Zürcher Bibel (ZB)
11

Die Frage des Täufers
11,1
Lk 7,18-23

111Und es geschah, als Jesus seinen zwölf Jüngern seine Anweisungen gegeben hatte, dass er von dort weiterzog, um in ihren Städten zu lehren und zu verkündigen.

2Als Johannes nun im Gefängnis von den Taten des Christus hörte, sandte er seine Jünger zu ihm

11,2
14,3-4
3und liess ihn fragen: Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?
11,3
3,311
4Jesus antwortete ihnen: Geht und erzählt Johannes, was ihr hört und seht: 5Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, und Tote werden auferweckt, und Armen wird das Evangelium verkündigt;
11,5
4,23-24
15,30-31
21,14
11,5
Jes 29,18
35,5-6
11,5
Jes 26,19
11,5
Jes 61,1
6und selig ist, wer an mir keinen Anstoss nimmt.
11,6
13,57
Joh 6,61

Das Urteil Jesu über den Täufer
11,7
Lk 7,24-35

7Als diese sich wieder auf den Weg machten, begann Jesus zu den Leuten über Johannes zu reden: Was habt ihr zu sehen gehofft, als ihr in die Wüste hinauszogt? Ein Schilfrohr, das im Wind schwankt?

11,7
3,15
8Oder was habt ihr zu sehen gehofft, als ihr hinauszogt? Einen Menschen, der in feine Gewänder gehüllt ist? Die feine Gewänder tragen, die wohnen in Palästen.
11,8
3,4
9Oder was habt ihr zu sehen gehofft, als ihr hinauszogt? Einen Propheten? Ja, ich sage euch, mehr als einen Propheten habt ihr gesehen!
11,9
21,26
10Er ist es, von dem geschrieben steht:

Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her,

der vor dir deinen Weg bereiten wird.

11,10
Mk 1,2
Ex 23,20
Mal 3,1
11,10
Lk 1,76

11Amen, ich sage euch: Unter denen, die von einer Frau geboren wurden, ist keiner aufgetreten, der grösser wäre als Johannes der Täufer. Doch noch der Geringste im Himmelreich ist grösser als er.

11,11
5,19
18,14
20,21-23
12Von den Tagen des Täufers Johannes bis heute wird dem Himmelreich Gewalt angetan, und Gewalttätige reissen es an sich. 13Alle Propheten nämlich und das Gesetz und auch Johannes haben das geweissagt.
11,13
Lk 16,16
14Und wenn ihr es annehmen wollt: Er ist Elija, der kommen soll.
11,14
17,10-13
Mal 3,23
15Wer Ohren hat, der höre!
11,15
13,9

16Mit wem aber soll ich dieses Geschlecht vergleichen? Kindern ist es gleich, die auf dem Marktplatz sitzen und den andern 17zurufen:

Wir haben euch aufgespielt,

und ihr habt nicht getanzt,

wir haben Klagelieder gesungen,

und ihr habt nicht geklagt.

18Denn Johannes kam, ass nicht und trank nicht, und sie sagen: Er hat einen Dämon!

11,18
3,4
9,14
Lk 1,15
11,18
9,34
19Der Menschensohn kam, ass und trank, und sie sagen: Seht, ein Fresser und Säufer, ein Freund von Zöllnern und Sündern! Und doch wurde der Weisheit Recht gegeben durch das, was sie getan hat.
11,19
9,11

Wehruf über galiläische Städte
11,20
Lk 10,13-16

20Dann begann er die Städte anzuklagen, in denen die meisten seiner Wunder geschehen waren, denn sie hatten nicht Busse getan. 21Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Betsaida! Wären in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen, die bei euch geschehen sind, sie hätten längst in Sack und Asche Busse getan.

11,21
Joh 5,36
22Doch ich sage euch: Tyrus und Sidon wird es am Tag des Gerichts besser ergehen als euch.
11,22
10,15
23Und du, Kafarnaum, willst du etwa in den Himmel erhoben werden? Bis ins Totenreich wirst du hinabfahren! Wären in Sodom die Wunder geschehen, die bei dir geschehen sind, so stünde es noch heute.
11,23
Jes 14,13-15
24Doch ich sage euch: Dem Land Sodom wird es am Tag des Gerichts besser ergehen als dir.
11,24
10,15

Der Lobpreis des Vaters
11,25
Lk 10,21-22

25In jenen Tagen ergriff Jesus das Wort und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies vor Weisen und Klugen verborgen, es Einfältigen aber offenbart hast.

