Zürcher Bibel (ZB)
8

Jüngerinnen

81Und danach geschah es, dass er von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf zog und das Evangelium vom Reich Gottes verkündigte. Und die Zwölf waren mit ihm,

8,1
4,43
2auch einige Frauen, die von bösen Geistern und Krankheiten geheilt worden waren: Maria, genannt Magdalena, aus der sieben Dämonen ausgefahren waren, 3und Johanna, die Frau des Chuza, eines Verwalters des Herodes, und Susanna und viele andere, die ihn unterstützten mit dem, was sie besassen.
8,3
23,49
24,10
Mk 15,40Apg 1,14

Das Gleichnis vom vierfachen Acker und seine Deutung
8,4
Mt 13,3b-23
Mk 4,3-20

4Als nun viel Volk zusammenkam und Leute aus allen Städten ihm zuströmten, sprach er in einem Gleichnis: 5Der Sämann ging aus, seinen Samen zu säen. Und beim Säen fiel etliches auf den Weg und wurde zertreten, und die Vögel des Himmels frassen es auf. 6Anderes fiel auf Fels, ging auf und verdorrte, weil es keine Feuchtigkeit hatte. 7Anderes fiel mitten unter die Dornen, und mit ihm wuchsen die Dornen und erstickten es.

8Wieder anderes fiel auf guten Boden, ging auf und brachte hundertfach Frucht. Als er dies gesagt hatte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre!

8,8
14,35
Mt 13,9

9Seine Jünger aber fragten ihn, was dieses Gleichnis bedeute. 10Er sprach: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu verstehen, zu den anderen aber wird in Gleichnissen geredet, damit sie sehend nicht sehen und hörend nicht verstehen.

8,10
Jes 6,9-10
Joh 12,40
Apg 28,26-27

11Das Gleichnis aber bedeutet dies: Der Same ist das Wort Gottes. 12Die auf dem Weg sind die, welche es hören. Dann kommt der Teufel und nimmt das Wort aus ihren Herzen, damit sie nicht zum Glauben kommen und gerettet werden.

8,12
7,50
13Die auf dem Fels sind die, welche das Wort hören und freudig aufnehmen. Doch sie haben keine Wurzeln: Eine Zeit lang glauben sie, in der Zeit der Versuchung aber fallen sie ab. 14Das unter die Dornen Gefallene, das sind die, welche es gehört haben und dann hingehen und von Sorgen und Reichtum und Freuden des Lebens erstickt werden und die Frucht nicht zur Reife bringen.
8,14
12,22
15Das auf dem guten Boden, das sind die, welche das Wort mit rechtem und gutem Herzen gehört haben, es bewahren und Frucht bringen in Geduld.
8,15
21,19

Vom Sehen und Hören
8,16
Mk 4,21-25

16Niemand zündet ein Licht an und deckt es mit einem Gefäss zu oder stellt es unter ein Bett. Vielmehr stellt man es auf einen Leuchter, damit die Eintretenden das Licht sehen.

8,16
11,33
Mt 5,15
17Denn es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar wird, und nichts Geheimes, das nicht bekannt wird und an den Tag kommt.
8,17
12,2
Mt 10,26

18Gebt also acht, dass ihr genau zuhört! Denn wer hat, dem wird gegeben werden, und wer nicht hat, dem wird auch das genommen werden, was er zu haben meint.

8,18
19,26
Mt 13,12

Die wahren Verwandten Jesu
8,19
Mt 12,46-50
Mk 3,31-35

19Es kamen aber seine Mutter und seine Geschwister zu ihm, doch konnten sie wegen des Gedränges nicht zu ihm gelangen. 20Da wurde ihm gesagt: Deine Mutter und deine Geschwister stehen draussen und wollen dich sehen.

8,20
2,48
8,20
Apg 1,14
21Er aber antwortete ihnen: Meine Mutter und meine Brüder und Schwestern, das sind die, die das Wort Gottes hören und danach handeln.
8,21
6,47
11,28

Die Stillung des Seesturms
8,22
Mt 8,1823-27
Mk 4,35-41

22Es geschah aber an einem jener Tage, dass er mit seinen Jüngern in ein Boot stieg und zu ihnen sagte: Lasst uns ans andere Ufer des Sees fahren. Und sie stiessen ab. 23Während der Fahrt aber schlief er ein. Da fuhr ein Sturmwind auf den See herab, das Boot füllte sich mit Wasser, und sie gerieten in Gefahr.

