Zürcher Bibel (ZB)
8

Die Speisung der viertausend
8,1
6,30-44
Mt 15,32-39

81In jenen Tagen ist wieder viel Volk da und sie haben nichts zu essen. Da ruft er die Jünger herbei und sagt zu ihnen: 2Das Volk tut mir leid, denn drei Tage sind sie schon bei mir und haben nichts zu essen.

8,2
1,41
3Und wenn ich sie hungrig nach Hause gehen lasse, werden sie unterwegs zusammenbrechen, einige von ihnen sind ja von weit her gekommen. 4Und seine Jünger antworteten ihm: Wie sollte einer diese Leute mit Brot satt machen können hier in der Einöde? 5Und er fragte sie: Wie viele Brote habt ihr? Sie sagten: Sieben. 6Da fordert er das Volk auf, sich zu lagern. Und er nahm die sieben Brote, sprach das Dankgebet, brach sie und gab sie seinen Jüngern zum Verteilen, und die verteilten sie unter das Volk.
8,6
8,20
8,6
14,22
7Sie hatten auch ein paar Fische, und er sprach den Lobpreis über sie und liess auch diese verteilen. 8Und sie assen und wurden satt. Und sie sammelten die übrig gebliebenen Brocken, sieben Körbe voll. 9Viertausend waren es gewesen. Und er entliess sie.

10Und sogleich stieg er mit seinen Jüngern ins Boot und kam in das Gebiet von Dalmanuta.

Die Verweigerung eines Zeichens
8,11
Mt 12,38-42
16,1-4
Lk 11,29-32

11Und die Pharisäer kamen zu ihm hinaus und begannen mit ihm zu streiten: Sie forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel, um ihn zu versuchen.

8,11
Lk 11,16
Joh 4,481Kor 1,22-24
8,11
15,30
12Da seufzt er auf in seinem Geist und spricht: Was fordert dieses Geschlecht ein Zeichen! Amen, ich sage euch: Diesem Geschlecht wird kein Zeichen gegeben!8,12 Andere Übersetzungsmöglichkeit: «... Meint denn dieses Geschlecht, ihm würde ein Zeichen gegeben werden?» 13Und er liess sie stehen, stieg wieder ins Boot und fuhr ans andere Ufer.

Das Unverständnis der Jünger
8,14
Mt 16,5-12

14Und sie hatten vergessen, Brot mitzunehmen, nur ein einziges Brot hatten sie bei sich im Boot. 15Und er befahl ihnen: Gebt acht, hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und vor dem Sauerteig des Herodes!

8,15
Lk 12,1
16Sie aber machten sich Gedanken darüber, dass sie kein Brot hatten. 17Und er merkt es und sagt zu ihnen: Was macht ihr euch Gedanken darüber, dass ihr kein Brot habt? Begreift ihr noch nicht und versteht ihr nicht? Ist euer Herz verstockt?
8,17
3,5
18Augen habt ihr und seht nicht, und Ohren habt ihr und hört nicht?
8,18
Jer 5,21
Ez 12,2
Mt 13,13
8,18
4,12
19Erinnert ihr euch nicht? Als ich die fünf Brote für die fünftausend brach: Wie viele Körbe voll Brocken habt ihr da eingesammelt? Sie sagen zu ihm: Zwölf.
8,19
6,41-44
20Und bei den sieben für die viertausend: Wie viele Körbe voll Brocken habt ihr da eingesammelt? Sie sagen: Sieben.
8,20
8,6-9
21Und er sagte zu ihnen: Versteht ihr noch immer nicht?

Die Heilung eines Blinden

22Und sie kommen nach Betsaida. Da bringen sie einen Blinden zu ihm und bitten ihn, er möge ihn berühren. 23Und er nahm den Blinden bei der Hand, führte ihn vor das Dorf hinaus, spuckte in seine Augen und legte ihm die Hände auf und fragte ihn: Siehst du etwas?