11,25
21,16
11,25
Jes 29,14
1Kor 2,6-8
26Ja, Vater, so hat es dir gefallen. 27Alles ist mir übergeben worden von meinem Vater, und niemand kennt den Sohn ausser der Vater, und niemand kennt den Vater ausser der Sohn und der, dem der Sohn es offenbaren will.
11,27
28,18
11,27
16,16
11,27
Joh 1,188,55

Das Bild vom Joch

28Kommt zu mir, all ihr Geplagten und Beladenen: Ich will euch erquicken. 29Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin sanft und demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele.

11,29
21,5
11,29
Jer 6,16
30Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht.
11,30
23,4

12

Das Ährenraufen der Jünger am Sabbat
12,1
Mk 2,23-28
Lk 6,1-5

121In jenen Tagen ging Jesus am Sabbat durch die Kornfelder. Und seine Jünger waren hungrig und begannen, Ähren zu raufen und zu essen. 2Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu ihm: Sieh her, deine Jünger tun, was am Sabbat nicht erlaubt ist!

12,2
Ex 20,8-11
Dtn 5,12-15
3Da sagte er zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David tat, als er hungrig war, er und seine Gefährten?
12,3
1Sam 21,1-7
4Wie er in das Haus Gottes hineinging, und wie sie die Schaubrote assen, die weder er noch seine Gefährten essen durften, sondern nur die Priester?
12,4
Lev 24,5-9
5Habt ihr nicht im Gesetz gelesen, dass die Priester im Tempel am Sabbat den Sabbat entweihen, ohne sich schuldig zu machen?
12,5
Num 28,9-10
Joh 7,23
6Ich sage euch aber: Hier ist Grösseres als der Tempel!
12,6
11,9
12,4142
7Hättet ihr begriffen, was es heisst: Barmherzigkeit will ich und nicht Opfer, so hättet ihr die Unschuldigen nicht verurteilt.
12,7
9,13
8Ja, der Menschensohn ist Herr über den Sabbat.

Die Heilung eines behinderten Mannes am Sabbat
12,9
Mk 3,1-6
Lk 6,6-11

9Und er ging von dort weiter und kam in ihre Synagoge. 10Und da war einer mit einer verkümmerten Hand. Da fragten sie ihn, ob es am Sabbat erlaubt sei zu heilen, um ihn anklagen zu können. 11Er aber sagte zu ihnen: Wer unter euch, der ein einziges Schaf besitzt, würde es nicht, wenn es am Sabbat in eine Grube fällt, packen und herausziehen?

12,11
Lk 13,15
14,5
12Wie viel mehr wert ist doch ein Mensch als ein Schaf! Also ist es erlaubt, am Sabbat Gutes zu tun.
12,12
10,31
13Dann sagt er zu dem Menschen: Streck deine Hand aus! Und der streckte sie aus, und sie war wiederhergestellt, gesund wie die andere. 14Die Pharisäer aber gingen hinaus und fassten den Beschluss, ihn umzubringen.
12,14
Ex 31,14
Joh 5,18

Der Gottesknecht Jesus

15Als aber Jesus davon erfuhr, zog er sich von dort zurück. Und viele Leute folgten ihm, und er heilte sie alle. 16Und er gebot ihnen streng, ihn nicht offenbar zu machen;

12,16
8,4Mk 3,12
17so sollte in Erfüllung gehen, was durch den Propheten Jesaja gesagt ist:

18Siehe, mein Knecht, den ich erwählt habe,

mein Geliebter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat.

Ich werde meinen Geist auf ihn legen,

und den Völkern wird er das Recht verkünden.

12,18-21
Jes 42,1-4
12,18
3,17

19Er wird nicht streiten und nicht schreien,

und auf den Gassen wird man seine Stimme nicht hören.

20Geknicktes Rohr wird er nicht zerbrechen

und glimmenden Docht nicht auslöschen,

bis er dem Recht zum Sieg verholfen hat.

21Und auf seinen Namen werden die Völker hoffen.

Jesu Macht über die Dämonen
12,22
Mk 3,22-30
Lk 11,14-23

22Dann brachte man einen Besessenen zu ihm, der war blind und stumm. Und er heilte ihn, so dass der Stumme reden und sehen konnte.