8,23
Jona 1,4-5
24Da traten sie zu ihm, weckten ihn und sagten: Meister, Meister, wir gehen unter! Er aber stand auf, schrie den Wind an und die Wogen des Wassers. Und sie legten sich, und es trat eine Windstille ein.
8,24
Ps 65,8
89,10
107,29
25Da sagte er zu ihnen: Wo ist euer Glaube? Sie aber fürchteten sich und sagten staunend zueinander: Wer ist denn dieser, dass er selbst dem Wind und dem Wasser gebietet, und sie gehorchen ihm?
8,25
17,5-6
8,25
7,9

Die Heilung des Besessenen von Gerasa
8,26
Mt 8,28-34
Mk 5,1-20

26Und sie fuhren in das Gebiet der Gerasener, das Galiläa gegenüberliegt. 27Als er an Land ging, kam ihm ein Mann aus der Stadt entgegen, der von Dämonen besessen war. Seit langer Zeit trug er keine Kleider mehr und hielt sich auch nicht in einem Haus auf, sondern in den Grabhöhlen. 28Als er nun Jesus sah, schrie er auf, warf sich vor ihm nieder und rief mit lauter Stimme: Was habe ich mit dir zu schaffen, Jesus, Sohn des höchsten Gottes? Ich bitte dich: Quäle mich nicht!

8,28
4,34
29Er hatte nämlich dem unreinen Geist geboten, aus dem Menschen auszufahren. Denn dieser hatte ihn seit langer Zeit in seiner Gewalt. Und man hatte ihn in Ketten und Fussfesseln gelegt und in Gewahrsam gehalten, doch er hatte die Fesseln zerrissen und war vom Dämon in die Wüste getrieben worden.
8,29
13,16
30Da fragte ihn Jesus: Wie heisst du? Er sagte: Legion! Denn viele Dämonen waren in ihn gefahren. 31Und sie flehten ihn an, sie nicht zur Hölle zu schicken.
8,31
10,15
32Nun weidete dort auf dem Berg eine grosse Herde Schweine. Und sie flehten ihn an, sie in diese fahren zu lassen. Und er erlaubte es ihnen. 33Da fuhren die Dämonen aus dem Menschen aus und in die Schweine. Und die Herde stürzte sich den Abhang hinunter in den See und ertrank.

34Als nun die Hirten sahen, was geschehen war, ergriffen sie die Flucht und erzählten es in der Stadt und in den Gehöften. 35Da zogen sie hinaus, um zu sehen, was geschehen war. Und sie kamen zu Jesus und fanden den Menschen, aus dem die Dämonen ausgefahren waren, bekleidet und bei Sinnen Jesus zu Füssen sitzend; da fürchteten sie sich. 36Die es aber gesehen hatten, erzählten ihnen, wie der Besessene gerettet worden war. 37Und die ganze Bevölkerung aus dem Gebiet von Gerasa bat ihn wegzugehen, denn grosse Furcht überkam sie. Da stieg er in ein Boot und fuhr zurück.

8,37
1,65

38Der Mann aber, aus dem die Dämonen ausgefahren waren, bat ihn, bei ihm bleiben zu dürfen. Doch er schickte ihn weg und sprach: 39Kehr in dein Haus zurück und erzähle, was Gott an dir getan hat. Und der ging weg und tat in der ganzen Stadt kund, was Jesus an ihm getan hatte.

Die Auferweckung der Tochter des Jairus. Die Frau mit den Blutungen
8,40
Mt 9,18-26
Mk 5,21-43

40Als Jesus zurückkehrte, empfing ihn viel Volk; sie hatten nämlich alle auf ihn gewartet. 41Da kam ein Mann mit Namen Jairus, der war Vorsteher der Synagoge. Er fiel Jesus zu Füssen und bat ihn, in sein Haus zu kommen. 42Denn er hatte eine einzige Tochter von etwa zwölf Jahren, und die lag im Sterben. Als Jesus hinging, erdrückten ihn die Leute beinahe.

