Zürcher Bibel (ZB)
1

Buchüberschrift

11Das Wort des Herrn, das an Micha, den Morascheter, erging in den Tagen des Jotam, des Achas, des Jechiskija, der Könige von Juda, das er geschaut hat über Samaria und Jerusalem.
1,1
2Kön 15,32-20,21

Aufruf an die Völker der Erde. Die drohende Vernichtung von Samaria und Jerusalem

2Hört, ihr Völker, alle!

Gib acht, Erde und was sie erfüllt!

Und Gott der Herr sei Zeuge gegen euch,

der Herr von seinem heiligen Tempel aus!

1,2
3,1
1,2
Zef 3,8
1,2
Jona 2,5Hab 2,20

3Denn seht, der Herr zieht aus von seiner Stätte

und steigt herab und tritt auf die Höhen der Erde.

1,3
Am 4,13

4Da werden die Berge unter ihm zerfliessen,

und die Täler sich spalten -

wie Wachs vor dem Feuer,

wie Wasser, das an einen Abhang gegossen wird.

1,4
Ps 97,5
Hab 3,6
1,4
Am 9,5

5All das wegen Jakobs Vergehen

und wegen der Sünden des Hauses Israel!

Was ist das Vergehen Jakobs?

Ist es nicht Samaria?

Und was sind die Kulthöhen des Hauses Juda?

Sind sie nicht Jerusalem?

6Und so werde ich Samaria zum Trümmerhaufen machen auf dem Feld,

zum Pflanzland für Reben,

und seine Steine lasse ich ins Tal stürzen,

und seine Grundmauern lege ich frei.

1,6
3,12

7Und alle seine Bilder werden in Stücke geschlagen

und alle seine Geschenke im Feuer verbrannt,

und alle seine Götzen verwüste ich,

denn mit Hurenlohn hat Samaria1,7 Wörtlich: «... hat es das angesammelt, ...» das angesammelt,

und zu Hurenlohn wird es wieder werden!

1,7
Hos 2,14

8Darum will ich wehklagen und jammern,

barfuss gehen und nackt,

will ein Wehklagen anstimmen wie die Schakale

und ein Trauern wie die Strausse.

9Denn unheilbar sind seine Wunden,

bis nach Juda ist es gekommen,

ans Tor meines Volks ist es gelangt, nach Jerusalem.

1,9
Nah 3,19

10In Gat sollt ihr es nicht kundtun,

ihr müsst nicht weinen.

In Bet-Leafra

wälze dich im Staub!

11Geh vorüber, du Bewohnerin1,11 Von den Bewohnern der Städte wird in diesem Text im Bild einer Frau gesprochen. von Schafir, nackt, in Schande;

die Bewohnerin von Zaanan ist nicht hinausgezogen.

Die Wehklage von Bet-Haezel

zieht euch den Boden unter den Füssen weg.

12Denn die Bewohnerin von Marot bangt um ihr Glück.

Ja, Unheil vom Herrn fährt herab

auf das Tor von Jerusalem.

13Spanne die Pferde vor den Wagen, Bewohnerin von Lachisch!

Das war der Anfang der Sünde für die Tochter Zion,

denn in dir fanden sich die Vergehen Israels.

14Darum übergib die Abschiedsgaben

an Moreschet-Gat.

Die Häuser von Achsib werden zur Täuschung1,14 Es liegt ein Wortspiel vor: Der Name Achsib und das hier verwendete hebräische Wort für ‹Täuschung› klingen sehr ähnlich.

für die Könige von Israel.

15Ich werde noch den Eroberer zu dir bringen,

Bewohnerin von Marescha.

Bis nach Adullam wird die Herrlichkeit Israels kommen.

16Mache dir eine Glatze und schere dich kahl,

der Kinder wegen, die dich erfreuten!

Mache deine Glatze gross wie die des Geiers,

denn sie mussten in die Verbannung, fort von dir!

1,16
Jer 7,29

2

Drohung gegen die Mächtigen

21Wehe denen, die auf ihren Lagern Unheil planen und böse Taten!

Wenn der Morgen anbricht führen sie es aus,

weil es in ihrer Macht steht:

2,1
Ps 36,5

2Sie gieren nach Äckern und rauben sie

und nach Häusern und nehmen sie weg,

und sie unterdrücken einen Mann und sein Haus,

einen Mann und seinen Erbbesitz!

2,2
Jes 5,8

3Darum, so spricht der Herr:

Seht, gegen diese Sippe plane ich Unheil,

aus dem ihr euren Hals nicht ziehen werdet,

und ihr werdet nicht aufrecht umherstolzieren,

denn es ist eine Zeit des Unheils!

2,3
Am 5,13

4An jenem Tag wird man über euch einen Spruch machen

und mit bitterer Klage klagen;

man wird sagen: Wir sind ganz und gar verwüstet!

Den Anteil meines Volks tauscht er ein!

Wie entreisst er ihn mir!

Er teilt ihn dem zu, der unser Feld zerstückelt!

5Darum wirst du niemanden haben,

der die Messschnur spannt für den Losanteil

in der Versammlung des Herrn.

6Ihr solltet euren Worten nicht freien Lauf lassen!,

sagen sie2,6 «sagen sie» wurde in der Übersetzung ergänzt. und lassen ihren Worten freien Lauf.

Über diese Dinge darf man seinen Worten nicht freien Lauf lassen!

Uns wird keine Schmach erreichen.

2,6
2,11
2,6
Am 2,127,16

7Darf so etwas gesagt werden, Haus Jakob?

Ist der Herr ungeduldig geworden?

Sind dies seine Taten?

Sind meine Worte nicht gütig gegenüber dem,

der rechtschaffen lebt?

8Aber längst schon erhebt sich mein Volk als Feind:

Von der Seite reisst ihr denen den Mantel herunter,

den Rock denen,

die friedlich vorüberziehen,

die sich abwenden vom Krieg2,8 Möglich ist auch die Übersetzung: «..., die zurückkehren vom Krieg.».

9Die Frauen meines Volks vertreibt ihr

aus dem Haus, in dem es ihnen gut geht;

ihren Jüngsten

nehmt ihr meinen Schmuck für immer.

10Macht euch auf und geht,

denn hier ist keine Ruhe

der Unreinheit wegen, die Verderben bringt

und schmerzhaften Schaden.

2,10
Mi 1,9

11Käme einer daher, der Windiges und Lügen von sich gäbe:

Für dich lasse ich meinen Worten freien Lauf

über Wein und Bier! -,

das wäre einer, der seinen Worten freien Lauf lassen dürfte in diesem Volk.

2,11
2,6
Nah 1,10

Die künftige Sammlung des Rests von Israel

12Dich, ganz Jakob, werde ich einsammeln,

sammeln werde ich den Rest von Israel.

Wie Schafe im Pferch2,12 Die Übersetzung «Wie Schafe im Pferch» beruht auf einer veränderten Vokalisation des Massoretischen Texts, der übersetzt «Wie die Schafe von Bozra» lautet. führe ich sie zusammen,

wie eine Herde auf ihrer Trift:

eine lärmende Menschenmenge.

2,12
4,7
5,2
7,14
Zef 3,13
Sach 10,8-10

13Vor ihnen zog der Durchbrecher hinauf,

sie haben durchbrochen und sind vorübergezogen,

da war ein Tor, und sie zogen hinaus.

Und vor ihnen schritt ihr König daher,

und der Herr war an ihrer Spitze.

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