8,23
7,33
Joh 9,6
24Der blickte auf und sprach: Ich sehe Menschen - wie Bäume sehe ich sie umhergehen. 25Da legte er ihm noch einmal die Hände auf die Augen. Und er sah klar und war wiederhergestellt und sah alles deutlich. 26Und er schickte ihn nach Hause und sprach: Geh aber nicht ins Dorf hinein!

Das Bekenntnis des Petrus
8,27
Mt 16,13-20
Lk 9,18-21
Joh 6,66-71

27Und Jesus und seine Jünger zogen weg in die Dörfer bei Cäsarea Philippi. Unterwegs fragte er seine Jünger: Für wen halten mich die Leute? 28Sie sagten zu ihm: Für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für einen der Propheten.

8,28
6,14
8,28
6,15
29Da fragte er sie: Und ihr? Für wen haltet ihr mich? Petrus antwortet ihm: Du bist der Messias!
8,29
1,1
9,41
12,35
13,21
14,61
15,32
30Da schärfte er ihnen ein, niemandem etwas über ihn zu sagen.
8,30
8,32
8,30
1,44

Die erste Leidensankündigung
8,31
Mt 16,21-23
Lk 9,22

31Und er begann sie zu lehren: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten und den Hohen Priestern und den Schriftgelehrten verworfen und getötet werden und nach drei Tagen auferstehen.

8,31
9,1231
10,33-34
12,10
32Und er sprach das ganz offen aus. Da nahm ihn Petrus beiseite und fing an, ihm Vorwürfe zu machen.
8,32
8,30
33Er aber wandte sich um, blickte auf seine Jünger und fuhr Petrus an: Fort mit dir, Satan, hinter mich! Denn nicht Göttliches, sondern Menschliches hast du im Sinn.
8,33
Mt 4,10

Nachfolge und Lebensgewinn
8,34
Mt 16,24-28
Lk 9,23-27

34Und er rief das Volk samt seinen Jüngern herbei und sagte zu ihnen: Wenn einer mir auf meinem Weg folgen will, verleugne er sich und nehme sein Kreuz auf sich, und so folge er mir.

8,34
Mt 10,38
Lk 14,27
1Kor 15,31
Gal 6,14
8,34
1,20
35Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren, wer aber sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, wird es retten.
8,35
Mt 10,39
Lk 17,33
Joh 12,25
8,35
1,15
36Denn was hilft es dem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen und dabei Schaden zu nehmen an seinem Leben? 37Was hätte ein Mensch denn zu geben als Gegenwert für sein Leben?
8,37
Ps 49,8-9
38Wer sich meiner und meiner Worte schämt in diesem ehebrecherischen und sündigen Geschlecht, dessen wird auch der Menschensohn sich schämen, wenn er kommt in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln.
8,38
Mt 10,33
Lk 12,9
Röm 1,16
2Tim 2,12
8,38
13,26-27

9

91Und er sagte zu ihnen: Amen, ich sage euch: Einige von denen, die hier stehen, werden den Tod nicht schmecken, bevor sie das Reich Gottes sehen, wenn es gekommen ist mit Macht.

9,1
13,30

Die Verklärung Jesu
9,2
Mt 17,1-13
Lk 9,28-36

2Und sechs Tage danach nimmt Jesus den Petrus, den Jakobus und den Johannes mit und führt sie auf einen hohen Berg, sie allein. Da wurde er vor ihren Augen verwandelt,

9,2
Ex 24,16
9,2
5,37
13,3
14,33
9,2
2Petr 1,18
3und seine Kleider wurden glänzend, ganz weiss, wie kein Färber auf Erden sie weiss machen kann. 4Und es erschien ihnen Elija mit Mose, und sie redeten mit Jesus.
9,4
Mal 3,22-24
9,4
15,35
5Da ergreift Petrus das Wort und sagt zu Jesus: Rabbi, es ist schön, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. 6Er wusste nämlich nicht, was er sagen sollte, denn sie waren in Furcht geraten.
9,6
14,40
7Da kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke kam eine Stimme: Dies ist mein geliebter Sohn. Auf ihn sollt ihr hören!
9,7
Ex 40,34
9,7
1,112Petr 1,17-18
8Und auf einmal, als sie um sich blickten, sahen sie niemanden mehr bei sich ausser Jesus.