12,22-24
9,32-34
23Und alle Leute waren fassungslos und sagten: Ist das etwa der Sohn Davids?
12,23
9,27
24Als die Pharisäer das hörten, sagten sie: Der treibt doch die Dämonen nur durch Beelzebul aus, den Fürsten der Dämonen!
12,24
9,34

25Weil er sie aber durchschaute, sagte er zu ihnen: Jedes Reich, das in sich gespalten ist, wird verwüstet, und jede Stadt oder jede Familie, die in sich gespalten ist, hat keinen Bestand. 26Und wenn der Satan den Satan austreibt, ist er in sich gespalten. Wie kann dann sein Reich Bestand haben? 27Wenn nun ich durch Beelzebul die Dämonen austreibe, durch wen treiben dann eure Söhne und Töchter sie aus? Darum werden sie eure Richter sein. 28Wenn ich jedoch durch den Geist Gottes die Dämonen austreibe, dann ist das Reich Gottes zu euch gelangt.

12,28
4,17

29Wie kann jemand in das Haus des Starken eindringen und seine Habe rauben, wenn er nicht zuvor den Starken gefesselt hat? Dann erst wird er sein Haus ausrauben. 30Wer nicht für mich ist, ist gegen mich, und wer nicht sammelt mit mir, der zerstreut.

12,30
Mk 9,40
Lk 9,50

31Darum sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden, die Lästerung des Geistes aber wird nicht vergeben werden. 32Wenn jemand etwas gegen den Menschensohn sagt, wird ihm vergeben werden, wenn aber jemand etwas gegen den heiligen Geist sagt, wird ihm nicht vergeben werden, weder in dieser noch in der kommenden Welt.

12,32
Lk 12,10

Das Bild vom Baum

33Entweder der Baum ist gut, dann ist auch seine Frucht gut! Oder der Baum ist faul, dann ist auch seine Frucht faul! Denn an der Frucht erkennt man den Baum.

12,33-35
Lk 6,43-45
12,33
7,16-17
34Schlangenbrut! Wie könnt ihr Gutes reden, die ihr doch böse seid? Spricht doch der Mund nur aus, wovon das Herz überquillt. 35Der gute Mensch holt aus dem Schatz des Guten Gutes hervor, der böse Mensch holt aus dem Schatz des Bösen Böses hervor.

36Ich sage euch aber: Über jedes unnütze Wort, das die Menschen reden, werden sie Rechenschaft ablegen müssen am Tag des Gerichts.

12,36
1Petr 4,5
37Denn aufgrund deiner Worte wirst du freigesprochen werden, und aufgrund deiner Worte wirst du verurteilt werden.

Die Verweigerung eines Zeichens
12,38
16,1-4
Mk 8,11-13
Lk 11,29-32

38Da wandten sich einige von den Schriftgelehrten und Pharisäern an ihn: Meister, wir wollen von dir ein Zeichen sehen!

12,38
27,42-43
Lk 23,8
Joh 4,481Kor 1,22-24
39Er aber entgegnete ihnen: Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht fordert ein Zeichen, und ihm wird kein Zeichen gegeben werden ausser dem Zeichen des Propheten Jona.
12,39
16,4
40Denn wie Jona im Bauch des Fisches war, drei Tage und drei Nächte, so wird der Menschensohn im Schoss der Erde sein, drei Tage und drei Nächte.
12,40
Jona 2,1
12,40
16,21
41Die Männer Ninives werden im Gericht aufstehen gegen dieses Geschlecht und es verurteilen, denn sie sind auf die Predigt des Jona hin umgekehrt. Und hier: Hier ist mehr als Jona!
12,41
Jona 3,5
12,41
12,6
42Die Königin des Südens wird im Gericht auftreten gegen dieses Geschlecht und es verurteilen, denn sie kam vom Ende der Erde, um Salomos Weisheit zu hören. Und hier: Hier ist mehr als Salomo!
12,42
1Kön 10,1-9

Von der Rückkehr der unreinen Geister
12,43
Lk 11,24-26

43Wenn aber der unreine Geist aus dem Menschen ausfährt, streift er durch wasserlose Gegenden, sucht Ruhe und findet sie nicht. 44Dann sagt er: Ich will in mein Haus zurückkehren, wo ich herkomme. Und wenn er es betritt, findet er es leer, gefegt und geschmückt. 45Dann geht er und holt sieben weitere Geister, die schlimmer sind als er; und sie ziehen ein und lassen sich dort nieder. Und es steht um jenen Menschen am Ende schlimmer als zuvor. So wird es auch diesem bösen Geschlecht ergehen.

12,45
2Petr 2,20

Die wahren Verwandten Jesu
12,46
Mk 3,31-35
Lk 8,19-21

46Während er noch mit den Leuten redete, da standen seine Mutter und seine Geschwister draussen und wollten mit ihm reden. 47Da sagte jemand zu ihm: Schau, deine Mutter und deine Geschwister stehen draussen und wollen mit dir reden.12,47 Dieser Vers fehlt in einigen der wichtigsten Handschriften. 48Er aber entgegnete dem, der ihm das gesagt hatte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Geschwister? 49Und er wies mit der Hand auf seine Jünger und sprach: Das hier ist meine Mutter, und das sind meine Brüder und Schwestern! 50Denn wer den Willen meines Vaters im Himmel tut, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter.

