Zürcher Bibel (ZB)
2

Jonas Gebet. Seine Rettung

21Und der Herr liess einen grossen Fisch kommen, der Jona verschlingen sollte. Und drei Tage und drei Nächte lang war Jona im Bauch des Fisches.

2,1
1,4
4,678
2,1
Mt 12,40
2Und aus dem Bauch des Fisches betete Jona zum Herrn, seinem Gott, 3und er sprach:

Als ich in Not war, rief ich zum Herrn,

und er hat mich erhört.

Aus dem Innern des Totenreichs rief ich um Hilfe,

du hast meine Stimme gehört.

2,3
Ps 120,1
2,3
Klgl 3,55-56

4Du hattest mich in die Tiefe geworfen,

mitten ins weite Meer,

und die Strömung umspülte mich,

all deine Wogen und deine Wellen gingen über mich hinweg.

2,4
Ps 42,8

5Und ich, ich sprach: Ich bin verstossen,

deinen Augen entzogen!

Doch ich werde wieder aufblicken

zu deinem heiligen Tempel!

2,5
Ps 31,23
2,5
Mi 1,2
Hab 2,20
Ps 5,8
138,2

6Das Wasser stand mir bis zum Hals,

die Flut umspülte mich,

Schilf hatte sich um meinen Kopf gewickelt.

2,6
Ps 69,2-3

7Zum Fuss der Berge war ich hinabgefahren,

die Erde - ihre Riegel schlossen sich hinter mir für immer.

Da hast du mein Leben aus der Grube gezogen,

Herr, mein Gott!

2,7
Ps 30,4
Jes 38,17

8Als meine Lebenskraft sich mir versagte,

erinnerte ich mich des Herrn,

und mein Gebet kam zu dir

in deinen heiligen Tempel.

2,8
Ps 142,4
2,8
Ps 69,14

9Die nichtige Götzen2,9 «nichtige Götzen» ist wörtlich: «Nichtse des Nichts». verehren,

lassen ihre Gnade fahren.

2,9
Ps 31,7

10Ich aber will dir Opfer schlachten mit lautem Danken,

was ich gelobt habe, will ich erfüllen!

Die Hilfe ist beim Herrn!

2,10
Ps 22,26
116,17-18
2,10
Ps 3,9

11Und der Herr sprach zum Fisch, und dieser spie Jona aufs Trockene.

3

Jonas Entsendung nach Ninive. Die Wirkung seiner Busspredigt

31Und das Wort des Herrn erging zum zweiten Mal an Jona:

3,1-2
1,1-2
2Mach dich auf, geh nach Ninive, in die grosse Stadt, und rufe ihr die Botschaft zu, die ich dir sage.
3,2
Jer 1,717
3Und Jona machte sich auf, und dem Wort des Herrn gemäss ging er nach Ninive. Ninive aber war selbst für einen Gott eine grosse Stadt, man benötigte drei Tagesreisen, um sie zu durchqueren. 4Und Jona begann die Stadt zu durchwandern, eine Tagesreise weit, und er rief und sprach: Noch vierzig Tage, dann ist Ninive zerstört! 5Da glaubten die Menschen von Ninive an Gott und riefen ein Fasten aus und legten Trauergewänder an, ihre Grössten wie ihre Kleinsten.
3,5
Mt 12,41
6Und das Wort gelangte zum König von Ninive, und er erhob sich von seinem Thron und legte seinen Mantel ab. Dann hüllte er sich in ein Trauergewand und setzte sich in den Staub.
3,6
Jer 6,26
7Und er liess in Ninive ausrufen und sprach: Auf Befehl des Königs und seiner Grossen: Mensch und Tier, Rind und Schaf sollen nichts zu sich nehmen, nicht weiden und kein Wasser trinken.
3,7
Joel 2,15
8Und sie sollen sich in Trauergewänder hüllen - Mensch und Tier - und mit Inbrunst zu Gott rufen, und sie sollen sich abkehren, ein jeder von seinem bösen Weg und von der Gewalt an ihren Händen.
3,8
Jes 58,6
9Wer weiss: Der Gott könnte umkehren, es könnte ihm leidtun, und er könnte sich abkehren von seinem glühenden Zorn. Dann gehen wir nicht zugrunde.
3,9
1,6
Joel 2,14
10Und Gott sah, was sie taten, dass sie zurückgekehrt waren von ihrem bösen Weg. Und Gott tat das Unheil leid, das über sie zu bringen er angekündigt hatte, und er führte es nicht aus.
3,10
Am 7,3
Jer 18,7-8

4

Jonas Hader mit dem Herrn. Die Antwort des Herrn

41Da kam grosser Unmut über Jona, und er wurde zornig. 2Und er betete zum Herrn und sprach: Ach, Herr, war nicht eben das meine Rede, als ich in meiner Heimat war? Darum bin ich zuvor nach Tarschisch geflohen! Denn ich wusste, dass du ein gnädiger und barmherziger Gott bist, langmütig und reich an Gnade, und einer, dem das Unheil leidtut.

4,2
Joel 2,13
3Und nun, Herr, bitte nimm mir mein Leben, denn besser als mein Leben ist mein Tod.
4,3
1Kön 19,4

4Da sprach der Herr: Ist es recht, dass du zornig bist? 5Und Jona ging aus der Stadt, und östlich der Stadt liess er sich nieder. Und dort baute er sich eine Hütte, und er sass darin im Schatten, bis er sehen würde, was in der Stadt geschah. 6Und der Herr, Gott, liess einen Rizinus wachsen, und dieser wuchs über Jona empor, um seinem Kopf Schatten zu geben und ihn von seinem Unmut zu befreien. Und Jona freute sich sehr über den Rizinus.4,6 Die genaue Bedeutung des mit «Rizinus» wiedergegebenen Pflanzennamens ist unsicher.

4,6
2,1
7Als aber am nächsten Tag der Morgen dämmerte, liess Gott einen Wurm kommen, und dieser stach den Rizinus, und er verdorrte. 8Und als die Sonne aufgegangen war, liess Gott einen sengenden Ostwind kommen, und die Sonne stach Jona auf den Kopf, und er brach zusammen. Da wünschte er zu sterben und sprach: Besser als mein Leben wäre mein Tod. 9Gott aber sprach zu Jona: Ist es recht, dass du des Rizinus wegen zornig bist? Und er sagte: Es ist recht, dass ich zornig bin bis auf den Tod! 10Da sprach der Herr: Dir tut es leid um den Rizinus, um den du dich nicht bemüht und den du nicht grossgezogen hast, der in einer Nacht geworden und in einer Nacht zugrunde gegangen ist. 11Und da sollte es mir nicht leidtun um Ninive, die grosse Stadt, in der über hundertzwanzigtausend Menschen sind, die nicht unterscheiden können zwischen ihrer Rechten und ihrer Linken, und um die vielen Tiere?