Zürcher Bibel (ZB)
6

Vom Almosengeben

61Seht zu, dass ihr eure Gerechtigkeit nicht vor den Leuten dartut, um von ihnen gesehen zu werden, sonst könnt ihr keinen Lohn erwarten von eurem Vater im Himmel.

6,1
5,20
6,1
23,5

2Wenn du nun Almosen gibst, so posaune es nicht aus, wie die Heuchler es machen in den Synagogen und auf den Strassen, um von den Leuten gepriesen zu werden. Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon bezogen.

6,2
23,13
3Wenn du aber Almosen gibst, lass deine Linke nicht wissen, was die Rechte tut, 4damit dein Almosen im Verborgenen bleibt. Und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir vergelten.
6,4
6,18

Vom Beten. Das Grundmuster eines Gebets

5Und wenn ihr betet, sollt ihr es nicht machen wie die Heuchler: Die stehen gern in den Synagogen und an den Strassenecken und beten, um sich den Leuten zu zeigen. Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon bezogen.

6,5
23,5
6,5
6,613
6Wenn du aber betest, geh in deine Kammer, schliess die Tür und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

7Wenn ihr aber betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden; sie meinen nämlich, sie werden ihrer vielen Worte wegen erhört. 8Tut es ihnen nicht gleich! Euer Vater weiss, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet.

6,8
6,32

9So sollt ihr beten:

Unser Vater im Himmel.

Dein Name werde geheiligt.

6,9-15
Lk 11,1-4
6,9
7,11
23,9
6,9
Jes 63,15-16
6,9
Jes 29,23

10Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

6,10
Ps 145,1113Jes 52,7
6,10
26,3942
6,10
Ps 135,6

11Das Brot, das wir nötig haben, gib uns heute!

6,11
Ps 145,15

12Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben haben jenen, die an uns schuldig geworden sind.

6,12
6,15

13Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.6,13 Die wichtigsten Handschriften enthalten nur den oben wiedergegebenen Text. Viele fügen jedoch an: «Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.»

6,13
26,41
6,13
Joh 17,15
2Thess 3,3

14Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben.

6,14
Mk 11,25
15Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird auch euer Vater eure Verfehlungen nicht vergeben.
6,15
5,7
6,12
7,2
18,21-35

Vom Fasten

16Wenn ihr aber fastet, macht kein saures Gesicht wie die Heuchler, denn sie machen ein saures Gesicht, um den Leuten zu zeigen, dass sie fasten. Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon bezogen.

6,16
23,5
6,16
6,13
17Wenn du aber fastest, salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, 18um nicht den Leuten zu zeigen, dass du fastest, sondern deinem Vater, der im Verborgenen ist. Und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir vergelten.
6,18
6,4

Vom Umgang mit dem Besitz

19Sammelt euch nicht Schätze auf Erden, wo Motte und Rost sie zerfressen, wo Diebe einbrechen und stehlen.

6,19-21
Lk 12,33-34
20Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Rost sie zerfressen, wo keine Diebe einbrechen und stehlen.
6,20
19,21
21Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.

22Das Licht des Leibes ist das Auge. Wenn dein Auge lauter ist, wird dein ganzer Leib von Licht erfüllt sein.

6,22-23
Lk 11,34-36
23Wenn dein Auge böse ist, wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie gross ist dann die Finsternis!

24Niemand kann zwei Herren dienen. Denn entweder wird er diesen hassen und jenen lieben, oder er wird sich an jenen halten und diesen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.

6,24
Lk 16,13

Von falscher und echter Sorge
6,25
Lk 12,22-32

25Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen werdet, noch um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung?

6,25
Ps 145,15-16

26Schaut auf die Vögel des Himmels: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in Scheunen - euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht mehr wert als sie?

6,26
Hiob 38,41
Ps 147,9
6,26
10,31
27Wer von euch vermag durch Sorgen seiner Lebenszeit auch nur eine Elle hinzuzufügen?

28Und was sorgt ihr euch um die Kleidung? Lernt von den Lilien auf dem Feld, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht, 29ich sage euch aber: Selbst Salomo in all seiner Pracht war nicht gekleidet wie eine von ihnen. 30Wenn Gott aber das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen!

6,30
8,26

31Sorgt euch also nicht und sagt nicht: Was werden wir essen? Oder: Was werden wir trinken? Oder: Was werden wir anziehen? 32Denn um all das kümmern sich die Heiden. Euer himmlischer Vater weiss nämlich, dass ihr das alles braucht.

6,32
6,8
33Trachtet vielmehr zuerst nach seinem Reich und seiner Gerechtigkeit, dann wird euch das alles dazugegeben werden.
6,33
5,20
34Sorgt euch also nicht um den morgigen Tag, denn der morgige Tag wird für sich selber sorgen. Jeder Tag hat genug an seiner eigenen Last.

7

Vom Richten

71Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!

