein Löwe.

28,1
Lev 26,17

2Ein aufrührerisches Land bringt viele Herrscher hervor,

aber ein verständiger, einsichtiger Mensch

verschafft der Ordnung Bestand.

3Ein Mann, der ein Haupt ist28,3 Möglich ist auch die Übersetzung: «Ein Mann, der arm ist und ...» und die Geringen unterdrückt,

ist wie ein Regen, der die Nahrung fortschwemmt und vernichtet.

4Wer von der Weisung abweicht, rühmt den Frevler,

wer aber die Weisung beachtet, bekämpft ihn.

5Böse Menschen verstehen nicht, was recht ist,

die aber den Herrn suchen, verstehen alles.

28,5
14,6
28,5
1Kor 2,14

6Besser ein Armer, der schuldlos seinen Weg geht,

als ein Reicher, der auf krummen Wegen geht.

28,6
19,1

7Wer die Weisung befolgt, ist ein verständiger Sohn,

wer aber mit Verschwendern verkehrt, macht seinem Vater Schande.

28,7
23,20

8Wer sein Vermögen durch Zins und Wucher vermehrt,

häuft es an für einen, der sich der Geringen erbarmt.

28,8
13,22

9Wenn einer sein Ohr abwendet und nicht auf die Weisung hört,

ist auch sein Gebet abscheulich.

28,9
15,8

10Wer Rechtschaffene irreführt auf einen bösen Weg,

fällt in seine eigene Grube,

die Schuldlosen aber werden Glück erlangen.

28,10
26,27

11Der Reiche hält sich selbst für weise,

ein Geringer aber, der einsichtig ist, durchschaut ihn.

12Wenn die Gerechten triumphieren, ist der Jubel gross,

wenn aber die Frevler sich erheben, halten sich die Menschen versteckt.

28,12
28,28
29,2
28,12
11,10

13Wer seine Vergehen verbergen will, hat keinen Erfolg,

wer sie aber bekennt und meidet, findet Erbarmen.

28,13
Hiob 31,33

14Wohl dem Menschen, der die Furcht nie verlernt;

wer aber sein Herz verhärtet, stürzt ins Unglück.

28,14
Koh 8,12
28,14
29,1

15Ein knurrender Löwe, ein gieriger Bär,

so ist ein ungerechter Herrscher über ein armes Volk.

28,15
Zef 3,3

16Ein Fürst, dem es an Einsicht fehlt, unterdrückt viele,

doch wer ungerechten Gewinn verabscheut, wird lange leben.

28,16
15,27

17Ein Mensch, den Blutschuld bedrückt,

muss bis zur Grube fliehen, man soll ihn nicht aufhalten.

28,17
Gen 4,12

18Wer schuldlos seinen Weg geht, dem wird geholfen,

wer aber krumme Wege geht, kommt plötzlich zu Fall.

19Wer seinen Acker bebaut, hat genug Brot,

wer aber Nichtigem nachjagt, hat genug Armut.

28,19
12,11

20Ein zuverlässiger Mann wird oft gesegnet,

wer aber schnell reich werden will, bleibt nicht ungestraft.

28,20
10,6
28,20
13,11

21Es ist nicht gut, die Person anzusehen,

schon für ein Stück Brot kann einer zum Verbrecher werden.

28,21
18,5
28,21
Ez 13,19

22Ein missgünstiger Mann will schnell zu Vermögen gelangen

und weiss nicht, dass Mangel über ihn kommen wird.

28,22
23,4

23Wer einen Menschen zurechtweist, findet schliesslich Dank,

mehr als einer, der mit glatter Zunge spricht.

24Wer seinen Vater und seine Mutter beraubt und sagt: Es ist kein Unrecht!,

der verbündet sich mit dem Verbrecher.

28,24
Mt 15,5
28,24
19,26
28,24
18,9

25Der Habgierige erregt Streit,

wer aber auf den Herrn vertraut, wird gesättigt.

26Wer auf seinen eigenen Verstand vertraut, ist ein Dummer,

wer aber seinen Weg in Weisheit geht, wird gerettet.

28,26
3,5

27Wer einem Armen gibt, hat keinen Mangel,

aber viele Flüche treffen den, der seine Augen verschliesst.

28,27
19,17
28,27
11,26

28Wenn die Frevler sich erheben, verbergen sich die Menschen,

wenn sie aber zugrunde gehen, nimmt die Zahl der Gerechten zu.

28,28
28,12

29

Ohne Offenbarung wird ein Volk zügellos

291Wer ermahnt wird und halsstarrig bleibt,

wird im Nu zerschmettert, ohne Rettung.

29,1
28,14
29,1
6,15

2Wenn die Gerechten an der Macht sind, freut sich das Volk,

aber wenn ein Frevler herrscht, stöhnt das Volk.

