Zürcher Bibel (ZB)
5

Der künftige Herrscher aus Betlehem. Der Rest Jakobs. Die Bestrafung der Nationen

51Und du, Betlehem-Efrata,

zu klein, um zu den Tausendschaften von Juda zu zählen,

aus dir wird er für mich hervorgehen,

um Herrscher zu sein über Israel.

Und seine Ursprünge liegen in der Vorzeit,

in längst vergangenen Tagen.

5,1
Mt 2,6

2Darum gibt er sie hin

bis zu der Zeit, da jene, die gebären soll, geboren hat.

Dann wird der Rest seiner Brüder

zurückkehren zu den Israeliten.

5,2
Jes 7,14
5,2
2,12

3Und er wird auftreten,

und mit der Kraft des Herrn wird er sie weiden,

mit der Hoheit des Namens des Herrn, seines Gottes.

Dann werden sie wohnen bleiben,

denn nun wird er gross sein bis an die Enden der Erde.

5,3
2,12
4,4
Sach 10,6

4Und mit ihm wird der Friede kommen.

Wenn Assur in unser Land kommt

und unsere Paläste betritt,

so stellen wir ihm sieben Hirten entgegen

und acht Menschenfürsten.

5Und diese weiden das Land Assur mit dem Schwert

und das Land Nimrods in dessen Toren.

Und er wird uns vor Assur retten,

wenn es in unser Land kommt

und wenn es unser Gebiet betritt.

6Dann wird der Rest Jakobs inmitten vieler Völker

wie Tau sein vom Herrn,

wie Regen auf dem Kraut,

der auf keinen Menschen hofft

und nicht auf Menschen wartet.

5,6
Hos 14,6

7Und der Rest Jakobs unter den Nationen,

inmitten vieler Völker,

wird wie ein Löwe unter den Tieren des Waldes sein,

wie ein junger Löwe inmitten von Schafherden,

der, wenn er hindurchzieht, niedertritt und reisst -

und da ist keiner, der rettet!

5,7
4,13

8Hoch erhoben sei deine Hand über deinen Bedrängern,

und alle deine Feinde sollen ausgerottet werden!

9Und an jenem Tag, Spruch des Herrn,

rotte ich deine Pferde aus in deiner Mitte

und vernichte ich deine Wagen.

5,9
4,3
Sach 9,10

10Da vernichte ich die Städte deines Landes,

und alle deine befestigten Städte reisse ich nieder.

11Und ich vernichte die Zaubermittel in deiner Hand,

und du wirst keine Zeichendeuter haben.

12Und ich vernichte deine Bilder und deine Mazzeben in deiner Mitte,

und vor dem Machwerk deiner Hände wirst du dich nicht mehr niederwerfen.

5,12
Sach 13,2

13Und ich reisse deine Ascheren aus deiner Mitte

und merze deine Städte aus.

14Und voller Wut und Zorn nehme ich Rache an den Nationen,

die nicht gehört haben!

6

Der Rechtsstreit des Herrn mit seinem Volk. Drohung gegen Jerusalem

61Hört doch, was der Herr spricht:

Auf, führe einen Rechtsstreit vor den Bergen,

und die Hügel sollen deine Stimme hören!

6,1
3,1

2Hört, ihr Berge, den Rechtsstreit des Herrn,

und ihr Uralten6,2 Die Übersetzung des mit ‹ihr Uralten› wiedergegebenen hebräischen Worts ist unsicher., ihr Grundfesten der Erde!

Denn der Herr hat einen Rechtsstreit mit seinem Volk,

und mit Israel rechtet er.

6,2
Hos 4,1

3Mein Volk, was habe ich dir angetan?

Und womit habe ich dich ermüdet?

Sage gegen mich aus!

4Ich habe dich doch heraufgeführt aus dem Land Ägypten

und dich erlöst aus einem Sklavenhaus!

Und vor dir her

habe ich Mose, Aaron und Mirjam gesandt.

6,4
Dtn 5,6
6,4
Ex 6,27

5Mein Volk, erinnere dich doch, was Balak, der König von Moab, beschlossen

und was Bileam, der Sohn von Beor, ihm geantwortet hat,

was von Schittim bis Gilgal geschah,

damit du die gerechten Taten des Herrn erkennst!

6,5
Num 22,1-24,25

6Mit welcher Gabe soll ich vor den Herrn treten,

mich beugen vor dem Gott der Höhe?

Soll ich mit Brandopfern vor ihn treten,

mit einjährigen Kälbern?

7Gefallen dem Herrn Tausende von Widdern,

ungezählte Bäche von Öl?

Soll ich meinen Erstgeborenen hingeben für mein Vergehen,

die Frucht meines Leibes als Sündopfer für mein Leben6,7 Möglich ist auch die Übersetzung: «..., die Frucht meines Leibes für meine Sünde.»?

6,7
Hos 6,6
6,7
Lev 18,21

8Er hat dir kundgetan, Mensch, was gut ist,

und was der Herr von dir fordert:

Nichts anderes, als Recht zu üben und Güte zu lieben

und in Einsicht mit deinem Gott zu gehen.

6,8
Hos 6,6Zef 2,3

9Horch! Der Herr ruft der Stadt zu -

und es ist klug, deinen Namen zu fürchten -,

hört auf den Stock und den, der ihn einberuft!

10Sind im Haus des Ungerechten noch immer

Schätze des Unrechts

und das verwünschte, geschrumpfte Efa?

11Bleibe ich rein trotz ungerechter Waage

und trotz des Beutels mit trügerischen Gewichten?

6,11
Hos 12,8

12Da ihre Reichen voll Gewalttat sind

und ihre Bewohner Lüge verbreiten

und ihre Zunge trügerisch ist in ihrem Mund,

13mache auch ich dich krank, ich schlage dich,

richte dich schrecklich zu, deiner Sünden wegen.