12,50
7,21

13

Das Gleichnis vom vierfachen Acker und seine Deutung
13,1
Mk 4,1-20
Lk 8,4-15

131An jenem Tag verliess Jesus das Haus und setzte sich an den See.

13,1
4,13
2Und es versammelten sich so viele Menschen um ihn, dass er in ein Boot stieg und sich setzte; und das ganze Volk stand am Ufer. 3Und er sagte ihnen vieles in Gleichnissen:

Seht, der Sämann ging aus, um zu säen. 4Und beim Säen fiel etliches auf den Weg; und die Vögel kamen und frassen es auf. 5Anderes fiel auf felsigen Boden, wo es nicht viel Erde fand, und ging sogleich auf, weil die Erde nicht tief genug war. 6Als aber die Sonne aufging, wurde es versengt, und weil es keine Wurzeln hatte, verdorrte es. 7Anderes fiel unter die Dornen, und die Dornen schossen auf und erstickten es. 8Wieder anderes fiel auf guten Boden und brachte Frucht: das eine hundertfach, das andere sechzigfach, das dritte dreissigfach. 9Wer Ohren hat, der höre!

13,9
11,15
13,43
Mk 4,23
Lk 14,35

10Da traten die Jünger zu ihm und fragten: Warum redest du in Gleichnissen zu ihnen? 11Er antwortete ihnen: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu verstehen, jenen aber ist es nicht gegeben. 12Denn wer hat, dem wird gegeben werden, und er wird haben im Überfluss. Wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen werden, was er hat.

13,12
25,29
Mk 4,25
Lk 8,18
19,26
13Darum rede ich in Gleichnissen zu ihnen, dass sie sehend nicht sehen und hörend nicht hören und nicht verstehen. 14So geht an ihnen die Weissagung Jesajas in Erfüllung, die lautet:

Hörend werdet ihr hören, und verstehen werdet ihr nicht,

und sehend werdet ihr sehen, und einsichtig werdet ihr nicht.

13,14-15
Jes 6,9-10
13,14-15
Joh 12,39-40

15Denn das Herz dieses Volkes ist verfettet,

und mit den Ohren hören sie schwer,

und ihre Augen halten sie geschlossen,

damit sie mit den Augen nicht sehen

und mit den Ohren nicht hören

und mit dem Herzen nicht verstehen

und nicht umkehren und nicht wollen, dass ich sie heile.

16Selig aber eure Augen, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören.

13,16-17
Lk 10,23-24
13,16
11,4-5
17Denn, amen, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben sich gesehnt, zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.

18So hört ihr nun das Gleichnis vom Sämann: 19Immer wenn jemand das Wort vom Reich hört und es nicht versteht, kommt der Böse und raubt, was in sein Herz gesät ist: Hier ist der Same auf den Weg gefallen. 20Der Same, der auf den felsigen Boden gesät wurde: Hier hört einer das Wort und nimmt es sogleich freudig auf, 21doch er hat keine Wurzeln, sondern ist unbeständig. Wenn es dann zu Bedrängnis und Verfolgung kommt um des Wortes willen, kommt er gleich zu Fall. 22Der Same, der unter die Dornen fiel: Hier hört einer das Wort, und die Sorge dieser Welt und der trügerische Reichtum ersticken das Wort, und es bleibt ohne Frucht.

13,22
19,23
23Der Same, der auf guten Boden gesät wurde: Hier ist einer, der das Wort hört und versteht. Der trägt dann Frucht - sei es hundertfach, sei es sechzigfach, sei es dreissigfach.

Das Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen

24Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem, der guten Samen auf seinen Acker säte. 25Doch während die Leute schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und machte sich davon. 26Als die Saat aufging und Frucht brachte, da kam auch das Unkraut zum Vorschein. 27Da kamen die Knechte zum Hausherrn und sagten: Herr, war es nicht guter Same, den du auf deinen Acker gesät hast? Woher kommt nun das Unkraut? 28Er antwortete ihnen: Das hat ein Feind getan! Da fragen ihn die Knechte: Sollen wir also hingehen und es ausreissen? 29Er sagt: Nein, damit ihr nicht, wenn ihr das Unkraut ausreisst, auch den Weizen mit herauszieht. 30Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte. Und zur Zeit der Ernte werde ich den Schnittern sagen: Reisst zuerst das Unkraut aus und schnürt es zu Bündeln, um es zu verbrennen, den Weizen aber bringt ein in meine Scheune!