9Während sie vom Berg hinunterstiegen, befahl er ihnen, niemandem zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei.

9,9
1,44
10Und sie griffen dieses Wort auf und diskutierten darüber, was das bedeute: von den Toten auferstehen.

11Da fragten sie ihn: Sagen nicht die Schriftgelehrten: Elija muss zuerst kommen?

9,11
9,4
Mal 3,23
12Er sagte zu ihnen: Ja, Elija kommt zuerst und stellt alles wieder her. Doch wie kann dann über den Menschensohn geschrieben stehen, er werde vieles erleiden und verworfen werden?9,12 Andere Übersetzungsmöglichkeit: «... Und was steht dann über den Menschensohn geschrieben? Dass er vieles erleiden müsse und verworfen werde.»
9,12
1,2
Mal 3,24
9,12
Jes 53,3
Ps 22,7
9,12
8,31
13Aber ich sage euch: Elija ist gekommen, und sie haben mit ihm gemacht, was sie wollten, wie über ihn geschrieben steht.
9,13
1Kön 19,210
9,13
6,17-29

Die Heilung eines besessenen Knaben
9,14
Mt 17,14-20
Lk 9,37-43

14Und als sie zu den andern Jüngern zurückkamen, sahen sie viel Volk um sie herum versammelt und Schriftgelehrte, die mit ihnen diskutierten. 15Und sogleich kam alles Volk, als es ihn sah, in grosser Erregung herbeigelaufen und begrüsste ihn. 16Und er fragte sie: Was verhandelt ihr da? 17Da antwortete ihm einer aus der Menge: Meister, ich habe meinen Sohn zu dir gebracht, er hat einen stummen Geist. 18Und wenn er ihn packt, reisst er ihn zu Boden, und er schäumt, knirscht mit den Zähnen und wird starr. Und ich habe deinen Jüngern gesagt, sie sollten ihn austreiben, aber sie vermochten es nicht. 19Er aber antwortet ihnen: Du ungläubiges Geschlecht! Wie lange muss ich noch bei euch sein? Wie lange muss ich euch noch ertragen? Bringt ihn zu mir! 20Und sie brachten ihn zu ihm.

Und als der Geist ihn sah, zerrte er ihn sogleich hin und her, und er fiel zu Boden, wälzte sich und schäumte.

9,20
1,26
21Da fragte er seinen Vater: Wie lange hat er das schon? Der sagte: Von Kind auf. 22Und oft hat er ihn ins Feuer geworfen und ins Wasser, um ihn zu vernichten. Jedoch - wenn du etwas vermagst, so hilf uns und hab Mitleid mit uns.
9,22
1,41
23Jesus aber sagte zu ihm: Was soll das heissen: Wenn du etwas vermagst? Alles ist möglich dem, der glaubt.
9,23
11,23
24Sogleich schrie der Vater des Kindes: Ich glaube! Hilf meinem Unglauben!
9,24
Lk 17,5
25Als Jesus nun sah, dass das Volk zusammenlief, schrie er den unreinen Geist an und sagte zu ihm: Stummer und tauber Geist! Ich befehle dir, fahr aus und fahr nie wieder in ihn hinein!
9,25
1,25
26Der schrie und zerrte ihn heftig hin und her und fuhr aus. Da lag er da wie tot, so dass alle sagten: Er ist gestorben.
9,26
1,26
27Jesus aber ergriff seine Hand und richtete ihn auf. Und er stand auf.
9,27
Lk 7,14

28Dann ging er in ein Haus; und seine Jünger fragten ihn, als sie mit ihm allein waren: Warum konnten wir ihn nicht austreiben?

9,28
9,33
10,10
29Und er sagte zu ihnen: Diese Art lässt sich nicht anders austreiben als durch Gebet.