7,1-2
Lk 6,37-38
2Denn wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden, und mit dem Mass, mit dem ihr messt, wird euch zugemessen werden.
7,2
6,15Mk 4,24

3Was siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, den Balken in deinem Auge aber nimmst du nicht wahr?

7,3-5
Lk 6,41-42
4Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen, und dabei ist in deinem Auge der Balken? 5Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge. Dann wirst du klar genug sehen, um den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen.
7,5
23,13

Von der Entweihung des Heiligen

6Gebt das Heilige nicht den Hunden und werft eure Perlen nicht vor die Säue, damit sie nicht mit den Füssen auf ihnen herumtreten und sich umwenden und euch in Stücke reissen.

7,6
10,14

Vom Bitten und vom Empfangen
7,7
Lk 11,9-13

7Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan. 8Denn wer bittet, empfängt; wer sucht, der findet; wer anklopft, dem wird aufgetan.

7,8
18,19
21,22
Mk 11,24
Joh 14,13
7,8
Spr 8,17
9Wer unter euch gäbe seinem Sohn, wenn er ihn um Brot bittet, einen Stein, 10und wenn er ihn um einen Fisch bittet, eine Schlange? 11Wenn also ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen, die ihn bitten, Gutes geben.
7,11
6,9

Die goldene Regel
7,12
Lk 6,31

12Also: Wie immer ihr wollt, dass die Leute mit euch umgehen, so geht auch mit ihnen um! Denn darin besteht das Gesetz und die Propheten.

7,12
22,34-40

Das Bild vom engen Tor
7,13
Lk 13,23-24

13Tretet ein durch das enge Tor! Denn weit ist das Tor und breit der Weg, der ins Verderben führt, und viele sind es, die da hineingehen. 14Wie eng ist das Tor und wie schmal der Weg, der ins Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden!

Die Warnung vor falschen Propheten
7,15
Lk 6,43-46

15Hütet euch vor den falschen Propheten, die in Schafspelzen zu euch kommen - darunter aber sind reissende Wölfe!

7,15
24,1124
2Petr 2,1
1Joh 4,1
7,15
10,16
16An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Lassen sich etwa Trauben ernten von Dornen oder Feigen von Disteln? 17So trägt jeder gute Baum gute Früchte, jeder faule Baum aber trägt schlechte Früchte.
7,17
12,33
18Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte tragen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte tragen. 19Jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird gefällt und ins Feuer geworfen.
7,19
3,10
20So werdet ihr sie an ihren Früchten erkennen.

21Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr!, wird ins Himmelreich hineinkommen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.

7,21
4,17
5,31020
18,3
19,1423
21,28-32
7,21
12,50
7,21
Jak 1,22
22Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen als Propheten geredet, in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wunder getan? 23Dann sollen sie von mir hören: Ich habe euch nie gekannt! Geht weg von mir, die ihr das Gesetz missachtet!
7,23
25,1241
Lk 13,27
7,23
Ps 119,115

Das Bild vom Hausbau
7,24
Lk 6,47-49

24Jeder, der diese meine Worte hört und danach handelt, ist einem klugen Mann gleich, der sein Haus auf Fels gebaut hat. 25Da gingen Regengüsse nieder, Sturzbäche kamen, und Winde wehten und warfen sich gegen das Haus, und es stürzte nicht ein. Denn Fels war sein Fundament. 26Und jeder, der diese meine Worte hört und nicht danach handelt, ist einem törichten Mann gleich, der sein Haus auf Sand gebaut hat. 27Da gingen Regengüsse nieder, Sturzbäche kamen, Winde wehten und schlugen gegen das Haus, und es stürzte ein, und sein Sturz war gewaltig.

Die Wirkung der Bergpredigt

28Und es geschah, als Jesus diese Rede abgeschlossen hatte, dass die Leute überwältigt waren von seiner Lehre.

7,28
13,54
19,25
22,2233
29Denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie ihre Schriftgelehrten.
7,29
28,18Mk 1,22

8

Die Heilung eines Aussätzigen
8,1
Mk 1,40-45
Lk 5,12-16

81Als er vom Berg herabstieg, folgten ihm viele Leute. 2Und da kam ein Aussätziger auf ihn zu, warf sich vor ihm nieder und sagte: Herr, wenn du willst, kannst du mich rein machen! 3Und er streckte die Hand aus, berührte ihn und sprach: Ich will es, sei rein! Und auf der Stelle wurde er von seinem Aussatz geheilt. 4Und Jesus sagt zu ihm: Sieh zu, dass du niemandem etwas sagst, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring die Opfergabe dar, die Mose angeordnet hat - das soll ihnen ein Beweis sein.