8,42
7,12

43Und da war eine Frau, die seit zwölf Jahren an Blutungen litt, ihr ganzes Vermögen für Ärzte aufgebraucht hatte und doch von niemandem geheilt werden konnte.

8,43
Lev 15,25
44Die näherte sich ihm von hinten und berührte den Saum seines Mantels. Und auf der Stelle hörten ihre Blutungen auf. 45Und Jesus sprach: Wer hat mich berührt? Als nun alle es abstritten, sagte Petrus: Meister, die Leute drängen sich um dich und stossen dich. 46Jesus aber sprach: Jemand hat mich berührt! Denn ich habe gespürt, dass eine Kraft von mir ausgegangen ist.
8,46
6,19
47Als nun die Frau sah, dass sie nicht unentdeckt bleiben konnte, kam sie zitternd herbei, warf sich vor ihm nieder und erzählte vor dem ganzen Volk, warum sie ihn berührt hatte und wie sie auf der Stelle geheilt worden war. 48Er aber sagte zu ihr: Tochter, dein Glaube hat dich gerettet. Geh in Frieden!
8,48
7,50

49Noch während er redet, kommt einer aus dem Haus des Synagogenvorstehers und sagt: Deine Tochter ist gestorben! Bemühe den Meister nicht weiter!

8,49
7,6
50Als Jesus das hörte, antwortete er ihm: Fürchte dich nicht, glaube nur, und sie wird gerettet werden! 51Er ging ins Haus und liess niemanden mit sich hinein ausser Petrus und Johannes und Jakobus und den Vater des Kindes und die Mutter.
8,51
9,28
52Alle weinten und klagten um sie. Er aber sprach: Weint nicht! Sie ist nicht gestorben, sie schläft.
8,52
7,13
53Da lachten sie ihn aus, weil sie wussten, dass sie gestorben war. 54Er aber ergriff ihre Hand und rief: Kind, steh auf!
8,54
7,14
55Da kehrte ihr Geist zurück, und sogleich stand sie auf. Und er befahl, man solle ihr zu essen geben.
8,55
1Kön 17,22
56Ihre Eltern waren fassungslos. Er aber gebot ihnen, niemandem zu sagen, was geschehen war.
8,56
5,14

9

Die Aussendung der Zwölf
9,1
10,1-12
Mt 10,17-15
Mk 6,7-13

91Er rief nun die Zwölf zusammen und gab ihnen Gewalt und Vollmacht über alle Dämonen und die Kraft, Krankheiten zu heilen.

9,1
10,17
Mk 16,17
2Und er sandte sie aus, das Reich Gottes zu verkündigen und die Kranken zu heilen.
9,2
10,9
3Und er sagte zu ihnen: Nehmt nichts mit auf den Weg, weder Stab noch Sack, weder Brot noch Geld, noch sollt ihr ein zweites Kleid haben.
9,3
22,35-36
4Wo ihr in ein Haus eingekehrt seid, da bleibt, und von dort zieht weiter. 5Und wenn man euch nicht aufnimmt, dann geht fort aus dieser Stadt und schüttelt den Staub von euren Füssen - es soll ihnen ein Zeichen sein!
9,5
10,11

6Da gingen sie fort und zogen von Dorf zu Dorf. Und überall verkündigten sie das Evangelium und heilten.

9,6
4,43

Die Ratlosigkeit des Herodes
9,7
Mt 14,1-2
Mk 6,14-16

7Es hörte aber Herodes, der Tetrarch, von all diesen Geschehnissen. Und es beunruhigte ihn, dass von einigen gesagt wurde, Johannes sei von den Toten auferweckt worden,

9,7
9,19
8von anderen, Elija sei erschienen, von wieder anderen, einer der alten Propheten sei auferstanden.
9,8
9,19
9Und Herodes sagte: Den Johannes habe ich doch selbst enthaupten lassen. Wer aber ist das, über den ich solches höre? Und er wollte ihn sehen.
9,9
3,20
Mt 14,10
Mk 6,27
9,9
23,8

Die Speisung der fünftausend
9,10
Mt 14,13-21
Mk 6,30-44
Joh 6,1-15

10Und die Apostel kehrten zurück und erzählten ihm, was sie getan hatten. Und er nahm sie beiseite und zog sich mit ihnen zurück in eine Stadt mit Namen Betsaida. 11Als die Leute aber davon erfuhren, folgten sie ihm. Und er liess sie zu sich kommen und sprach zu ihnen über das Reich Gottes und heilte, die der Heilung bedurften.