Die zweite Leidensankündigung
9,30
Mt 17,22-23
Lk 9,43b-45

30Und sie gingen weg von dort und zogen durch Galiläa, und er wollte nicht, dass jemand es erfahre. 31Er lehrte nämlich seine Jünger und sagte zu ihnen: Der Menschensohn wird ausgeliefert in die Hände von Menschen, und sie werden ihn töten, und wenn er getötet worden ist, wird er nach drei Tagen auferstehen.

9,31
8,31
32Sie aber verstanden das Wort nicht, doch sie fürchteten sich, ihn danach zu fragen.

Der Rangstreit unter den Jüngern
9,33
Mt 18,1-5
Lk 9,46-48

33Und sie kamen nach Kafarnaum. Und als er dann im Haus war, fragte er sie: Was habt ihr unterwegs diskutiert?

9,33
9,28
34Sie aber schwiegen. Sie hatten nämlich unterwegs miteinander darüber gesprochen, wer der Grösste sei. 35Und er setzte sich und rief die Zwölf, und er sagt zu ihnen: Wenn jemand der Erste sein will, dann soll er der Letzte von allen und der Diener aller sein.
9,35
10,43-44
Mt 23,11
1Kor 9,19
2Kor 4,5
36Und er nahm ein Kind, stellte es in die Mitte, schloss es in die Arme und sagte zu ihnen:
9,36
10,16
37Wer in meinem Namen ein Kind aufnimmt wie dieses, nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt nicht mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.
9,37
Mt 10,40

Ein fremder Wundertäter
9,38
Lk 9,49-50
Num 11,26-29

38Johannes sagte zu ihm: Meister, wir sahen einen in deinem Namen Dämonen austreiben, und wir hinderten ihn daran, weil er uns nicht folgt. 39Jesus aber sprach: Hindert ihn nicht, denn niemand wird in meinem Namen Wunder tun und bald danach schlecht von mir reden können.

9,39
1Kor 12,3
40Denn wer nicht gegen uns ist, ist für uns.
9,40
Mt 12,30
Lk 11,23
41Wer euch einen Becher Wasser zu trinken gibt in meinem Namen, weil ihr zu Christus gehört - amen, ich sage euch: Der wird nicht um seinen Lohn kommen.
9,41
Mt 10,42
9,41
8,29

Fall und Verführung
9,42
Mt 18,6-9

42Wer einen dieser Geringen, die glauben, zu Fall bringt, für den wäre es weit besser, wenn ihm ein Mühlstein um den Hals gehängt und er ins Meer geworfen würde.

9,42
Lk 17,2
43Und wenn dich deine Hand zu Fall bringt, dann hau sie ab. Es ist besser für dich, verstümmelt ins Leben einzugehen, als mit beiden Händen zur Hölle zu fahren, ins unauslöschliche Feuer.9,43 Viele Handschriften fügen nach V.43 ein (wohl von Mk 9,48 übernommen): Feuer, 44 wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.
9,43
Mt 5,30
45Und wenn dich dein Fuss zu Fall bringt, dann hau ihn ab. Es ist besser für dich, lahm ins Leben einzugehen, als mit beiden Füssen in die Hölle geworfen zu werden.9,45 Viele Handschriften fügen am Schluss von V.45 ein (wohl von Mk 9,43 und Mk 9,48 übernommen): ... zu werden, ins unauslöschliche Feuer, 46 wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt. 47Und wenn dein Auge dich zu Fall bringt, dann reiss es aus. Es ist besser für dich, einäugig ins Reich Gottes einzugehen, als mit beiden Augen in die Hölle geworfen zu werden,
9,47
Mt 5,29
48wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.
9,48
Jes 66,24

Vom Salz
9,49
Mt 5,13
Lk 14,34-35

49Denn jeder wird mit Feuer gesalzen werden. 50Salz ist etwas Gutes. Wenn aber das Salz salzlos wird, womit wollt ihr es wieder salzig machen? Habt Salz bei euch, und haltet Frieden untereinander!

9,50
Röm 12,18

10

Der Aufbruch nach Judäa
10,1
Mt 19,1-2
Lk 9,51

101Und er bricht von dort auf und kommt in das Gebiet von Judäa jenseits des Jordan10,1 Andere Textüberlieferung: «... und kommt in das Gebiet von Judäa und von jenseits des Jordan, ...», und wieder strömen ihm die Leute zu. Und wie es seine Gewohnheit war, lehrte er sie wieder.