8,4
9,30
12,16
16,20
17,9
8,4
Lev 14,2-32

Der Hauptmann von Kafarnaum
8,5
Lk 7,1-10
Joh 4,43-54

5Als er aber nach Kafarnaum kam, trat ein Hauptmann an ihn heran und bat ihn: 6Herr, mein Knecht liegt gelähmt im Haus und wird von furchtbaren Schmerzen gepeinigt. 7Und er sagt zu ihm: Ich werde kommen und ihn heilen. 8Da entgegnete der Hauptmann: Herr, es steht mir nicht zu, dich in mein Haus zu bitten, doch sprich nur ein Wort, und mein Knecht wird gesund. 9Denn auch ich bin einer, für den Befehle gelten, und ich habe Soldaten unter mir. Sage ich zu einem: Geh, so geht er; sage ich zu einem anderen: Komm, so kommt er; und sage ich zu meinem Knecht: Tu das, so tut er es. 10Als Jesus das hörte, staunte er und sagte zu denen, die ihm folgten: Amen, ich sage euch: Solchen Glauben habe ich bei niemandem in Israel gefunden. 11Ich sage euch aber: Viele werden kommen aus Ost und West und sich mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch setzen.

8,11
Lk 13,29
8,11
28,19
12Die Söhne des Reichs aber werden in die äusserste Finsternis hinausgeworfen werden; dort wird Heulen und Zähneklappern sein.
8,12
13,4250
22,13
24,51
25,30
Lk 13,28
13Und Jesus sagte zum Hauptmann: Geh! Dir geschehe, wie du geglaubt hast. Und in eben jener Stunde wurde der Knecht gesund.
8,13
9,2229
15,28
21,22
Mk 5,34Lk 7,50
8,13
17,20

Die Heilung der Schwiegermutter des Petrus
8,14
Mk 1,29-31
Lk 4,38-39

14Und als Jesus in das Haus des Petrus kam, sah er, dass dessen Schwiegermutter im Fieber lag. 15Und er nahm ihre Hand, und das Fieber wich von ihr; und sie stand auf und bewirtete ihn.

Weitere Heilungen
8,16
Mk 1,32-34
Lk 4,40-41

16Am Abend brachten sie viele Besessene zu ihm; und er trieb die Geister aus durch die Macht des Wortes und heilte alle Kranken. 17So sollte in Erfüllung gehen, was durch den Propheten Jesaja gesagt ist: Er nahm unsere Schwachheit auf sich, und unsere Krankheiten trug er.

8,17
Jes 53,4

Vom Ernst der Nachfolge
8,18
Lk 9,57-62

18Als Jesus das Gedränge um sich herum sah, befahl er, ans andere Ufer zu fahren. 19Da kam ein Schriftgelehrter zu ihm und sagte: Meister, ich will dir folgen, wohin du auch gehst. 20Jesus sagt zu ihm: Die Füchse haben Höhlen, und die Vögel des Himmels haben Nester, der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.

21Ein anderer von den Jüngern sagte zu ihm: Herr, erlaube mir, dass ich zuerst heimgehe und meinen Vater begrabe. 22Jesus aber sagt zu ihm: Folge mir! Und lass die Toten ihre Toten begraben.

8,22
16,24

Die Stillung des Seesturms
8,23
Mk 4,35-41
Lk 8,22-25

23Dann stieg er in das Boot, und seine Jünger folgten ihm. 24Da erhob sich ein grosser Sturm auf dem See, so dass das Boot von den Wellen überrollt wurde; er aber schlief. 25Da traten sie zu ihm, weckten ihn und sagten: Herr, rette uns, wir gehen unter! 26Und er sagt zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam, ihr Kleingläubigen! Dann stand er auf und schrie die Winde an und den See; da trat eine grosse Windstille ein.

8,26
6,30
14,31
16,8
17,20
27Die Menschen aber wunderten sich und sagten: Was ist das für einer, dass ihm selbst Wind und Wellen gehorchen?
8,27
Ps 65,8
89,10
107,29

Die Heilung der Besessenen von Gadara
8,28
Mk 5,1-20
Lk 8,26-39

28Als er ans andere Ufer kam, in das Gebiet der Gadarener, liefen ihm zwei Besessene über den Weg, die aus den Grabhöhlen hervorkamen. Die sahen so furchterregend aus, dass niemand auf dem Weg gehen wollte, der dort vorbeiführte. 29Und sie schrien: Was haben wir mit dir zu schaffen, Sohn Gottes? Bist du hergekommen, um uns zu quälen, bevor es Zeit ist?

8,29
16,16
30Weit weg von ihnen aber weidete eine grosse Herde Schweine. 31Da baten ihn die Dämonen: Wenn du uns austreibst, dann schick uns in die Schweineherde. 32Er sagte zu ihnen: Fort mit euch! Da fuhren sie aus und fuhren in die Schweine, und siehe da: Die ganze Herde stürzte sich den Abhang hinunter in den See und kam im Wasser um.

33Die Hirten aber ergriffen die Flucht, eilten in die Stadt und erzählten alles, auch was mit den Besessenen geschehen war. 34Und die ganze Stadt zog hinaus, Jesus entgegen, und als sie ihn sahen, baten sie ihn, ihr Gebiet zu verlassen.

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