12Und der Tag begann sich zu neigen. Da kamen die Zwölf zu ihm und sagten: Entlass die Leute, damit sie in die umliegenden Dörfer und Gehöfte gehen und ein Nachtlager und etwas zu essen finden können. Denn hier sind wir an einem abgelegenen Ort.

9,12-17
2Kön 4,42-44
13Da sagte er zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen! Sie aber sagten: Wir haben nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische, es sei denn, wir würden uns aufmachen und für alle diese Leute etwas zu essen kaufen. 14Es waren nämlich die Männer allein schon an die fünftausend. Da sagte er zu seinen Jüngern: Lasst sie sich lagern in Gruppen zu etwa fünfzig. 15Und so taten sie und liessen alle sich lagern. 16Da nahm er die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis über sie und brach sie und liess sie von den Jüngern dem Volk vorsetzen.
9,16
22,19
17Und sie assen und wurden alle satt. Und man sammelte die Brocken, die übrig geblieben waren, zwölf Körbe voll.

Das Bekenntnis des Petrus. Die erste Leidensankündigung
9,18
Mt 16,13-2021-23
Mk 8,27-3031-33
Joh 6,66-71

18Und es geschah, als er für sich allein betete und nur seine Jünger bei ihm waren, dass er sie fragte: Für wen halten mich die Leute? 19Sie antworteten: Für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere meinen, einer der alten Propheten sei auferstanden.

9,19
9,7-8
Mal 3,23
20Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Da antwortete Petrus: Für den Gesalbten Gottes.
9,20
2,1126
4,41
20,41
22,67
23,23539
24,46
21Da fuhr er sie an und gebot ihnen, dies niemandem zu sagen,
9,21
5,14
22und er sprach: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten und Hohen Priestern und Schriftgelehrten verworfen und getötet werden, und am dritten Tag muss er auferweckt werden.
9,22
9,3144
17,25
18,32-33
24,746

Nachfolge und Lebensgewinn
9,23
Mt 16,24-28
Mk 8,34-9,1

23Zu allen aber sprach er: Wenn einer mir auf meinem Weg folgen will, verleugne er sich und nehme sein Kreuz auf sich, Tag für Tag, und so folge er mir!

9,23
14,27
Mt 10,38
1Kor 15,31
Gal 6,14
24Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, wird es retten.
9,24
17,33
Mt 10,39
Joh 12,25
25Denn was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sich selbst verliert oder Schaden nimmt?
9,25
12,20
26Wer sich meiner und meiner Worte schämt, dessen wird auch der Menschensohn sich schämen, wenn er kommt in seiner Herrlichkeit und in der Herrlichkeit des Vaters und der heiligen Engel.
9,26
12,9
Mt 10,33
Röm 1,16
2Tim 2,12

27Ich sage euch, und das ist wahr: Einige von denen, die hier stehen, werden den Tod nicht schmecken, bevor sie das Reich Gottes sehen.

9,27
17,20
19,11
21,3132
24,21
Apg 1,6
9,27
10,9

Die Verklärung Jesu
9,28
Mt 17,1-9
Mk 9,2-10

28Etwa acht Tage nach diesen Reden geschah es, dass er Petrus, Johannes und Jakobus mit sich nahm und auf einen Berg stieg, um zu beten.

9,28
8,51
9,28
2Petr 1,18
29Und es geschah, während er betete, dass sich das Aussehen seines Gesichtes veränderte und sein Gewand strahlend weiss wurde.
9,29
Ex 34,29-30
30Und auf einmal waren da zwei Männer, die mit ihm redeten; es waren Mose und Elija. 31Sie erschienen im Lichtglanz, und sie sprachen von seinem Ende, das sich in Jerusalem erfüllen sollte.
9,31
9,22
32Petrus aber und die mit ihm waren, wurden vom Schlaf überwältigt. Als sie aber aufwachten, sahen sie den Lichtglanz um ihn und die zwei Männer, die bei ihm standen.
9,32
22,45
33Und es geschah, als diese sich von ihm trennen wollten, dass Petrus zu Jesus sagte: Meister, es ist schön, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija; er wusste aber nicht, was er sagte.