Zur Frage nach der Ehescheidung
10,2
Mt 19,3-12

2Und es kamen Pharisäer zu ihm und fragten, um ihn auf die Probe zu stellen, ob es einem Mann erlaubt sei, seine Frau zu entlassen. 3Er antwortete ihnen: Was hat Mose euch geboten? 4Sie sagten: Mose hat erlaubt, einen Scheidebrief zu schreiben und sie zu entlassen.

10,4
Dtn 24,13
Mt 5,31
5Jesus aber sagte zu ihnen: Angesichts eurer Hartherzigkeit hat er für euch dieses Gebot aufgeschrieben. 6Doch vom Anfang der Schöpfung an hat er sie als Mann und Frau geschaffen.
10,6
Gen 1,27
5,2
7Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, 8und die beiden werden ein Fleisch sein. Also sind sie nicht mehr zwei, sondern sie sind ein Fleisch.
10,8
Gen 2,24
1Kor 6,16
9Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.

10Im Haus fragten ihn die Jünger ihrerseits danach.

10,10
9,28
11Und er sagt zu ihnen: Wer seine Frau entlässt und eine andere heiratet, der begeht Ehebruch an ihr.
10,11
Mt 19,9
12Und wenn sie ihren Mann entlässt und einen anderen heiratet, begeht sie Ehebruch.
10,12
1Kor 7,13

Die Segnung der Kinder
10,13
Mt 19,13-15
Lk 18,15-17

13Und man brachte Kinder zu ihm, damit er sie berühre. Die Jünger aber fuhren sie an. 14Als Jesus das sah, wurde er unwillig und sagte zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen, hindert sie nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes. 15Amen, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird nicht hineinkommen.

10,15
Mt 18,3
16Und er schliesst sie in die Arme und legt ihnen die Hände auf und segnet sie.
10,16
9,36

Nachfolge und Reichtum
10,17
Mt 19,16-26
Lk 18,18-27

17Und als er sich auf den Weg machte, kam einer gelaufen und warf sich vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister, was muss ich tun, um ewiges Leben zu erben?

10,17
10,30
18Jesus sagte zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut ausser Gott. 19Du kennst die Gebote: Du sollst nicht töten, du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsches Zeugnis ablegen, du sollst niemanden berauben, ehre deinen Vater und deine Mutter.
10,19
Ex 20,12-16
Dtn 5,16-20
24,14-15
20Er sagte zu ihm: Meister, das alles habe ich befolgt von Jugend an. 21Jesus blickte ihn an, gewann ihn lieb und sagte zu ihm: Eines fehlt dir. Geh, verkaufe, was du hast, und gib es den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm und folge mir!
10,21
Lk 12,33
10,21
1,20
22Der aber war entsetzt über dieses Wort und ging traurig fort; denn er hatte viele Güter.

23Da blickt Jesus um sich und sagt zu seinen Jüngern: Wie schwer kommen doch die Begüterten ins Reich Gottes!

10,23
Lk 6,24
24Die Jünger aber erschraken über seine Worte. Jesus aber sagte noch einmal zu ihnen: Kinder, wie schwer ist es, in das Reich Gottes zu kommen. 25Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr als ein Reicher in das Reich Gottes. 26Sie aber waren bestürzt und sagten zueinander: Ja, wer kann dann gerettet werden? 27Jesus blickt sie an und spricht: Bei Menschen ist es unmöglich, nicht aber bei Gott. Denn alles ist möglich bei Gott.
10,27
14,36
Gen 18,14
Hiob 42,2

Der Lohn der Nachfolge
10,28
Mt 19,27-30
Lk 18,28-30

28Da ergriff Petrus das Wort und sagte zu ihm: Wir hier haben alles verlassen und sind dir gefolgt.