29,2
28,12

3Wer die Weisheit liebt, macht seinem Vater Freude,

wer aber mit Huren verkehrt, verschleudert das Vermögen.

29,3
23,15
27,11
29,3
6,26

4Durch Recht gibt ein König dem Land Bestand,

wer aber Steuern erhebt, richtet es zugrunde.

29,4
14,34
29,4
8,15

5Ein Mann, der seinem Nächsten schmeichelt,

breitet ein Netz aus vor seinen Füssen.

29,5
26,28

6Ein böser Mann verstrickt sich in seinem Vergehen,

aber ein Gerechter jubelt und freut sich.

7Der Gerechte kennt das Recht der Geringen,

der Frevler hat kein Verständnis.

29,7
Hiob 29,16

8Spötter bringen eine Stadt in Aufruhr,

Weise aber beschwichtigen den Zorn.

29,8
15,1

9Wenn ein Weiser mit einem Toren vor Gericht geht,

dann tobt der und lacht, und es gibt keine Ruhe.

10Blutgierige hassen den Schuldlosen,

die Rechtschaffenen aber bemühen sich um sein Leben.

11Ein Dummer lässt seiner ganzen Wut freien Lauf,

ein Weiser aber hält ihn bis zuletzt zurück.

29,11
12,16
29,11
25,28

12Wenn ein Herrscher auf verlogene Worte hört,

werden alle seine Diener zu Frevlern.

13Der Arme und der Unterdrücker begegnen einander,

der Herr gibt beiden das Augenlicht.

29,13
14,31
29,13
Ps 13,4

14Wenn ein König in Treue das Recht des Geringen sichert,

steht sein Thron für immer fest.

29,14
20,28

15Stock und Ermahnung verleihen Weisheit,

ein Knabe aber, der sich selbst überlassen bleibt, macht seiner Mutter Schande.

29,15
22,15
29,15
29,21
1Kön 1,6

16Wenn die Frevler an der Macht sind, nimmt das Vergehen zu,

die Gerechten aber werden sehen, wie sie stürzen.

29,16
Ps 37,34

17Züchtige deinen Sohn, so wird er dich zufrieden machen

und dir Freude bereiten.

29,17
13,24

18Ohne Offenbarung wird ein Volk zügellos,

doch wohl ihm, wenn es die Weisung beachtet.

19Durch Worte lässt sich ein Sklave nicht zurechtweisen,

er versteht sie zwar, aber er fügt sich nicht.

20Siehst du einen Mann, der übereilt redet -

für einen Dummen gibt es mehr Hoffnung als für ihn.

29,20
Koh 5,1
29,20
19,2
29,20
26,12

21Wenn einer seinen Sklaven von Jugend an verwöhnt,

so wird der schliesslich aufsässig.

29,21
29,15

22Ein zorniger Mann entfacht Streit,

und ein Hitzkopf begeht viele Sünden.

29,22
26,21
29,22
15,18

23Der Hochmut eines Menschen erniedrigt ihn,

aber ein Demütiger wird Ehre erlangen.

29,23
15,33
29,23
1Petr 5,5

24Wer mit einem Dieb teilt, hasst sich selbst,

er hört den Fluch und zeigt es nicht an.

29,24
Lev 5,1

25Die Angst eines Menschen wird ihm zur Falle,

wer aber auf den Herrn vertraut, findet Schutz.

29,25
30,5

26Viele wenden sich an den Herrscher,

beim Herrn aber bekommt jeder sein Recht.

29,26
16,15

27Die Gerechten verabscheuen den, der Unrecht tut,

und der Frevler verabscheut den, der auf geradem Wege geht.

29,27
13,19

30

Fünfter Teil (Spr 30; 31)

Die Worte Agurs

301Die Worte Agurs, des Sohns des Jake, von Massa, der Ausspruch des Mannes:

Ich bin erschöpft, o Gott,

ich bin erschöpft, o Gott, und ich bin am Ende.30,1 Die Übersetzung «... der Ausspruch des Mannes: ... am Ende.» beruht auf einer Korrektur des Massoretischen Texts und ist unsicher; der Massoretische Text lautet übersetzt: «..., der Ausspruch des Mannes an Itiel, an Itiel und Uchal.»

30,1
31,1
30,1
Gen 25,14
Ex 17,7

2Ich bin zu töricht, um ein Mann zu sein,

und habe keinen Menschenverstand.

30,2
1Kor 3,18

3Und ich habe keine Weisheit erworben

und keine Erkenntnis des Heiligen gewonnen.

30,3
9,10

4Wer ist hinaufgestiegen in den Himmel und wieder herab?

Wer hat mit seinen Händen den Wind eingefangen?

Wer hat das Wasser in ein Gewand gebunden?

Wer hat alle Enden der Erde festgesetzt?

Wie ist sein Name und wie der Name seines Sohnes?