34Noch während er dies sagte, kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie. Sie aber fürchteten sich, als sie in die Wolke hineingerieten.

9,34
Ex 24,18
35Und aus der Wolke kam eine Stimme und sprach: Dies ist mein auserwählter Sohn. Auf ihn sollt ihr hören!
9,35
3,222Petr 1,17-18
36Und während die Stimme sprach, fand es sich, dass Jesus wieder allein war. Und sie schwiegen und erzählten in jenen Tagen niemandem etwas von dem, was sie gesehen hatten.

Die Heilung eines besessenen Knaben
9,37
Mt 17,14-20
Mk 9,14-29

37Es geschah aber, als sie am nächsten Tag vom Berg hinunterstiegen, dass ihm viel Volk entgegenkam. 38Und da war ein Mann in der Menge, der schrie: Meister, ich bitte dich, nimm dich meines Sohnes an, denn er ist mein einziger. 39Auf einmal packt ihn ein Geist, und plötzlich schreit der und zerrt ihn hin und her, dass er schäumt, und will nicht von ihm ablassen und nimmt ihm alle Kraft. 40Und ich habe deine Jünger gebeten, ihn auszutreiben, aber sie vermochten es nicht. 41Da antwortete Jesus: Du ungläubiges und verkehrtes Geschlecht! Wie lange muss ich noch bei euch sein und euch ertragen? Bring deinen Sohn her!

9,41
11,29
42Aber noch während er auf ihn zuging, riss ihn der Dämon zu Boden und zerrte ihn hin und her. Jesus aber schrie den unreinen Geist an; und er heilte den Knaben und gab ihn seinem Vater wieder.
9,42
7,15
43aUnd alle waren überwältigt von der Grösse Gottes.
9,43
4,32

Die zweite Leidensankündigung
9,43b
Mt 17,22-23
Mk 9,30-32

43bWährend alle sich wunderten über alles, was er tat, sprach er zu seinen Jüngern: 44Lasst diese Worte in euer Ohr dringen: Der Menschensohn wird ausgeliefert werden in die Hände von Menschen.

9,44
9,22
45Sie aber verstanden das Wort nicht, es war ihnen verborgen, und sie begriffen es nicht. Doch sie fürchteten sich, ihn nach dessen Bedeutung zu fragen.
9,45
18,34
24,25
9,45
24,45

Der Rangstreit unter den Jüngern
9,46
Mt 18,1-5
Mk 9,33-37

46Es kam aber unter ihnen die Frage auf, wer von ihnen der Grösste sei.

9,46
22,24
47Jesus nun, der wusste, welche Frage sie umtrieb, nahm ein Kind, stellte es neben sich 48und sagte zu ihnen: Wer dieses Kind aufnimmt in meinem Namen, nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat. Denn wer der Geringste ist unter euch allen, der ist gross.
9,48
10,16
Mt 10,40
9,48
22,26

Ein fremder Wundertäter
9,49
Mk 9,38-41
Num 11,26-29

49Da wandte sich Johannes an ihn: Meister, wir sahen einen in deinem Namen Dämonen austreiben, und wir hinderten ihn daran, weil er nicht gemeinsam mit uns dir folgt. 50Da sagte Jesus zu ihm: Hindert ihn nicht daran, denn wer nicht gegen euch ist, ist für euch.

9,50
11,23

Die ungastlichen Samaritaner
9,51
Mt 19,1-2
Mk 10,1

51Es geschah aber, als die Zeit erfüllt war und die Tage, da er in den Himmel aufgenommen werden sollte, gekommen waren, dass er den festen Entschluss fasste, nach Jerusalem zu ziehen.