10,28
1,20
29Jesus aber sprach: Amen, ich sage euch: Da ist keiner, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus, Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlässt
10,29
1,15
10,29
Mt 10,37
Lk 14,26
30und der nicht hundertfach empfängt, jetzt in dieser Zeit Häuser, Brüder und Schwestern, Mütter und Kinder und Äcker inmitten von Verfolgungen, und in der kommenden Welt ewiges Leben.
10,30
10,17
31Viele Erste aber werden Letzte sein und Letzte Erste.
10,31
Mt 20,16
Lk 13,30

Die dritte Leidensankündigung
10,32
Mt 20,17-19
Lk 18,31-34

32Sie waren aber auf dem Weg hinauf nach Jerusalem. Und Jesus ging ihnen voran, und sie erschraken, und die ihm folgten, fürchteten sich. Da nahm er die Zwölf wieder beiseite und begann davon zu reden, was auf ihn zukommen werde: 33Seht, wir ziehen jetzt hinauf nach Jerusalem, und der Menschensohn wird den Hohen Priestern und Schriftgelehrten ausgeliefert werden, und sie werden ihn zum Tod verurteilen und ihn den Heiden ausliefern, 34und sie werden ihn verspotten und anspucken, auspeitschen und töten. Und nach drei Tagen wird er auferstehen.

10,34
8,31

Der Wunsch nach einem Platz im Himmel
10,35
Mt 20,20-28

35Da kommen Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, auf ihn zu und sagen: Meister, wir wollen, dass du für uns tust, worum wir dich bitten. 36Er sagte zu ihnen: Was soll ich für euch tun? 37Sie sagten zu ihm: Gewähre uns, dass wir einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken sitzen werden in deiner Herrlichkeit. 38Jesus aber sagte zu ihnen: Ihr wisst nicht, worum ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder euch taufen lassen mit der Taufe, mit der ich getauft werde?

10,38
14,36
10,38
Lk 12,50
Röm 6,3
39Sie sagten zu ihm: Wir können es. Da sagte Jesus zu ihnen: Den Kelch, den ich trinke, werdet ihr trinken, und mit der Taufe, mit der ich getauft werde, werdet ihr getauft werden,
10,39
Apg 12,2
40doch über den Platz zu meiner Rechten oder Linken zu verfügen steht mir nicht zu, sondern er wird denen zuteil, für die er bereitet ist.

41Als die zehn das hörten, wurden sie immer unwilliger über Jakobus und Johannes.

10,41-45
Lk 22,24-27
42Und Jesus ruft sie zu sich und sagt zu ihnen: Ihr wisst, die als Herrscher der Völker gelten, unterdrücken sie, und ihre Grossen setzen ihre Macht gegen sie ein. 43Unter euch aber sei es nicht so, sondern: Wer unter euch gross sein will, sei euer Diener, 44und wer unter euch der Erste sein will, sei der Knecht aller.
10,44
9,35
45Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.
10,45
Joh 13,4-5
10,45
Jes 53,1012
1Tim 2,6
10,45
14,24

Die Heilung des blinden Bartimäus
10,46
Mt 20,29-34
Lk 18,35-43

46Und sie kommen nach Jericho. Und als er und seine Jünger und etliches Volk von Jericho weiterzogen, sass Bartimäus, der Sohn des Timäus, ein blinder Bettler, am Weg. 47Und als er hörte, dass es Jesus von Nazaret sei, begann er laut zu rufen: Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir!

10,47
10,48
11,10
12,3537
48Da fuhren ihn viele an, er solle schweigen. Er aber rief noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!
10,48
10,47
49Und Jesus blieb stehen und sprach: Ruft ihn her! Und sie rufen den Blinden und sagen zu ihm: Sei guten Mutes, steh auf! Er ruft dich. 50Da warf er seinen Mantel ab, sprang auf und kam zu Jesus. 51Und Jesus wandte sich ihm zu und sagte: Was soll ich für dich tun? Da sagte der Blinde zu ihm: Rabbuni, mach, dass ich wieder sehen kann. 52Und Jesus sagte zu ihm: Geh, dein Glaube hat dich gerettet. Und sogleich sah er wieder und folgte ihm auf dem Weg.
10,52
5,34

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