14Du wirst essen und nicht satt werden,

und dein Kot6,14 Möglicherweise ist das mit «Kot» wiedergegebene hebräische Wort mit «Hunger» zu übersetzen. bleibt in dir.

Du wirst hinwegschaffen und nichts retten,

denn was du rettest, übergebe ich dem Schwert.

6,14
Hos 4,10
6,14
Dtn 32,25

15Du wirst säen und nichts ernten,

du wirst Oliven keltern und dich nicht mit Öl salben

und Most keltern und keinen Wein trinken.

6,15
Am 5,11

16Und man hält sich an die Satzungen Omris

und an jede Tat des Hauses Achab,

und nach ihren Ratschlägen seid ihr gegangen,

damit ich dich verwüste

und ihre Bewohner zu einem Anlass des Zischens mache:

Die Schmach meines Volks werdet ihr tragen!

6,16
1Kön 16,25

7

Klage und Verheissung

71Wehe mir, es ist mir ergangen wie bei der Obsternte,

wie bei der Nachlese zur Weinernte:

keine Traube zum Essen,

keine Frühfeige, nach der ich begehre.

7,1
Jes 28,4

2Verschwunden ist der Getreue aus dem Land,

und kein Aufrechter ist unter den Menschen.

Sie alle lauern auf Blut,

und auf den eigenen Bruder macht jeder Jagd mit dem Netz.

7,2
Ps 14,3
Jer 5,1

3Besonders gut wollen ihre Hände das Böse tun,

der Fürst stellt Forderungen,

und wer Recht spricht, tut es gegen Bezahlung,

und der Grosse redet, wozu seine Gier ihn treibt,

und schon immer haben sie alles verdreht.

7,3
Zef 3,3

4Der Beste von ihnen ist wie ein Dornenstrauch,

selbst ein Aufrechter ist schlimmer als eine Dornenhecke.

Der Tag deiner Späher, deine Heimsuchung, ist gekommen,

nun wird Verwirrung unter ihnen herrschen!

5Dem Nächsten sollt ihr nicht glauben,

vertraut nicht dem, der euch vertraut ist.

Vor ihr, die an deiner Brust liegt,

bewache die Pforten deines Mundes!

6Denn der Sohn hält nichts vom Vater,

die Tochter erhebt sich gegen ihre Mutter,

die Schwiegertochter gegen ihre Schwiegermutter,

des Menschen Feinde sind die Menschen im eigenen Haus.

7Ich aber will Ausschau halten nach dem Herrn,

will warten auf den Gott meiner Rettung!

Mein Gott wird mich hören.

7,7
Hab 3,18

8Freue dich nicht über mich, die du mir Feind bist!

Wenn ich gefallen bin,

stehe ich auf,

wenn ich in der Finsternis sitze,

ist der Herr mir Licht.

7,8
Ps 27,1

9Ich werde die Wut des Herrn ertragen,

denn ich habe gesündigt gegen ihn,

bis er meinen Rechtsstreit führt

und mir Recht verschafft;

er wird mich hinausführen an das Licht,

ich werde seine Gerechtigkeit sehen!

7,9
Hiob 19,25
35,14

10Und die mir Feind ist, soll es sehen,

und Schande soll sie bedecken,

sie, die zu mir sagt:

Wo ist der Herr, dein Gott?

Meine Augen werden es sehen:

Nun wird sie zertreten wie Kot in den Gassen!

7,10
Joel 2,17

11Ein Tag, um deine Mauern aufzubauen!

An jenem Tag rückt die Grenze in die Ferne.

7,11
Jes 61,4

12An jenem Tag, da wird man zu dir kommen

von Assur und den Städten Mazors7,12 Mazor ist ein anderer Name für Ägypten.

und von Mazor bis zum Strom

und von Meer zu Meer

und von Gebirge zu Gebirge.

13Die Erde aber wird zur Wüstenei, ihrer Bewohner wegen,

der Frucht ihrer Taten wegen.

14Weide dein Volk mit deinem Stab,

die Schafe deines Erbbesitzes,

die in Einsamkeit leben,

im Wald, mitten im Fruchtland.

Im Baschan und im Gilead werden sie weiden

wie in den Tagen der Vorzeit.

7,14
Sach 11,7
7,14
2,12
Ps 95,7
7,14
Obd 19

15Wie in den Tagen deines Auszugs aus dem Land Ägypten,

lasse ich es Wunder sehen!

16Nationen werden es sehen und zuschanden werden,

werden all ihre Macht verlieren;

sie werden die Hand auf den Mund legen,

ihre Ohren werden taub.

17Wie die Schlange lecken sie Staub,

wie jene, die auf der Erde kriechen.

Zitternd kommen sie aus ihren Gefängnissen,

ängstlich nähern sie sich dem Herrn, unserem Gott,

und sie fürchten sich vor dir.

7,17
Gen 3,14
7,17
Hos 3,5

18Wer wäre ein Gott wie du,

der Schuld vergibt

und hinwegschreitet über Vergehen

für den Rest seines Erbbesitzes?

Nicht für immer hält er fest an seinem Zorn,

denn er hat Gefallen an Gnade!

7,18
Jer 3,12

19Er wird sich wieder über uns erbarmen,

unsere Schuld wird er niedertreten.

Und in die Tiefen des Meeres wirst du all ihre Sünden werfen.

7,19
Ps 85,3
Jes 33,24

20Jakob erweist du Treue,

Abraham Güte,

wie du es unseren Vorfahren geschworen hast

seit den Tagen der Vorzeit.

7,20
Gen 22,16
Lk 1,73