9,51
13,22
17,11
18,31
19,1128
52Und er sandte Boten vor sich her. Die machten sich auf und kamen in ein samaritanisches Dorf, um ihm ein Nachtlager zu richten. 53Doch man nahm ihn nicht auf, weil er fest entschlossen war, nach Jerusalem zu ziehen. 54Als nun die Jünger Jakobus und Johannes das sahen, sagten sie: Herr, sollen wir sagen, Feuer falle vom Himmel und verzehre sie?
9,54
17,4
9,54
2Kön 1,1012
55Da wandte er sich um und fuhr sie an. 56Und sie zogen in ein anderes Dorf.

Vom Ernst der Nachfolge
9,57
Mt 8,18-22

57Und als sie so ihres Weges zogen, sagte einer zu ihm: Ich will dir folgen, wohin du auch gehst. 58Jesus sagte zu ihm: Die Füchse haben Höhlen, und die Vögel des Himmels haben Nester, der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.

59Zu einem anderen sagte er: Folge mir! Der aber sagte: Herr, erlaube mir, zuerst nach Hause zu gehen und meinen Vater zu begraben. 60Er aber sagte zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben. Du aber geh und verkündige das Reich Gottes.

61Wieder ein anderer sagte: Ich will dir folgen, Herr; zuerst aber erlaube mir, Abschied zu nehmen von denen, die zu meiner Familie gehören.

9,61
5,111Kön 19,20
62Jesus aber sagte zu ihm: Niemand, der die Hand an den Pflug legt und zurückschaut, taugt für das Reich Gottes.

10

Die Aussendung der zweiundsiebzig
10,1
9,1-6
Mt 10,7-15
Mk 6,7-13

101Danach bestimmte der Herr weitere zweiundsiebzig und sandte sie zu zweien vor sich her in jede Stadt und jede Ortschaft, in die er gehen wollte.

10,1
10,17
2Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist gross, Arbeiter aber sind nur wenige. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.
10,2
Mt 9,37-38
3Geht! Seht, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe.
10,3
Mt 10,16
4Nehmt keinen Geldbeutel mit, keinen Sack, keine Schuhe, und grüsst niemanden unterwegs!
10,4
22,35-36
10,4
2Kön 4,29

5Tretet ihr in ein Haus ein, so sagt zuerst: Friede diesem Haus! 6Und wenn dort ein Sohn des Friedens ist, wird euer Friede auf ihm ruhen, wenn aber nicht, wird er zu euch zurückkehren. 7In diesem Haus bleibt, esst und trinkt, was ihr von ihnen bekommt. Denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert. Geht nicht von einem Haus ins andere.

10,7
1Kor 9,4-14
1Tim 5,18

8Kommt ihr in eine Stadt, wo man euch aufnimmt, so esst, was euch vorgesetzt wird, 9und heilt die Kranken, die dort sind, und sagt ihnen: Nahe gekommen ist das Reich Gottes, bis zu euch.

10,9
9,2
11,220
17,21
Mk 1,15
10,9
9,27
10Kommt ihr aber in eine Stadt, wo man euch nicht aufnimmt, so geht hinaus auf ihre Strassen und sagt: 11Selbst den Staub aus eurer Stadt, der an unseren Füssen klebt, schütteln wir ab vor euch; doch das sollt ihr wissen: Nahe gekommen ist das Reich Gottes.
10,11
Apg 13,51
18,6
12Ich sage euch: Sodom wird es an jenem Tag besser ergehen als dieser Stadt.
10,12
17,29

Wehruf über galiläische Städte
10,13
Mt 11,20-24

13Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Betsaida! Denn wären in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen, die bei euch geschehen sind, sie hätten längst in Sack und Asche gesessen und Busse getan.

10,13
Joh 5,36
14Ja, Tyrus und Sidon wird es im Gericht besser ergehen als euch. 15Und du, Kafarnaum, willst du etwa in den Himmel erhoben werden? Bis ins Totenreich wirst du hinabfahren.
10,15
8,31
Jes 14,13-15

16Wer euch hört, hört mich; und wer euch verachtet, verachtet mich. Wer aber mich verachtet, verachtet den, der mich gesandt hat.