13,30
3,12

Das Gleichnis vom Senfkorn und das Gleichnis vom Sauerteig
13,31
Mk 4,30-34
Lk 13,18-21

31Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das einer nahm und auf seinen Acker säte. 32Es ist zwar das kleinste unter allen Samenkörnern, aber sobald es hochgewachsen ist, ist es grösser als alle anderen Gewächse und wird ein Baum, so dass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten.

13,32
Ps 104,12
Dan 4,918

33Ein anderes Gleichnis nannte er ihnen: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter drei Scheffel Mehl mischte, bis alles durchsäuert war.

34Dies alles sagte Jesus zu den Leuten in Gleichnissen, und anders als im Gleichnis redete er nicht zu ihnen. 35So sollte in Erfüllung gehen, was durch den Propheten gesagt ist:

Ich werde meinen Mund auftun zu Gleichnissen,

ich werde aussprechen, was seit der Grundlegung der Welt verborgen ist.

13,35
Ps 78,2

Die Deutung des Gleichnisses vom Unkraut

36Dann liess er die Leute gehen und ging ins Haus. Und seine Jünger traten zu ihm und sagten: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut im Acker!

13,36
13,24-30
37Er antwortete: Der den guten Samen sät, das ist der Menschensohn; 38der Acker, das ist die Welt; der gute Same, das sind die Söhne des Reichs; das Unkraut, das sind die Söhne des Bösen; 39der Feind, der es gesät hat, das ist der Teufel; die Ernte, das ist das Ende der Welt; die Schnitter, das sind die Engel.
13,39
24,3
40Wie nun das Unkraut ausgerissen und im Feuer verbrannt wird, so wird es sein, wenn diese Welt zu Ende geht. 41Der Menschensohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle Verführung und alle, die das Gesetz missachteten, herausreissen,
13,41
24,31
13,41
25,32
42und sie werden sie in den Feuerofen werfen; dort wird Heulen und Zähneklappern sein.
13,42
Dan 3,6
13,42
8,12
43Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters leuchten wie die Sonne. Wer Ohren hat, der höre!
13,43
5,1617,2
2Sam 23,3-4
Phil 2,15
13,43
13,9

Das Gleichnis vom Schatz und das Gleichnis von der Perle

44Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der im Acker vergraben war; den fand einer und vergrub ihn wieder. Und in seiner Freude geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft jenen Acker.

13,44
19,21

45Weiter: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Händler, der schöne Perlen suchte. 46Als er aber eine besonders kostbare Perle fand, ging er hin, verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.

Das Gleichnis vom Fischnetz

47Weiter: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Netz, das ins Meer geworfen wurde und Fische aller Art fing.

13,47
4,19
48Als es voll war, zogen sie es an Land, setzten sich, sammelten die guten in Körbe und warfen die schlechten weg. 49So wird es sein, wenn diese Welt zu Ende geht: Die Engel werden ausziehen und die Bösen mitten aus den Gerechten herausnehmen,
13,49
25,32
50und sie werden sie in den Feuerofen werfen; dort wird Heulen und Zähneklappern sein.
13,50
Dan 3,6
13,50
8,12

Der Abschluss der Gleichnisrede

51Habt ihr das alles verstanden? Sie antworten ihm: Ja. 52Da sagte er zu ihnen: Darum ist jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, einem Hausherrn gleich, der Neues und Altes aus seiner Schatzkammer hervorholt.

Ablehnung in Nazaret
13,53
Mk 6,1-6
Lk 4,16-30

53Und es geschah, als Jesus diese Gleichnisrede abgeschlossen hatte, dass er von dort wegzog. 54Und als er in seine Vaterstadt kam, lehrte er sie in ihrer Synagoge, und sie waren überwältigt und sagten: Woher hat der diese Weisheit und diese Kräfte?

13,54
7,28
13,54
14,2
55Ist das nicht der Sohn des Zimmermanns? Heisst seine Mutter nicht Maria, und sind nicht Jakobus, Josef, Simon und Judas seine Brüder?
13,55
Joh 6,42
56Und leben nicht alle seine Schwestern bei uns? Woher also hat der das alles? 57Und sie nahmen Anstoss an ihm. Jesus aber sagte zu ihnen: Nirgends gilt ein Prophet so wenig wie in seiner Vaterstadt und in seiner Familie.
13,57
11,6
13,57
Joh 4,44
58Und er tat dort nicht viele Wunder wegen ihres Unglaubens.

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