Weisst du das?

30,4
Joh 3,13
30,4
Hiob 26,8
Jes 40,12

5Jedes Wort Gottes ist im Feuer geläutert.

Ein Schild ist er denen, die bei ihm Zuflucht suchen.

30,5
Ps 12,7
Ps 119,140
30,5
29,25
Ps 18,31

6Füge seinen Worten nichts hinzu,

damit er dich nicht zurechtweist und du nicht als Lügner dastehst.

30,6
Dtn 4,2

7Zwei Dinge erbitte ich von dir,

verwehre sie mir nicht, bevor ich sterbe:

8Halte Falschheit und Lüge fern von mir,

gib mir weder Armut noch Reichtum,

gib mir zu essen, soviel ich brauche,

30,8
13,5
30,8
Mt 6,11
1Tim 6,8

9damit ich nicht satt werde und dich verleugne

und sage: Wer ist der Herr?,

und damit ich nicht verarme und stehle

und den Namen meines Gottes nicht missbrauche.

30,9
Hos 13,6
30,9
Ex 5,2
Hiob 21,15
Ps 12,5

10Verleumde nicht einen Knecht bei seinem Herrn,

sonst verflucht er dich, und du musst es büssen.

11Eine Generation, die ihren Vater verflucht

und ihre Mutter nicht segnet,

30,11
19,26

12eine Generation, die sich selbst für rein hält,

obwohl von ihrem Schmutz nichts abgewaschen ist,

30,12
20,9

13eine Generation mit so hochmütigen Augen

und stolzen Wimpern,

30,13
21,4

14eine Generation mit Zähnen wie Schwertern,

mit einem Gebiss wie aus Messern,

um die Elenden auf der Erde zu verschlingen

und die Armen unter den Menschen.

30,14
Ps 57,5
30,14
Ps 14,4
Jes 3,15
Mi 3,3

15Der Blutegel hat zwei Töchter: Gib her, gib her!

Drei sind es, die nicht satt werden,

Vier, die nie sagen: Es ist genug!

16Das Totenreich und der verschlossene Mutterleib,

die Erde, die nicht satt wird von Wasser,

und das Feuer, das nie sagt: Es ist genug!

30,16
27,20
30,16
Gen 30,1

17Ein Auge, das den Vater verspottet

und der Mutter nicht gehorchen will,

das werden die Raben am Bach aushacken,

und die jungen Geier werden es fressen.

30,17
19,26

18Drei Dinge sind es, die mir zu wunderbar sind,

und vier, die ich nicht begreife:

30,18
Ps 139,6

19den Weg des Geiers am Himmel,

den Weg der Schlange auf dem Felsen,

den Weg des Schiffs auf hoher See

und den Weg des Mannes bei der jungen Frau.

20Dies ist der Weg einer Ehebrecherin:

Sie isst und wischt sich den Mund ab

und sagt: Ich habe kein Unrecht getan.

30,20
Jer 2,23

21Unter dreien erzittert die Erde30,21 Möglich ist auch die Übersetzung: «Unter dreien erzittert das Land, ...»,

und vier kann sie nicht ertragen:

22einen Sklaven, der König wird,

einen Toren, der sich satt essen kann,

30,22
19,10

23eine Verstossene, die wieder geheiratet wird,

eine Sklavin, die ihre Herrin verdrängt.

30,23
12,4
30,23
Gen 16,4

24Vier sind die Kleinsten auf der Erde,

und doch sind sie äusserst gewitzt:

30,24
Hiob 12,7

25Die Ameisen sind kein starkes Volk,

und doch sorgen sie im Sommer für ihr Futter.

30,25
6,8

26Die Klippschliefer sind kein mächtiges Volk,

und doch legen sie im Felsen ihre Wohnung an.

30,26
Lev 11,5
Ps 104,18

27Die Heuschrecken haben keinen König,

und doch ziehen sie alle geordnet aus.

30,27
Ex 10,15

28Die Eidechse kannst du mit den Händen fangen,

und doch ist sie in Königspalästen.

30,28
Lev 11,29

29Drei sind es, die stattlich schreiten,

und vier, die stattlich einhergehen:

30Der Löwe, das mächtigste unter den Tieren,

der vor niemandem zurückweicht.

30,30
2Sam 1,23

31Der stolze Hahn und der Ziegenbock

und der König vor seinen Leuten.30,31 Die Übersetzung «und der König vor seinen Leuten» ist unsicher.

32Ob du töricht und überheblich gehandelt hast

oder ob du Pläne gemacht hast im Geheimen -

lege die Hand auf den Mund!

30,32
Hiob 21,5

33Denn Druck auf die Milch erzeugt Butter,

und Druck auf die Nase erzeugt Blut,

und Druck auf den Zorn erzeugt Streit.

30,33
26,21

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