10,16
9,48Joh 5,23

Der Lohn der Jünger. Das Dankgebet Jesu
10,17
Mt 11,25-27
13,16-17

17Die zweiundsiebzig kehrten zurück mit Freude und sagten: Selbst die Dämonen, Herr, sind uns durch deinen Namen untertan.

10,17
10,1
10,17
9,1
18Da sagte er zu ihnen: Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen.
10,18
Joh 12,31
Offb 12,9
19Seht, ich habe euch die Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und Vollmacht über alle Gewalt des Feindes, und nichts wird euch schaden.
10,19
Ps 91,13
Mk 16,18
Apg 28,6
20Doch freut euch nicht darüber, dass euch die Geister untertan sind; freut euch vielmehr darüber, dass eure Namen im Himmel aufgeschrieben sind.
10,20
12,7

21In dieser Stunde frohlockte er, erfüllt vom heiligen Geist: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies vor Weisen und Klugen verborgen, Einfältigen aber offenbart hast. Ja, Vater, denn so hat es dir gefallen.

10,21
Jes 29,14
10,21
1Kor 2,6-8
22Alles ist mir übergeben worden von meinem Vater, und niemand weiss, wer der Sohn ist, ausser der Vater, und niemand weiss, wer der Vater ist, ausser der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.
10,22
Joh 1,18

23Und nur zu den Jüngern gewandt sprach er: Selig die Augen, die sehen, was ihr seht.

10,23
7,22
24Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.

Die Geschichte vom barmherzigen Samaritaner

25Da stand ein Gesetzeslehrer auf und sagte, um ihn auf die Probe zu stellen: Meister, was muss ich tun, damit ich ewiges Leben erbe?

10,25-29
Mt 22,34-40
Mk 12,28-34
10,25
18,18
26Er sagte zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du da? 27Der antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit all deiner Kraft und mit deinem ganzen Verstand, und deinen Nächsten wie dich selbst.
10,27
Dtn 6,5
Jos 22,5
10,27
Lev 19,18
28Er sagte zu ihm: Recht hast du; tu das, und du wirst leben. 29Der aber wollte sich rechtfertigen und sagte zu Jesus: Und wer ist mein Nächster?
10,29
Lev 19,1633-34

30Jesus gab ihm zur Antwort: Ein Mensch ging von Jerusalem nach Jericho hinab und fiel unter die Räuber. Die zogen ihn aus, schlugen ihn nieder, machten sich davon und liessen ihn halb tot liegen. 31Zufällig kam ein Priester denselben Weg herab, sah ihn und ging vorüber. 32Auch ein Levit, der an den Ort kam, sah ihn und ging vorüber. 33Ein Samaritaner aber, der unterwegs war, kam vorbei, sah ihn und fühlte Mitleid.

10,33
7,13
34Und er ging zu ihm hin, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm. Dann hob er ihn auf sein Reittier und brachte ihn in ein Wirtshaus und sorgte für ihn. 35Am andern Morgen zog er zwei Denare hervor und gab sie dem Wirt und sagte: Sorge für ihn! Und was du darüber hinaus aufwendest, werde ich dir erstatten, wenn ich wieder vorbeikomme.

36Wer von diesen dreien, meinst du, ist dem, der unter die Räuber fiel, der Nächste geworden? 37Der sagte: Derjenige, der ihm Barmherzigkeit erwiesen hat. Da sagte Jesus zu ihm: Geh auch du und handle ebenso.

Maria und Marta

38Als sie weiterzogen, kam er in ein Dorf, und eine Frau mit Namen Marta nahm ihn auf.

10,38
Joh 11,1
12,2-3
39Und diese hatte eine Schwester mit Namen Maria; die setzte sich dem Herrn zu Füssen und hörte seinen Worten zu. 40Marta aber war ganz mit der Bewirtung beschäftigt. Sie kam nun zu ihm und sagte: Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester die Bewirtung mir allein überlässt? Sag ihr doch, sie solle mir zur Hand gehen.
10,40
Joh 12,2
41Der Herr aber antwortete ihr: Marta, Marta, du sorgst und mühst dich um vieles; 42doch eines ist nötig:10,42 Andere Textüberlieferung: «doch weniges ist nötig oder nur eines: Maria hat ...» Maria hat das gute Teil erwählt; das soll ihr nicht genommen werden.